Der Rohrbacher Bahnhof bleibt ein Dauerärgernis

Der Rohrbacher Bahnhof bleibt ein Dauerärgernis

Viele Informationen, aber auch viel Frust gab es in Rohrbach zum Dauerthema „Bahnhof“. Verärgert war der Ortsrat, weil man ihn über das jüngste Treffen zwischen Bahn und Stadt nicht in Kenntnis gesetzt hatte.

. In jeder Sitzung des Ortsrates Rohrbach schafft es der Bahnhof auf die Tagesordnung. Unabhängig vom maroden Gesamtzustand, zunehmendem Vandalismus, Unübersichtlichkeit und fehlender Fahrplanaushänge, hat es im Winter einen Unfall gegeben, bei dem eine Frau in den durch Schnee verdeckten Bier-Einwurfschacht der ehemaligen Bahnhofswirtschaft gestürzt ist und sich verletzte. Spätestens ab diesem Zeitpunkt stellte sich die Frage nach der Verantwortlichkeit.

Deshalb richtete sich die CDU-Fraktion des Ortsrates mit der Bitte an die Stadtverwaltung, die Frage nach der Verkehrssicherungspflicht zu beantworten. Schon seit längerem ist der Abriss des Bahnhofsgebäudes geplant, wurde aber bisher unter anderem aus Kostengründen noch nicht durchgeführt. Für die jüngste Ortsratssitzung hatte der Ortsrat die Verwaltung darum gebeten, eine Kostenschätzung für den Abriss des Bahnhofsgebäudes und die Errichtung von Park-und-Ride-Parkplätzen unter Einbeziehung aller möglichen Fördermöglichkeiten zuzustellen. Außerdem sollte diese darüber informieren, welches Ergebnis die Recherchen zur Verteilung der Aufgaben und finanziellen Verantwortlichkeiten zwischen Land, Deutscher Bahn und Stadtverwaltung brachten. Dazu teilte die Verwaltung mit: "Das Gebäude befindet sich auf dem Grundstück der DB Netz AG . (...) Sollte ein Abriss von städtischer Seite durchgeführt werden, müsste erst ein Ankauf erfolgen. Hierfür stehen jedoch keine Mittel im Haushalt 2016 bereit."

Bis 2015 sei noch Stellwerkstechnik im Gebäude gewesen, weshalb man damals mit dem Eigentümer nicht in konkrete Verhandlungen eingestiegen sei. Beim Eigentümer liege auch die Verkehrssicherungspflicht, die regelmäßige Begehungen des Bahnhofs mit einschließe. Der unfallverursachende Schacht sei mittlerweile verfüllt, eine andere Abdeckung gesichert. "Ungeachtet dessen ist der alte Bahnhof nicht in einem so desolaten Zustand, dass eine Beseitigungsanordnung gerechtfertigt wäre", heißt es im Schreiben der Stadt weiter. Bis September vergangenen Jahres sei eine solche "Zwangsanordnung" des Abrisses an Adresse des Eigentümers möglich gewesen, mit Novellierung der Landesbauordnung nicht mehr. Die Ortsratsmitglieder zeigten sich mehr als enttäuscht über diese Antwort, zumal es einen erneuten Einbruch ins Bahnhofsgebäude gegeben habe und so neue Gefahrensituationen entstanden seien.

"Wir sollten die Sache in die eigene Hand nehmen und so vorantreiben, dass die Stadt sich nur noch um die Genehmigung des Abrisse kümmern muss", so Jörg Schuh (CDU ). Ortsvorsteher Roland Weber berichtete von einem Ortstermin mit dem Bundestagsabgeordneten Alexander Funk und zwei Verantwortlichen der DB, die "sichtlich selbst überrascht über den schlechten Zustand des Bahnhofes waren". Die DB wolle der Stadt das Gebäude für einen symbolischen Preis zur Verfügung stellen, auf dessen Nennung man nun seit geraumer Zeit warte.

Auf Nachfrage des Ortsrates bei der DB stellte sich heraus, dass es sehr wohl ein Gespräch zwischen dieser und der Stadt gegeben habe, der Ortsrat darüber aber nicht in Kenntnis gesetzt wurde. "Ich finde das empörend, dass die Informationen von der Stadt nicht an die Ortsräte weitergegeben werden", ärgerte sich der Ortsvorsteher, "ich weiß nicht, was wir noch tun können, um Aufmerksamkeit zu erregen." Auch Herdis Behmann (SPD ) verwies darauf, dass diese neuesten Entwicklungen nicht Eingang in die Sitzungsvorlage fanden. Jetzt müsse der zuständige Ausschuss die Sache klären.

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