Alte Rohrbacher Mühle renoviert

Magdalena Telus und Andreas Meiser hatten die alte Rohrbacher Mühle beim Fahrradfahren zufällig entdeckt – und nun ist sie ihr Zuhause. Interessierte konnten sich jetzt einen Eindruck vom energetisch orientierten Umbau machen.

. Es gibt wohl viele Menschen, die den Wunsch nach einem historischen Eigenheim haben. Doch die wenigsten können oder wollen sich diesen Traum mangels geeignetem Objekt, Finanzen oder einzubringender Eigenleistung wirklich leisten. Aber bei Magdalena Telus und Andreas Meiser passte vieles, so dass sie die Rohrbacher Mühle, die sie beim Fahrradfahren zufällig entdeckten, heute aus vollem Herzen "unsere Heimat" nennen. Sie investierten nicht nur viel Herzblut in die Renovierung der historischen Bausubstanz, sondern versahen die alte Mühle auch mit moderner Technik.

Sie sind stolz auf ihr Zuhause, das sie 2015 bezogen, und teilen ihre Erfahrungen der Umbau-Phase auch gern mit Interessierten. Und so lud das gastfreundliche deutsch-polnische Ehepaar zu einem Samstagnachmittag unter dem Titel "Die Mühle erstrahlt - mit Sonne, Charme und Technik" in die Mühlstraße ein. Ziel der Mühlenbesitzer war es, zu zeigen, dass man einen Altbau ökologisch sanieren kann, diesen von innen dämmen kann, ohne Schimmel und Feuchte Tür und Tor zu öffnen, und den Heizenergiebedarf auf Neubauniveau senken kann, wenn man sich gut beraten lässt und die Arbeiten fachgerecht ausgeführt werden.

Zu diesen Themen sowie zur Solarthermie , Photovoltaik und E-Mobilität gab es vier Referate, zum Teil von Vertretern derjenigen Firmen, die bei der Sanierung der geschichtsträchtigen ehemaligen Wassermühle mitgewirkt haben. Was einige der Besucher neben den Vorträgen aber am meisten interessierte, war die Umsetzung des Gehörten, was der Hausherr im Anschluss stolz und mit Sachverstand im ganzen Haus präsentierte. Es wurden das Pellet-Saugsystem, die reine Wasser-Solarheizung ohne Wärmetauscher und mit großen Druckausgleichsbehältern, die Lehm-Wandheizung und der Loft-Stil der Wohnungen in Augenschein genommen.

Für viele Rohrbacher war die Mühle im Inneren an manchen Stellen kaum wiederzuerkennen, obwohl die Besitzer vieles im originalen Zustand beließen. Neue Durchbrüche verschafften eben neue Einblicke. "Mein Gott, da habt ihr aber schwer geschafft. Das sieht ja wie ein Schloss aus", so die bewundernden Äußerungen einer Rohrbacherin. Und ihr Begleiter hätte am Liebsten gewusst, was allein die Entsorgung der alten Materialien gekostet hat. Andreas Meiser verriet dazu nur so viel: "Wir sind Großkunde beim Waldi (ein Entsorgungsfachbetrieb, Anm. der Red.)." Die Gäste fühlten sich bei den modernen "Müllern", die eigentlich Arzt und Übersetzerin sind, sichtlich wohl und dafür sorgten nicht nur die Gratis-Musik und die anschließende Einladung zum Grillen.

Wie Andreas Meiser sagte, stehen er und seine Frau Interessierten für weitere Besichtigungen, Veranstaltungen, Themen und Diskussionen gern zur Verfügung. "Wir wollen damit auch andere Leute ermutigen, alten Gebäuden eine Chance zu geben und es uns gleichzutun", so der Wunsch von Meiser. Der Tag, der auch unter dem Motto "Alte Mühle trifft Moderne" hätte stehen können, brachte für alle Seiten neue Einsichten.