Dem Hasseler Fastnachtsumzug droht für nächstes Jahr das Aus

Dem Hasseler Fastnachtsumzug droht für nächstes Jahr das Aus

In Sachen Hasseler Fastnachtsumzug gab es jetzt einen Krisengipfel. Es wurde diskutiert, ob der Umzug stattfinden soll. Er wird in diesem Jahr über die Bühne gehen. Wer noch teilnehmen möchte, kann sich kurzfristig melden.

. Der Hasseler Fastnachtsumzug am Fastnachtsdienstag, kurz HaFaZu, ist eine feste Größe im Veranstaltungskalender des St. Ingberter Stadtteiles. Klein, aber fein könnte man ihn beschreiben. So winzig, wie er in diesem Jahr zu werden droht, war er aber noch nie. Bis jetzt haben sich zwölf Gruppen angemeldet, wovon drei Musik machen. Bleiben also neun Wagen oder Fußgruppen, die das bunte Bild und den Zug prägen, davon sind allein sechs aus Hassel . Auch wenn der Ton die Musik macht und die Kapellen unverzichtbar für solch einen Umzug sind, sind es vor allem die thematischen "Bilder" der Vereine, die den HaFaZu ausmachen.

Aber gerade diese schwinden. Waren es im vergangenen Jahr noch insgesamt 18 Gruppen, ist für die Organisatoren 2016 die "Schmerzgrenze" erreicht. Wenn es bis Dezember 2016 nicht mehr Anmeldungen gibt als die, die sich für den aktuellen Umzug meldeten, wird der HaFaZu am diesjährigen Faschingsdienstag wohl der letzte sein.

Nun gab es in Sachen Hasseler Fastnacht erstmals einen Krisengipfel in der Ortsverwaltungsstelle. Ortsvorsteher Markus Hauck, Bernd Burger, Albert Zitt, der ehemalige Vorsitzende des Karnevalclubs Hassel , Thomas Fries, und dessen aktueller Chef Klaus Bleif diskutierten, ob der Umzug 2016 überhaupt stattfinden soll. Er soll. Zumal schon in diese Veranstaltung investiert wurde. Von den diesjährigen Pins, die einen Kuckuck auf dem ehemaligen Hasseler Waschhaus zeigen, wurden 650 Stück gefertigt. "Wenn der Umzug ausfällt, dann kommt auch keiner zur Feuerwehr, zum Obst- und Gartenbauverein oder der Awo", so Bleif. Denn das närrische Treiben bei diesen Vereinen schließt sich jedes Jahr an den HaFaZu an.

Hier gab sich keiner der Männer der Illusion hin, dass die Hasseler nur wegen dieser eher "intimen" Feiern aus dem Haus gehen würde. Auch der Vorverkauf der Kappensitzung beim KCH lief schleppend an. "Früher mussten zwei Sitzungen gemacht werden, dass die Nachfrage befriedigt werden konnte", erinnert sich Hauck. Dabei sind die Sitzungen sehr beliebt und auch die "Macher" schwärmen von dieser Veranstaltung. Doch ohne Besucher und ohne das Engagement der Vereine, Organisationen und Privatleute kann keine närrische Veranstaltung, ob Umzug oder Sitzung, am Leben erhalten werden. Angesichts der bisherigen Meldungen zur Beteiligung am 2016er Umzug waren die Anwesenden der Krisensitzung frustriert. "Der Umzug ist kaum da, ist er auch schon wieder rum", "das kann man ja den Leuten fast nicht anbieten" oder "es fehlen die Highlights", waren einige der Aussagen.

Man werde den HaFaZu 2017 nicht ohne Not und weitreichende Überlegungen absagen, "aber irgendwann muss eine Entscheidung her", sagte der Ortsvorsteher. Es fehlen vor allem jene, die sich aktiv in die Fastnacht einbringen. Hier ist mehr Engagement gefragt. Auch jetzt ist es für eine kurzfristige Anmeldung zum Umzug in zwei Wochen, am 9. Februar, noch nicht zu spät.

Mehr von Saarbrücker Zeitung