Dekan Eric Klein zieht Bilanz zur Pfarreien-Reform in der Saarpfalz

Großpfarreien im Bistum Speyer : Große Einheiten haben sich bewährt

Die Zusammenlegung von Pfarreien wird im Bistum Trier stark diskutiert. Im Bistum Speyer, zu dem auch St. Ingbert, Blieskastel, Mandelbachtal und Gersheim gehören, ist man diesen Weg bereits 2016 gegangen.

Seit 2009 befindet sich das Bistum Speyer in einem Prozess der Erneuerung. Das Ziel: Vertrautes neu gestalten. Dazu gehörte unter anderem die Zusammenlegung vieler kleiner zu größeren Pfarreien. Insgesamt 346 waren es bis Ende 2015. Sie wurden ab dem 1.Januar 2016 zu insgesamt 70 neuen Pfarreien zusammengefasst. „Pfarrei in den Gemeinden“ ist der Name des Modells. Auf der Website des Bistums Speyer heißt es: „Die Pfarrei bietet den größeren Rahmen, in dem die Gemeinschaft im Glauben erfahrbar wird. In den Gemeinden, die zu einer Pfarrei gehören, leben und feiern Christen ihren Glauben, geben Zeugnis für das Evangelium und sind nahe bei den Menschen.“

Homburg gehört gemeinsam mit St. Ingbert, Rohrbach, Bexbach, Kirkel, Blieskastel, Lautzkirchen, Gersheim, Ensheim und Ormesheim zum Dekanat Saarpfalz. Aus fast 50 einzelnen Pfarreien wurden hier zehn große. Bei der Entstehung der Gemeindepastorale 2015 gab es in der Diözese mehrere Projektpfarreien, die das neue Modell erprobten. Eine davon war im Saarpfalz-Kreis in Erbach, berichtete der Dekan des Saarpfalz-Kreises Eric Klein. „Diese Erfahrungen wurden in den übrigen Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften immer wieder besprochen und dadurch war ersichtlich, in welche Richtung das Konzept gehen wird.“

Klein erlebte den Wechsel positiv: „Der Übergang zum neuen Konzept verlief reibungslos. Bereits vorher wurde vieles im Hauptausschuss besprochen. Diese Aufgabe, die ortsübergreifende Zusammenarbeit zu regeln, hat nun der Pfarreirat übernommen.“

Immer wieder werde genau hingeschaut, wo eine einheitliche Regelung sinnvoll ist und in welchen Bereichen die ortsgegebenen Unterschiede erhalten werden. „Auch im Bereich der Finanzen funktionierte die Zusammenarbeit in dem einen Verwaltungsrat sehr gut“, so Klein. „Rechnungen, die vorher auf die einzelnen Stiftungen und Konten verteilt werden mussten, können jetzt zum Beispiel mit einer Rechnung verbucht werden“.

Von 2011 bis 2015 dauerte die Umstellung. In den vier Jahren wurde ein pastorales Konzept durch den Pfarreirat erarbeitet. „Es war lohnenswert, sich die örtlichen Gegebenheiten genauer anzuschauen und zu überlegen, wie weitere Entwicklungen aussehen können. Dies gilt für die Seelsorge ebenso, wie für die Gebäude und Finanzen. Hier wird auch deutlich, dass eine solche Zusammenarbeit nicht endgültig festgeschrieben werden kann, sondern immer wieder den neuen Bedingungen angepasst werden muss“, erklärt Klein.

Als Seelsorger werde er häufig darauf angesprochen, ob eine solche Pfarrei nicht zu groß sei. Hierbei betone er immer wieder, dass er nicht alleine, sondern in einem gut funktionierenden Team mit drei weiteren Personen arbeite. „Wäre ich alleine für eine kleinere Pfarrei zuständig, müsste ich alle Bereiche abdecken. Durch die größere Pfarrei können wir Aufgaben im Team aufteilen, was die Arbeit erleichtert“, so Klein. Zeit für die Seelsorge in Einzelgesprächen habe er weiterhin. Bei Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen komme er mit den Menschen in Kontakt. „In der momentanen Diskussion wird oft vergessen, dass gleichzeitig mit dem Rückgang an Personal auch das Interesse an kirchlichen Angeboten gesunken ist“, gibt Klein zu bedenken.

Beim Ausblick in die Zukunft ist der Dekan des Saarpfalz-Kreises der Meinung, dass wir uns vom klassischen Bild der von Pfarrern geleiteten Pfarreien immer weiter entfernen werden: „Leitung und Seelsorge erfolgt durch das Team und vor allem in den Gremien.“ Hier gelte es zu entdecken, dass auch die Vorsitzenden der Pfarreiräte oder der Gemeindeausschüsse die Pfarreien und damit die Kirchen vor Ort repräsentieren. Dies sei vielfach ungewohnt und brauche daher eine gewisse Umstellungszeit, so Klein.

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