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Stimmungsvolle Premiere beim Karnevalsverein Bebelsheim

KV Bebelsheim : Stimmungsvolle Premiere in Bebelsheim

Tolle Atmosphäre bei der Kappensitzung im Dorfgemeinschaftshaus. Höhepunkte des Abends waren die Schautänze.

Bebelsheim Groß und Klein, Jung und Alt, feiern, tanzen, singen zusammen und haben Spaß an der Freude lautet das Erfolgsrezept des Karnevalvereins Bebelsheim (KVB). Alle drei Prunk- und Galakappensitzungen sind ausverkauft. So gratulierte der versierte Sitzungspräsident Bertram „Bertzel“ Nagel allen im Dorfgemeinschaftshaus dazu, dass sie eine der begehrten Karten bekommen hatten. Die Erwartung war groß und wurde nicht enttäuscht. Über 100 Akteure lieferten in 18 Beiträgen unter dem Motto „Ist das Fernsehen noch so lau, beim KVB ist Narrenschau“ eine beschwingte Sitzung mit bunt gemischtem Programm.

„Ein Traum in Rot und Weiß“ präsentierte sich gleich zu Beginn. Bei Aufmarsch der Tanz-Garden und -Mariechen bot sich auf der Bühne ein farbenprächtiges Bild, zeigte die ganze Vielfalt der karnevalistischen Arbeit des Vereins. Bei ihrem Büttendebüt gewährte „Eisbrecherin“ Kathrin Serov als „Drama Queen“ Einblicke in ihre „schrecklich nette Familie“ mit verpeiltem Babba, der „Krone der Erschöpfung“, schlecht gestylter Mama und einer Nervensäge namens kleinem Bruder. Den Saal kochte beim Auftritt des Stimmungsmachers Kevin Nagel. Mit spitzer Zunge und gekonnten musikalischen Live-Beiträgen, darunter Matthias Reims „Verdammt ich lieb dich“ und „1001 Nacht“ von Klaus Lage, rockte er sein Publikum.

Dass Wortspiele auch in Zeitungsüberschriften schmunzeln lassen, offenbarte das karnevalistische Multitalent, das auch noch in weiteren Gruppen aktiv war. Kostproben waren „Hatte keinen Bock mehr – einsames Schaf begeht Selbstmord“ oder „Löwe außer Kontrolle – Dompteur sichtlich angefressen“. Aus Blähungen, zwischen Ohnebauch und Zwiebelringen gelegen, wurde Thomas Oster eingeflogen. Er war kurzfristig für die erkrankte Nicole Dincher eingesprungen. Als „Cäcilia Dabberlaaf“ bezeichnete er Bebelsheim als ein „Nagestudio“. Im 680-Seelen-Dorf trügen fast alle führenden Personen den Nachnamen Nagel. Zudem habe sogar der frühere Ortsvorsteher Werner Untersteller sein Amt an den Nagel gehängt. Ausflüge in die Kommunalpolitik unternahm „Stuntman“ Johannes Schmitt. „Maria macht’s“ sei das schönste Wahlplakat des letzten Kommunalwahlkampfs gewesen. Politischer sei ein Slogan nicht zu formulieren gewesen: „Keiner weiß, was sie machen will, aber Hauptsache es macht überhaupt jemand was.“ Als neue Bürgermeisterin hätte Vermeulen sogar das Fernsehen engagieren können, das im Rathaus die Beamtenserie „Siebenschläfer“ abgedreht hätte.

Flaggschiffe der Bebelsheimer Narren sind alljährlich ihre Schautanzgruppen. So tauchen die „Flower Boys“ bei ihrer Inszenierung „Kein Engel auf Erden“ die Narrhalla, ansonsten farbenfroh dekoriert, in ein düsteres mittelalterliches Szenario, das die Sequenzen des schaurigen AC/DC-Titel „Hells Bells“ noch verstärkte. Zuvor erntete die „Hot Crazy Muppets Gala-Show“ Begeisterungsstürme. Sowohl ihre Tanzeinlagen, als auch die Ausflüge ins Werbefernsehen der 1960/70er-Jahre zeigten den Ideenreichtum.

Die Gruppe gehört wie viele andere auch schon seit Jahren zum festen Bestandteil der KVB-Fassnacht. Die unermüdliche und erfolgreiche KVB-Jugendarbeit war beim Auftritt der „Sandmännchen“ zu bewundern. 13 Kinder im Alter zwischen vier und sechs Jahren auf der Bühne, ließen die Herzen von Eltern, Großeltern und des närrischen Auditoriums höher schlagen. Dank vieler Akteure aus anderen Gemeindeteilen, so Nagel, könne man ein so umfangreiches Programm anbieten. In den heiteren Sitzungsstunden finde somit „Mandelbachtal“ in Bebelsheim statt.

Die jüngsten Akteure, die Minis „Sandmännchen“ mit Kevin Nagel (mit dem Rücken zur Kamera) bei der Prunk- und Galakappensitzung des Karnevalvereins Bebelsheim. Foto: Wolfgang Degott

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