1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Kirkel

Agenda-Gruppe in Kirkel setzt sich für das Klima ein

Klimaschutz in Kirkel : Agenda-Gruppe kämpft für das Klima

Gemeinde Kirkel verzichtet auf das Ausrufen des Klimanotstands, prüft aber künftig alle Beschlüsse auf Nachhaltigkeit.

Man will in der Gemeinde Kirkel „vor dem Klimawandel nicht einfach kapitulieren“. Das ist die zentrale Botschaft, die am Montagabend von der Gründungsveranstaltung einer neuen Agenda-Gruppe „Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit“ in Kirkel ausgegangen ist.

Der Gründungsabend im Ratssaal der Gemeinde in Limbach hatte viele zusammenkommen lassen: Vertreter von Vereinen und örtlichen Naturschutz-Gruppen, Fachleute, Gremienvertreter und vor allem Bürgerinnen und Bürger. „Der Klimawandel ist ein globales Phänomen, der sich aber in seinen Auswirkungen lokal niederschlägt“, darauf wies der Kirkeler Umweltbeigeordnete Max Victor Limbacher in seiner Einleitung hin und stützte sich auf unübersehbare Phänomene: gestiegene Temperaturen, Extremwetterlegen, anhaltende Trockenphasen und das Absinken des Grundwassers, Rückgang der Bodenfruchtbarkeit, sterbende Bäume und Nachlassen der klimatischen Ausgleichsfunktion des Waldes, Rückgang von Tier- und Pflanzenarten.

„Dass dies nicht mehr administrativ aufgefangen werden kann, dürfte durchaus als ein ‚Notstand‘ bezeichnet werden.“ In einer solchen Situation sei der Einsatz aller erforderlich, war sich Limbacher gegenüber unserer Zeitung sicher, um die Prozesse der Veränderungen umwelt- und sozialverträglich zu begrenzen. „Lokale Agenda-Gruppen zur Förderung nachhaltiger Projekte gehen auf eine Initiative der Vereinten Nationen 1992 zurück“, so der ehrenamtliche Umweltbeigeordnete Kirkels und Ortsvorsteher von Limbach. „Eine solche Agenda-Gruppe für Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit gibt es jetzt in Kirkel.“

Ein Vorbereitungskreis von fünf Personen wertet nun die umfänglichen Vorschläge der Teilnehmer des Gründungsabend aus – um so festzustellen, wo ein gemeinsames Engagement wichtig wäre. Diese Vorschläge, wie Limbacher erläuterte, bewegten sich von energetischer Beratung über innerörtlicher Geschwindigkeitsbegrenzungen zu umfänglichen Baum- und Heckenpflanzungen bis hin zu Auflagen bei Bauanträgen oder Bebauungsplänen. „Auch Beschlüsse und Vorhaben der Verwaltung sollten künftig auf ihre Nachhaltigkeit, das heißt auf ihre Klimawirksamkeit und ihren Einfluss auf die Umwelt, geprüft werden.“

Bürgermeister Frank John sagte eine grundsätzliche Unterstützung der Arbeit der Initiative durch die Gemeinde zu. Zudem sei durch den Umweltausschuss, der ja einmütig die Gründung einer Agend-Gruppe angeregt hatte, ein politisches Gremium vorhanden, das bei der Umsetzung der Forderungen und Anregungen helfen könne. Wie soll es nun weitergehen? Max Victor Limbacher: „Beim nächsten Treffen in der zweiten Märzhälfte sollen dann die ersten konkreten Beschlüsse fallen.“

Mit diesem nun eingeschlagenen Weg verzichtet auch die Burgemeinde darauf, offiziell den Klimanotstand auszurufen und verfolgt mit einem im Entstehen begriffenen Programm für Umwelt und Klimaschutz einen ähnlichen Weg wie Homburg. Und wie auch in Homburg ging diesem Schritt erst ein Nein eben zum Klimanotstand vorraus. In seiner Sitzung im September 2019 hatte der Rat einen entsprechenden Antrag der Fraktion der Grünen zwar abgelehnt, gleichzeitig aber auch den Weg für Gespräche zwischen und in den Fraktionen frei gemacht und dafür gesorgt, dass dieses Thema im zuständigen Umweltausschuss behandelt wurde. Nun hat man mit der Gründung einer eigenen Agenda-Gruppe einen weiteren Schritt getan.

Limbacher hatte schon in seiner Ankündigung der Sitzung vom Montagabend klar gemacht, was als Hintergrund aus seiner Sicht für diesen Schritt zu sehen ist. „Wir sehen es und wir hören täglich davon: Die Lebenssphäre unseres Planeten befindet sich in einem Prozess umfänglicher Veränderungen. Ganz gleich, ob diese Änderungen nur als Wetterphänomene abgetan werden oder ob sie als klimatische Vorgänge anerkannt werden, wie dies für die überwiegende Anzahl der Fachleute fraglos ist – die Folgen sind auch bei uns nicht mehr zu übersehen“.

So hatten es die Mitglieder des Umweltausschuss von Kirkel deshalb für geboten gehalten, eine Lokale Agenda-Gruppe für Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit ins Leben zu rufen, denn, so Limbacher: „Auch in der Burggemeinde sind eine Vielzahl von Aktivitäten und Veränderungen vor allem durch die Willensbildung und das Engagement der Bürger möglich.“ Damit verbindet er ein klares Ziel: „Eine Bestandsaufnahme vorzunehmen für Möglichkeiten und Projekte praktischen Handelns bei uns und sie dann umzusetzen“.