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Arbeitskammer und Verdi wollen Kitas verbessern

Zukunft der Kinder : Kommunen sollten Kitas verbessern

Die Arbeitskammer und die Gewerkschaft Verdi wollen gemeinsam dafür sorgen, dass die Kitas auch im Saarpfalz-Kreis verbessert werden.

Kindergärten sind keine Verwahranstalten. In Kindergärten wird anspruchsvolle Erziehungsarbeit geleistet. Den Kindern wird beigebracht, ordentlich miteinander umzugehen,  die Privatsphäre der anderen Kinder  zu respektieren und Missfallen so zu äußern, dass es die anderen Kinder nicht belastet. Kurzum, die ganze Skala sozialverträglichen Verhaltens wird eingeübt. Und dazu kommt natürlich ein Bildungsauftrag, denn den haben Erzieherinnen auch.

Kurzum, Erzieherin ist ein anspruchsvoller und stressiger Beruf, der entsprechend vergütet werden sollte, fordert die Gewerkschaft Verdi und hat mit der Arbeitskammer ein Forderungspapier für die anstehende Novellierung des Saarländischen Bildungs- und Betreungsgesetzes vorgelegt.

Die geplante Förderung durch das Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher“ wird vorzeitig auslaufen. Dies wurde überraschend bekannt. „Die 2019 neu gestartete praxisintegrierte Ausbildung (PiA) ist damit wahrscheinlich schon Geschichte“, sagte Stefan Schorr, bei Verdi für Kommunen und kommunale Einrichtungen des Sozial- und Erziehungsdienstes zuständig.

Das sei „ein weiterer Schlag ins Gesicht, was die Qualitätsverbesserung in Kindertageseinrichtungen betrifft“, so Stefan Schorr weiter. Die Gewerkschaft warne schon länger, dass die Arbeitsbedingungen in Kindertas sich weiter verschärfen zu Lasten der Kinder und des Personals.

 Bereits 2019 startete Verdi eine Online-Petition „Kita-Personal am Limit – Gesellschaft am Ende?“, die im Mai mit knapp 10 000 Unterschriften an Ministerpräsident Tobias Hans überreicht wurde. Zuvor warb Verdi in zahlreichen Gesprächen bei Sozialministerin Monika Bachmann, der damaligen Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot, den Landtagsfraktionen von CDU, Linke und SPD und mehreren Bundestagsabgeordneten für Qualitätsverbesserung in den Kitas.

Auch kritisierte Verdi das sogenannte „Gute-Kita-Gesetz“. Es sorge zwar einerseits für sinkende Elternbeiträge. Aber andererseits bleibe kaum etwas für die Qualitätsverbesserung und für Investitionen in Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen übrig, heißt es von Verdi weiter. Im November griffen Arbeitskammer und Gewerkschaft das Thema nochmals auf in einem AK-Forum, an dem rund 300 pädagogische Fachkräfte teilnahmen.

Um „Bildung, Betreuung und Erziehung“ und den gestiegenen Anforderungen gerecht werden zu können, benötigten Einrichtungen der frühkindlichen Bildung politische Unterstützung und zukunftsfähige Rahmenbedingungen, heißt es in dem Forderungskatalog von Arbeitskammer und Gewerkschaft. Deshalb solle die Politik dafür sorgen, dass für Jungen und Mädchen im ersten Jahr eine sozialpädagogische Fachkraft auf zwei Kinder kommt, vom ersten Jahr bis zum dritten Jahr dann eine sozialpädagogische Fachkraft für drei Kinder, ab drei Jahre dann eine sozialpädagogischer Fachkraft rechnerisch für siebeneinhalb Kinder.

Bei altersgemischten Gruppen seien die Berechnungen entsprechend anzupassen. Außerdem lasse sich das starre Kindergarten-Prinzip auch aufbrechen hin zu Häusern für Kinder und Familien beziehungsweise Familienzentren.

Doch zunächst sollten erst einmal die Räume an die Bedürfnisse der Kinder und die damit verbundenen vielfältigen pädagogischen Anforderungen angepasst werden, also mit Elternberatungs- und Personalräumen, mit Ausweichzonen für Kinder mit Förder- und Ruheräumen.

Da die Ausstattung der Kitas Sache der Städte und Gemeinden ist, wird hier wohl noch viel Gesprächsstoff für die kommenden Ratssitzungen vorhanden sein.

Hierzu heißt es, dass „das Finanzierungssystem der Kindertageseinrichtungen in einem beteiligungsorientierten Prozess auf den Prüfstand gestellt werden müsse.“ Dazu gehöre auch, dass beispeilsweise die Entlohnung der Hauswirtschaftskräfte separat abgerechnet werden müsse und nicht zusammen mit dem pädagogischen Personal in einen Topf geworfen werden dürfe.