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Große Nachfrage beim Biosphärenfest in Einöd

Bliesgau stellt sich vor : Biosphärenregion von ihrer schönsten Seite

Mehrere tausend Besucher waren am Sonntag in den Homburger Stadtteil Einöd gekommen, wo einiges geboten wurde.

Mit einem überaus großen Besucherandrang wurde am Sonntag in Einöd das inzwischen 16. Biosphärenfest gefeiert. Über den Tag hinweg nutzten einige Tausend Besucher die Gelegenheit, sich über das Unesco-Biosphärenreservat Bliesgau zu informieren und zu erleben, welche Entwicklung die Region inzwischen genommen hat. Möglich machten diesen tiefen Einblick in eine einzigartige Kulturlandschaft über 100 Stände, die eine lange Strecke an der Einöder Hauptstraße säumten. Dazu gesellte sich ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Musik, Tanzaufführungen und ein eigener Bereich für die Kinderbetreuung.

Zu sehen gab es nahezu alles, was auch nur im weitesten mit der Biosphäre und deren Grundgedanken, namentlich Mensch und Natur im Einklang und Ausgleich zu halten, zu tun hat. So fanden sich neben den Informationsangeboten des Biosphären-Zweckverbandes als Träger und den Ständen der Mitgliedskommunen auch zahlreiche gewerbliche Angebote. Die sollten vor allem eines verdeutlichen: Die Biosphäre ist eben nicht nur ein Gebiet, in dem der Natur ein hoher Stellenwert eingeräumt ist, sie ist auch ein Wirtschaftsraum – einer, in dem Ökologie und Ökonomie eine nachhaltige und für beide Seiten gewinnbringende Verbindung eingehen. Umweltminister Reinhold Jost (SPD) fasste es so in Worte: „Die Biosphäre lebt. Man ist hier wirtschaftlich wertschöpfend unterwegs, aber auch wertschätzend mit Blick auf die Natur und den Umweltschutz“.

Der unbestrittene Erfolg der Veranstaltung war nicht nur dem Engagement des Biosphären-Zweckverbandes geschuldet, sondern auch dem Einsatz der Einöder Vereine und dem Engagement des Organisationsteams um Einöds Ortsvorsteher Karl Schuberth (SPD), Ulrich Fremgen (dem früheren, ehrenamtlichen Biosphären-Beigeordneten der Stadt Homburg), der früheren Stadträtin Gaby Schmitt und Karl-Heinz Häfner. Zusammen waren sie vor Ort seit mehr als einem Jahr mit den Vorbereitungen für das große Fest befasst, das nach 2010 zum zweiten Mal in Einöd stattfand.

Homburgs Bürgermeister Michael Forster (CDU) eröffnete gemeinsam mit Landrat Theophil Gallo (SPD), der auch Biosphären-Zweckverbandsvorsteher ist, am Morgen die Veranstaltung. Einige Stunden später zeigte auch er sich sicher, mit dem Biosphärenfest in Einöd eine gute Visitenkarte der Stadt abgegeben zu haben. Die Biosphäre habe für Homburg, auch wenn man nicht komplett Teil des Reservates sei, einen hohen Stellenwert. Forster: „Gerade für uns als Stadt, die von der Wirtschaft geprägt ist, wird das Thema Biosphäre, das ja auch die nachhaltige Bewirtschaftung beinhaltet, immer wichtiger. Deswegen hat das für uns eine große Bedeutung.“ Zudem, so Forster, erhoffe man sich von der Biosphäre auch, die touristische Attraktivität der Stadt zu steigern. „Durch den Tourismus sollen mehr Leute in die Stadt kommen und unsere Sehenswürdigkeiten sehen.“ Mit Blick in die Zukunft sei es da schon wünschenswert, auch andere Teile Homburgs in die Biosphäre einzubringen, „das muss man mit den Gremien diskutieren“.

Ausdehnung der Biosphäre war dann auch ein Stichwort im Gespräch mit Landrat Theophil Gallo. Zum Hintergrund: Derzeit gibt es konstruktive Überlegungen, auch die Stadt Bexbach in die Biosphäre aufzunehmen, für den Bexbacher Gallo eine Herzensangelegenheit. „Es kann nicht sein, dass der Verbandsvorsteher aus Bexbach kommt, seine Heimatstadt aber nicht zur Biosphäre gehört.“

Karl Schubert, Ulrich Fremgen und Karl-Heinz Häfner vom Einöder Organisationsteam. Foto: Thorsten Wolf
Ein Team der Naturwacht Saarland informierte über die Tierwelt in der Biosphäre. Foto: Thorsten Wolf
Die Gemeinde Kirkel stellt einen Großteil der Kernzone des Biosphäre-Reservats Bliesgau. Alexandra Stauden zeigt die Plakette. Foto: Thorsten Wolf

Denkt man zwischenzeitlich über eine Erweiterung des Biosphären-Reservates Bliesgau nach, waren die Anfänge des Projektes hingegen von einigen Schwierigkeiten geprägt. Die mit den einzelnen Zonen der Biosphäre verbundenen Einschränkungen in der Nutzung von Flächen fanden nicht überall Zuspruch. Mit den Jahren aber sei die Biosphäre Bliesgau in den Köpfen der Menschen angekommen, zeigte sich Gallo sicher. „In der Anfangszeit meiner Tätigkeit als Verbandsvorsteher hatten wir die Situation, als Beispiel genannt, dass die Gemeinde Mandelbachtal austreten wollte. Das konnten wir verhindern, mittlerweile gibt es keine Vorbehalte mehr. Auch das Miteinander mit der Bauernschaft läuft sehr gut. Wir haben immer mehr Akteure, immer mehr Partnerbetriebe. Ich habe den Eindruck, dass sich die Menschen sehr stark mit der Biosphäre identifizieren.“