Alles bei Hitze : Biosphären-Models auf der grünen Wiese

Das Biosphärenfest wirbt in diesem Jahr mit einem außergewöhnlichen Plakat. Am 11. August kann man Biosphärentour aufbrechen.

Auf der grünen Wiese liegen vier Personen Kopf an Kopf und machen mit ihrem Lachen Lust auf das Biosphärenfest. Die Betonung liegt auf „grün“, denn als das Foto gemacht wurde, herrschten gerade 39 Grad, und grün war nicht mehr viel, berichtet die Praktikantin Sarah Greiner, die das Biosphärenfest mitorganisiert hat. Grün waren höchstens noch ein paar Wiesen in Einöd, die dann auch prompt zum Fotoshooting benutzt wurden, um das diesjährige Biosphärenfest-Plakat zu schmücken.

Der Kran, der für das Foto nötig war, gehört dem Homburger Baubetriebshof und verfügt über eine Hebebühne, die immer dann zum Einsatz kommt, wenn ein Mensch in eine größere Höhe gebracht werden muss. Das System hat sich bewährt, wenn in den Beeder Wiesen beispielsweise die Jungstörche beringt werden müssen. Oder, wie in diesem Fall, ein Foto „von oben runter“ geplant ist.

Die Fotografin Manuela Meyer, die das Plakat für das Biosphärenfest am 25. August entworfen hat, ist mit der Hebebühne hoch gefahren und hat von oben die vier gut gelaunten Models fotografiert. Bis auf den jungen Mann im blauen T-shirt - das ist Samuel Reinhardt, der bei der Homburger Feuerwehr freiwillig Dienst tut -, sind die übrigen drei Models echte Biosphären-Produzenten.

Mit auf dem Foto ist Doris Kratkey, die ein Körbchen mit Essig und Seifen dabei hat, neben ihr liegt Hans Pick von der Bliesgau-Ölmühle, der beim Biosphärenfest Öle und Senfsorten anbietet - und es liegt da noch Gabriele Geiger, die eine Heilpflanzenschule und eine Naturheilpraxis am Einöder Marienhof betreibt. Sie alle stellten sich gerne in den Dienst des Festes, das inzwischen bis ins Detail organisiert ist, so dass seit gestern die Prospekte fertig sind, auf denen jeder Stand genau verzeichnet ist. Es ist kein Bauernmarkt, wie Sarah Greiner betont, sondern „ein regelrechtes Fest“, das sei viel mehr und bedeute auch, dass nicht nur Käufer angelockt würden, sondern alle Leute im näheren Umkreis, die einen schönen Tag in der Natur verbringen möchten.

Doch bis das große Fest steigt, kann man sich auf der Biosphärentour am 11. August schon einmal einen Vorgeschmack gönnen auf das, was die Biosphäre alles bietet. „Das Spektrum reicht von einem 400 Hektar großen Wildnisgebiet in Kirkel über zahlreiche Artenschutzaspekte in der Bliesaue bis hin zum Besuch eines konventionell geführten Milchviehbetriebs bei Breitfurt“, erklärt Pia Schramm vom Biosphärenzweckverband. Dort, auf dem Kirchheimer Hof, sei auch eine gemeinsame Mittags-Vesper mit Produkten aus eigener Herstellung geplant. Ein Vorteil dieser mit biosphärischen Themen verfeinerten Radexkursionen bestehe darin, dass sich der Blick auf die oftmals vertrauten Dinge in der eigenen Heimat ändere. „Viele fahren beispielsweise täglich am Kirchheimer Hof der Familie Schreiner vorbei, ohne den Betrieb näher zu kennen. Die Biosphärentour beleuchtet verschiedene Aspekte unserer Region und bringt so die Menschen ins Gespräch“ erläutert der Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau, Landrat Theophil Gallo. Der Zweckverband bietet seit 2004 in Zusammenarbeit mit dem ADFC Saar einmal jährlich dieseTour an. Zur Biosphärentour 2019 sind alle Radfahrer eingeladen, Die Teilnahme an der Tour ist kostenlos, Essen und Getränke sind von jedem Teilnehmer selbst zu zahlen.

Samuel Reinhardt im blauen T-shirt, Gabriele Geiger mit Blumen, Doris Kratkey mit einem Essig-Körbchen und Hans Pick mit seinem Öl. Foto: Manuela Meyer

Die Tour startet am Sonntag, 11. August um 10 Uhr am Naturfreundehaus Kirkel und endet an gleicher Stelle gegen 16.30 Uhr. Sie umfasst etwa 35 Kilometer mit einem längeren Anstieg und ist für geübte Kinder ab neun Jahren geeignet.

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