Freude in Kirrberg und Bruchhof

Beim SV Kirrberg und beim SV Bruchhof-Sanddorf rollt der Fußball bald auf Kunstrasenplätzen. Insbesondere im Hinblick auf erfolgreiche Nachwuchsarbeit stimmte der Homburger Stadtrat den beiden Vorhaben zu.

Für jeden Fußballverein einen Kunstrasenplatz? Diese Zeiten scheinen im Angesicht leerer Kassen bei Kommunen und Land vorbei. Nichts desto Trotz: Der Bedarf nach Aufwertung von Sportanlagen besteht bei vielen Vereinen, auch in Homburg . Denn wer erfolgreiche Nachwuchsarbeit bieten will, der muss infrastrukturell auf Stand sein.

In der vergangenen Woche befasste sich der Homburger Stadtrat in dieser Angelegenheit gleich mit zwei Vereinen, dem SV Kirrberg und dem SV Bruchhof-Sanddorf. Die Stadträte hatten darüber zu befinden, ob für beide Vereine Zuschüsse aus Saarbrücken für die Errichtung von neuen Kunstrasenplätzen beantragt werden können. In Kirrberg würden sich die Gesamtkosten für diese Aufwertung auf 260 000 Euro belaufen, in Bruchhof-Sanddorf auf knapp über 300 000. Um es vorweg zu nehmen: Bei einer Enthaltung gab es grünes Licht des Stadtrates. Doch dieses Ja kam nicht diskussionslos zu Stande. Das hatte seinen Grund, denn vor allem die Sportplanungskommission des Landes ist als weiterer Zuschussgeber entscheidend für die Finanzierung beider Maßnahmen. Und genau deswegen gab CDU-Fraktionssprecher Michael Forster einiges zu Bedenken. "Wir hatten als CDU-Fraktion den Antrag gestellt, dass ein Sportstätten-Bedarfsplan für das gesamte Stadtgebiet erstellt wird, damit wir als Rat im Sinne einer Priorisierung entscheiden können, wo investiert werden muss." Hintergrund für Forsters Einwurf: Nach seinen Informationen fördere die Sportplanungskommission des Landes nicht mehr jedes Projekt. Die beiden Einzelanträge aus Kirrberg und Bruchhof-Sanddorf könnten nun dazu führen, dass andere Vereine im Homburger Stadtgebiet in der Zukunft bei Erneuerungsmaßnahmen leer ausgingen, wenn es um Zuschüsse aus Saarbrücken gehe.

In diesem Zusammenhang machte Forster mehrfach klar, dass es seitens des CDU nicht darum gehe, die beiden Anträge abzulehnen. Aber, so der CDU-Fraktionssprecher weiter, er fordere Gewähr vom zukünftigen Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind und dem für Sport zuständigen Beigeordneten Gerhard Wagner, dass ein Ja zu den beiden Anträgen keine negative Auswirkung auf andere Vereine habe.

Nachdem SPD-Stadtratsmitglied Manfred Rippel (SPD ) in seiner Funktion als Ortsvertrauensmann von Bruchhof-Sanddorf für eine Zustimmung geworben hatte und Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner (CDU ) verdeutlicht hatte, dass in einem bestimmten Umfang Erhaltungsmaßnahmen bei Sportstätten aus dem Haushalt der Stadt gezahlt werden könnten, einigte man sich auf folgende Lösung: Grundsätzlich Ja zu den beiden Anträgen für Kirrberg und Bruchhof-Sanddorf unter der Voraussetzung, dass die Sportplanungskommission des Landes signalisiere, dass damit das Zuwendungspotential für Homburg nicht erschöpft sei. Erst dann werde man die beiden Anträge auf finanziellen Zuschuss tatsächlich in Saarbrücken einreichen.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Sportplanungskommission des Saarlandes, Vorsitzender ist Staatssekretär Georg Jungmann vom Ministerium für Inneres und Sport, fördert aus Mitteln des Sporttoto den Sport im Saarland. Ein Rechtsanspruch auf diese Fördermittel gibt es nicht, die Sportplanungskommission entscheidet im eigenen Ermessen im Rahmen der verfügbaren Mittel. Mitglieder der Sportplanungskommission sind Vertreter des Landtages, des Landessportverbandes Saarland und anderer Landes-Ministerien. thw

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