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Gefühlvolle Balladen und lyrische Texte

Gefühlvolle Balladen und lyrische Texte

Zwei bekannte Größen aus der heimischen Musikszene bestritten den Auftakt der Matineen im Europäischen Kulturpark: Margarethe Preiß mit idealer Knef-Stimme und Berthold Hemmen überzeugten das Publikum in der Taverne restlos.

Am Sonntagvormittag ist im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim die erste Matinee für die diesjährige Saison über die Bühne gegangen. Auch dieses Mal sind wieder der Verein Begegnungen auf der Grenze, die Stiftung Europäischer Kulturpark und die Gemeinde Gersheim Veranstalter von insgesamt fünf Matineen. Bei traumhaften Frühlingswetter waren dieses Mal zwei bekannte Größen der Musikszene des Bliesgaus zur Matinee erschienen: Margarethe Preiß und Berthold Hemmen alias "Die Traumtänzer".

Sehr schnell wurde es recht still in der Taverne des Kulturparks, als Berti Hemmen zu singen anfing. "Wenn die Musik nicht wäre", ein Titel, für den Klaus Hofmann mehr als bekannt wurde, zeigte den Besuchern des Konzerts gleich, was sie im weiterem Programm zu erwarten hatten: Gefühlvolle Balladen und lyrische Texte. Und Lieder einer Frau, die der Ballweiler Sängerin Margarete Preiß wie auf den Leib geschrieben schien: Hildegard Knef . "Ihre Stimme ist prädestiniert für Knef-Lieder", lobte der Ommersheimer Hemmen, während er bereits die ersten Takte am Klavier spielte, seine Mitsängerin. "Lass mich bei Dir sein", schmetterte daraufhin Preiß. Die beiden hätten spontan noch einen weiteren Knef-Titel ins Programm eingebaut, nämlich "Guten Morgen, Paul". Er sei einem Bekannten gewidmet, der zum Konzert erschienen war. Da sah man auch großzügig hinweg, dass "Paul" eigentlich "Walter" heißt. Noch passender war da "Sommermorgen" von Reinhard Mey, welches mit seinem jahreszeitlichen Bezug alleine schon beim Publikum ankam.

Humor bewiesen

Humor bewies die Preiß alleine schon deshalb, als sie Hemmen mit "Du lässt dich geh`n" auf die Schippe nahm. Die deutsche Version des Charles Aznavour-Titels offenbarte vor allem, dass manchmal der Text durchaus wichtiger sein kann, als der Gesang. Insbesondere, wenn er die Klischees des männlichen Wesens in Sachen Verhalten gegenüber der Frau thematisiert.

Spontan mitgesungen wurde, als das Duo "Frag den Abendwind" von François Hardy spielte. Beim Solo von Berthold Hemmen gab es ein erneutes Wiedersehen mit Reinhard Mey und seinem "Aller guten Dinge sind drei". Der Sänger steuerte auch seine Eigenkomposition "Rosarot und Grau" bei. Doch es sind nicht nur die Klassiker, die "Die Traumtänzer" bewegen. Auch Maite Kelly mit "Ich bin die Frau meines Lebens" stand am Sonntagmorgen auf dem Programm. Wenn es im Mai schneit oder, wenn der andere etwas falsch macht: Dann fühlt sich so mancher selbst schuldig. Auch "Ich fühl mich schuldig" aus dem Hause Knef beschreibt dieses Gefühl. Als Zugabe gab es dann ein Lied, welches dem Duo indirekt den Namen gab: "Traumtänzer". "Das kommt ein bisschen dramatisch rüber", hatte Berthold Hemmen vorher dazu gesagt. Gut, an der leichten Melancholie des Udo-Jürgens-Titels kommt man nur bedingt vorbei. Das gehört dazu.