Hermann Kast sagt Ade

17 Jahre war Hermann Kast Seelsorger der Pfarreien-Gemeinschaft St. Sebastian Blieskastel und St. Barbara Blickweiler. Nach segensreicher Tätigkeit geht Kast zum Jahresende in den Ruhestand. Pater Adam als sein Nachfolger übernimmt die neue Großpfarrei Heiliger Franz von Assisi.

Nach der Erkrankung von Pfarrer Hery (1997) weckte der Generalvikar bei Hermann Kast das Interesse an den Blieskasteler Pfarreien, und der gebürtige Schwarzwälder begann zunächst als Pfarrverwalter seinen Dienst. Trotz anderer Bewerber ließ die Ernennung nicht lange auf sich warten. "Arbeit war genug da, und so war ich vom ersten Tag an gefordert", blickt im Gespräch mit unserer Zeitung der engagierte Seelsorger zurück. Bereits nach wenigen Tagen folgte der erste und größte Brocken: Ein Teil des Deckenbildes der Schlosskirche stürzte zu Boden, ein langer Prozess des Renovierens begann. Die Schlosskirche als Denkmal von nationaler Bedeutung kam in die Förderung von Bund und Land, so konnte die Diözese Speyer früher als geplant in die Sanierung einsteigen. Sie begann 2000 und steht wie berichtet vor dem Abschluss, freut sich der Pfarrer und weist auf die Unterstützung des Kirchenbauvereins und der Stiftung Schlosskirche hin.

Auch die Sanierung der Orgel sei gesichert. Hermann Kast konnte viele Ideen umsetzen: So das Neujahrestreffen der beiden Pfarreien, eine Jahreszeitung und die Neugestaltung des Pfarrbriefes, die Bildung der Jugendmusikgruppe "Regenbogen", der Umbau des Pfarrheimes in Blickweiler, die Verstärkung der Messdienerarbeit und eine Mutter-Kleinkind-Gruppe. Die Übernahme der Gebäudeträgerschaft der beiden Kitas durch die Stadt zählen dazu wie die Ökumene mit Sitzungen und Gottesdiensten, das gemeinsame Sonntags-Einläuten und Hinweisschilder zu den Gottesdiensten am Ortseingang, Exerzitien im Alltag und Bibelkreise. "All dies war nur möglich, weil sehr viele in den Räten, Gruppen, Vereinen, Einrichtungen oder im Sekretariat mich unterstützten", so Kast, der in den Gemeindereferenten Andrea Guckert-Lauer und Joachim Schindler wichtige Helfer hatte. Der Vorstand der Kreuzkapellen-Stiftung gehöre dazu, weiter die beiden Kirchenchöre, Rover, Schola Cantorum sowie Anneliese und Walter Hurth, unermüdliche Helfer bei allen Festen. "Alle kann ich gar nicht nennen, Ex-Landrat Clemens Lindemann aber doch, denn vieles wäre ohne ihn nicht machbar gewesen." Zum Abschied müsse er Pater Adam einige Baustellen hinterlassen.

"In Blickweiler wird zwar die Außenfassade der Kirche samt Dachkandel erneuert, doch die Renovierung des Pfarrheimes wartet dringend, aber St. Barbara ist arm wie eine Kirchenmaus", weiß Kast. "In Schwierigkeiten stecken die Krankenpflegevereine, und Kummer bereitet mir, dass die Kirche junge Leute, ob im Gottesdienst oder als Mitarbeiter, verloren hat." Nach 17 Jahren seiner Priestertätigkeit denkt Hermann Kast gerne ans Bliestal zurück. "In der Landschaft und bei den Menschen habe ich gerne gelebt und gearbeitet, ich werde dies im Ruhestand in Speyer vermissen. Dort will ich erstmal ankommen und Dinge tun, für die bislang keine Zeit war - Malen, ein Buch am Stück lesen, Ausstellungen, Theater, Konzerte besuchen und etwas für die Gesundheit tun. Wir Pfarrer führen ja ein Stundenbuch, meines will ich als Buch zusammenfassen. Langweilig wird es also nicht", so der Pfarrer Kast abschließend.

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Zur PersonHermann Kast ist 1946 in Gengenbach geboren, aufgewachsen in Ettlingen/Karlsruhe. 1963 zog die Familie nach Speyer um. Als 22-Jähriger begann er das Theologiestudium an der Hochschule St. Georgen Frankfurt, 1975 erfolgte die Weihe zum Priester mit Stationen in Frankenthal und Obermoschel sowie als BDKJ-Diözesanseelsorger, ab 1998 als Pfarrer in Blieskastel /Blickweiler. hh

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