Weihnachten zum Anfassen

Zum elften Mal präsentierten die Minoriten-Patres auf dem Blieskasteler Klosterberg eine lebendige Krippe. Zwei Babys wechselten sich als Jesuskind ab. Am zweiten Weihnachtstag kamen 500 Besucher.

Der Nachmittag begann mit einer Andacht sowie der Aufführung des Stückes "Die lebendige Krippe von Greccio" in der Wallfahrtskirche. Unter Leitung von Pater Mateusz hatten Kinder aus Zweibrücken, Lautzkirchen und St. Ingbert das Krippenspiel einstudiert, die Ihl-Musikgruppe begleitete und Andrea Weinmann hatte die Originalerzählung des heiligen Thomas von Celano, dem Biografen des Heiligen Franziskus, bearbeitet und in die Blieskasteler Fassung gebracht. "Lebendige Krippen gewinnen an Beliebtheit, Kinder und Tiere stellen darin das Weihnachtsgeschehen nach. Die Idee stammt vom heiligen Franziskus, der das Weihnachtsevangelium in den Alltag der Menschen transportieren wollte und daher Weihnachten zum Anfassen erfand", erzählte Pater Mateusz.

Der Legende nach hat Franziskus diese Tradition begründet. "Ich möchte das Gedächtnis an jenes Kind begehen, das in Bethlehem geboren wurde und ich möchte die bittere Not, die es schon als kleines Kind erlitt, so greifbar als möglich mit leiblichen Augen schauen", zitierte ihn sein Biograf Thomas Celano. "Die lebendige Krippe wie bei uns im Klosterhof spiegelt einen wichtigen Wesenszug von Franziskus wieder", stellte Pater Mateusz heraus. Nach der Segnung der Kinder ging es zur Krippe auf dem Klosterhof, wo Hühner, Esel und Schafe seit Beginn zum Ensemble gehören. "Dieser Brauch folgt der ursprünglichen Idee von Franziskus", sagt Mateusz, zugleich Wallfahrtsseelsorger des Zentrums "Unserer Lieben Frau mit den Pfeilen". Dieses Jahr wechselten sich zwei Babys als Jesuskind in der Kaschtler Krippe ab. Jüngste war Charlotte, drei Monate jung, Tochter von Eva und Sebastian Hauck und Enkelin von Fredi Brabänder. Zehn Monate ist Matteo Schwarz, von den Eltern Eva und Karsten Schwarz ins Stroh gelegt.

Warme Getränke und Gebäck gab es für die Besuchern kostenlos. Das Näherbringen in das Geheimnis der Weihnacht gefiel auch Anneliese und Otmar Dörr aus Reuschbach/Ramstein und Alice Wigand aus Kirchmohr. "Das Kloster Blieskastel ist im Jahresverlauf immer mal wieder unser Ziel, dazu zählt auch die neue Pilgerrast." Vor Wochenfrist öffnete im Blieskasteler Kloster wie in Rom die Heilige Pforte, sie wird im Heiligen Jahr der katholischen Kirche bis zum 13. November 2016 offen stehen.

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HintergrundDie heilige Franziskus von Assisi ist der Ordensvater, im Jahre 1223 gab es von ihm die erste Krippe mit lebenden Personen im italienischen Greccio. Seine entschlossene Christusnachfolge in Demut und Armut hat viele Menschen angesprochen, damals wie heute. Neben Blieskastel gibt es in Deutschland 14 weitere Klöster der Franziskaner - Minoriten. In Blieskastel wirken die Patres Adam, Mateusz, Rafau, Jozef Lizum, Jozef Matula und Bruder Jakub. hh