Waldorfschule auf stabilen Beinen

Für die Freie Waldorfschule in Bexbach gibt es wieder Licht am Horizont. Die finanzielle Situation scheint sich zu bessern. Auch gibt es wieder eine stabile Geschäftsführung. Nun müssen noch die Abläufe in der Verwaltung gestrafft werden.

Die Freie Waldorfschule in Bexbach hat sich nach einer schweren finanziellen Krise im vergangenen Jahr wieder stabilisiert. Das berichtete Vorstandsmitglied Susanne Arnold bei einer Mitgliederversammlung des Schulvereins in Bexbach (wir berichteten). Vor über einem Jahr war die Schule in eine schwere Krise geraten, nachdem Fälle erheblichen Missmanagements durch die frühere Geschäftsführung bekannt wurden. Dabei ging es unter anderem um nicht bezahlte Sozialbeiträge aus mehreren Jahren, ausstehende Steuerzahlungen sowie die Frage, ob möglicherweise Förderungsbeträge zurückgezahlt werden mussten. Auch waren für mehrere Jahre keine Jahresabschlüsse erstellt worden. In diesem Zusammenhang hat die Schule gegen den früheren Geschäftsführer auch Klage erhoben. Die Schule musste in diesem Zusammenhang im vergangenen Jahr einen Konsolidierungsprozess durchlaufen. Verhandlungen mit den Finanzbehörden mussten ebenso geführt werden wie mit der Sozialversicherung und dem Ministerium. Doch nun gab es auf der Mitgliederversammlung Entwarnung. Die Schule stehe wieder auf einem stabilen Fundament berichteten Arnold und Wirtschaftsprüfer Nils Nünke, der die Schule beratend in der Sanierung unterstützt. Finanziell sei die Schule durch Kredite des Bunds der Waldorfschulen sowie der Software AG Stiftung unterstützt worden, sagt Arnold. Die Stiftung hat angekündigt, ihren Kredit von rund 50 000 mittelfristig in eine Schenkung umzuwandeln. Damit solle der Prozess der pädagogisch konzeptionellen Weiterentwicklung gestützt werden, sagt Sebastian Bauer, Projektleiter der Stiftung. Auch die Verhandlungen mit dem Finanzamt seien sehr zu Gunsten der Schule geführt worden, sagt Nünke, die Gespräche mit der Sozialversicherung seien auf einem guten Weg.

Auch die Verwaltung soll nun stabilisiert werden, sagt Arnold. Mit Karin Schneider hat am 1. Juli eine neue Geschäftsführerin angefangen, die bereits umfassende Erfahrung in Waldorfschulen gesammelt hat. Zuletzt war sie in einer heilpädagogischen Einrichtung in Dortmund tätig. Zwar gibt es noch immer Probleme in den Abläufen der Buchhaltung - Elternbeiträge werden nicht rechtzeitig eingezogen, nicht bezahlte Beiträge zögerlich eingetrieben -, doch Rechtsanwalt Peter Staab, der die Schule rechtlich unterstützt, hat betont, dass jetzt mit einem Mahnwesen sichergestellt wird, dass der Schule hier kein Geld verloren geht.

Der Haushaltsplan für 2015 sieht zwar noch ein Minus von rund 250 000 Euro vor, doch der Plan sei sehr vorsichtig aufgestellt, sagt Nünke. Bei einer besseren Schülerauslastung sollte der Verlust gegen Null gehen. Außerdem habe der Förderverein der Schule die Mittel, die Verluste auszugleichen. In Wartestellung müssen allerdings weiterhin die Eltern bleiben, die die Schule mit Krediten in Höhe von 1,7 Millionen Euro unterstützt hatten. Auszahlungen wurden im Rahmen des Konsolidierungsprozesses eingefroren - eine Entscheidung, die die Eltern mitgetragen hatten. Derzeit werden nur die Zinsen ausgezahlt.