Goldener Sommer bei uns zuhause

Wer nur über die Autobahn hetzt, rauscht mit verschlossenen Augen durch ein kleines Paradies: Zwischen Limbach und Niederbexbach taucht dieser Tage die Sonne die Natur in ein wundervolles Licht.

Ein Motiv wie aus der Glanzzeit der Romantik: Sommerliche Postkarten-Idylle vor Niederbexbach.

Ein bisschen sieht es aus, als wenn die Szene um mehr als zweihundert Jahre aus der Zeit gefallen wäre: Strohrollen liegen auf dem gemähten Feld, drüber kreisen Krähen und Elstern im Abendwind, im Hintergrund leuchtet malerisch und weiß ein Kirchturm, ein bisschen weniger weit weg sieht man zwei Reiter. Mitten im Jahr 2015? So wirkt es an lauen Sommerabenden zwischen Limbach und Niederbexbach nicht wirklich. Man fühlt sich eher durch die Zeit in eine Landschaft William Turners (1775 - 1851), des Großmeisters der Romantik, versetzt. Alles wirkt, wie in Turners Bildern, von Licht durchflutet, ist ein bisschen vergoldet.

Dabei liegt die Zivilisation der Neuzeit auf dem Weg zwischen Limbach und Niederbexbach hörbar und sichtbar ganz nah. Vorbei am Sportheim der Palatia Limbach geht es unter der Autobahn-Brücke der A6 hindurch und am Flusslauf der Blies entlang. Das Brückenbauwerk ist mächtig in Beton - in der Tat nicht wirklich sehr romantisch. Doch hinter ihr öffnet sich dann weites Feld und Land. Über einen von vielen gerne gegangenen Pfad geht es in Richtung Niederbexbach, immer am Flusslauf der Blies entlang. Nach einigen hundert Metern kreuzt dann ein befestigter Weg, rechts geht es weiter, in Richtung Siedlung, direkt auf die Bliesbrücke, mit einem wunderbaren Blick auf den Fluss.

Zwischen Autobahn und den ersten Häusern bieten sich, gerade im Sommer und gerade wenn ein paar Wolken den Himmel durchziehen, wunderbare Bilder. Was am Wegesrand von der Ernte stehen geblieben ist, zeichnet vor einem wolken- und sonnendurchfluteten Himmel wunderbare Strukturen in die Welt. Wege in die Felder hinein verwandeln sich in Postkarten-Motive. Und gerade in Niederbexbach: immer wieder Pferde, die gemütlich in der Sonne grasen. William Turner , so er zu Lebzeiten das Saarland besucht hätte, hätte an diesen Motiven wohl seine Freude gehabt.

Dass diese Strecke bei den Menschen beliebt ist, das beweist jeder Tag: Immer wieder kommen einem auf dem kurzen Spaziergang zwischen den beiden Dörfern Menschen entgegen, auf Pferden, mit Hunden oder einfach nur so auf der Suche nach ein bisschen Entspannung nach einem vielleicht arbeitsreichen Tag. Und eine Stunde zwischen Limbach und Niederbexbach kann da echte Wunder wirken - mit ein bisschen Turner'scher Romantik und viel Raum, um den Sommer zu genießen.