Kurz überlegt, dann angetreten

Die Feuerwehr hat einen neuen Löschbezirksführer in Bexbach-Mitte. Doch bis es zur Wahl von Jürgen Lapre gekommen ist, musste Hürden genommen werden. Jetzt gilt es, Geschlossenheit zu demonstrieren.

Als der bisherige stellvertretende Löschbezirksführer Jürgen Lapre am Samstag bei der Jahreshauptversammlung des Löschbezirks Bexbach-Mitte Platz nahm, da ahnte er wohl noch nicht, dass er am Ende als neuer Löschbezirksführer wieder aufstehen würde. In der Tat: Die Wahl des Nachfolgers von Frank Anschütz an der Spitze der Feuerwehrleute von Bexbach-Mitte gestaltete sich zuerst etwas holprig, dann denkbar knapp. Denn ursprünglich hatte sich Christian Veith dazu bereit erklärt, als Anschütz' Nachfolger zur Wahl anzutreten. Der wollte beruflich bedingt seinen Posten aufgeben. Als zweiter Kandidat kam noch Dennis Didion dazu. Der allerdings brachte eine für den Posten des Löschbezirksführers wichtige Qualifikation nicht mit - so stellte es die Wahlleitung um den ersten Beigeordneten Wolfgang Imbsweiler fest. Aus dem Kreis der Feuerwehrleute war dann der Vorschlag zu hören, der bisherige stellvertretende Löschbezirksführer Jürgen Lapre solle zur Wahl antreten. Lapre überlegte kurz, trat an und hatte mit 25 zu 24 Stimmen denkbar knapp gegen Veith das bessere Ende für sich.

Als es in der Folge um die Wahl des stellvertretenden Löschbezirksführers ging, schlug Lapre als seinen eigenen Nachfolger eben den unterlegenen Veith vor. Der wurde ohne Gegenkandidaten von einer großen Zahl der Feuerwehrleute gewählt. Damit heißt das neue Führungsduo des Löschbezirks Bexbach-Mitte Jürgen Lapre als Löschbezirksführer und Christian Veith als sein Stellvertreter.

Diese etwas "unrunde" Wahl ließ Kreisbrandinspekteur Uwe Wagner in Richtung der Wehrleute nicht unkommentiert. "Man hat ja gemerkt, dass die Luft zwar nicht gebrannt hat, aber kurz vorm Entzünden war. Es ist jetzt aus der Situation heraus die beste Lösung gefunden worden." Nun gelte es, die neue Führung geschlossen zu unterstützen, "denn noch nie hat ein Löschbezirksführer oder sein Stellvertreter ein Feuer alleine gelöscht. Es geht nur gemeinsam. Schaut, dass es keine Lagerbildung gibt, nur als geschlossener Löschbezirk steht ihr in Zukunft für den Schutz der Bürger gerade."

Ob tatsächlich die Gefahr einer Lagerbildung besteht, dass können nur die Feuerwehrleute selbst beantworten. Das neue Führungsduo selbst zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung Seite an Seite. "Ich finde die Lösung, die wir jetzt gefunden haben, sehr gut", war sich Lapre sicher, "deswegen habe ich Christian Veith auch als meinen Stellvertreter vorgeschlagen. Ich sehe mich jetzt auch nicht als Chef. Ich sehe uns als Team. Und die Lagerbildung muss jetzt von uns beiden so schnell wie möglich beiseite geräumt werden. Es geht einzig um den Löschbezirk." Auch Christian Veith zeigte sich mit dem Ausgang versöhnt, "es hat mich sehr gefreut, dass Jürgen Lapre mich als Stellvertreter vorgeschlagen hat. Wir kommen sehr gut miteinander aus und das wird klappen." Vor allem der bisherige Löschbezirksführer Frank Anschütz wird das gerne hören. "Das Problem einer drohenden Spaltung des Löschbezirks konnte man gar nicht besser lösen."

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Zur PersonJürgen Lapre, als Nachfolger von Frank Anschütz der neue Löschbezirksführer von Bexbach-Mitte, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Hauptberuflich ist der 47-jährige Gas- und Wassermeister bei den Stadtwerken Bexbach . In der Feuerwehr aktiv ist Lapre seit 1978, zuletzt hatte er das Amt des stellvertretenden Löschbezirksführer von Bexbach-Mitte inne. Sein Stellvertreter Christian Veith ist 40 Jahre alt, ledig und als gelernter Bürokaufmann Inhaber des Bexbacher Sicherheitsdienstes. Veith ist sei 30 Jahren Mitglied in der Feuerwehr. thw