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Versrogung mit FFP2-Masken im Kreis Neunkirchen läuft problemlos

Maskenausgabe im Kreis Neunkirchen : Aufklären, beraten und auch mal vertrösten

Versorgung mit kostenlosen FFP2-Masken für Risikopatienten läuft im Landkreis inzwischen problemlos – Solidarmodell in Wiebelskirchen und Ottweiler funktionierte nur bedingt.

. Alles im grünen Bereich. Das melden die von uns befragten Apotheken im Landkreis bezüglich der noch bis 6. Januar laufenden Ausgabe kostenloser FFP2-Masken. Was sich allerdings anfangs noch etwas anders darstellte. Kaum hatte Gesundheitsminister Jens Spahn in den Medien verkündet, dass an Risikopatienten und alle Bürger ab dem 60. Lebensjahr kostenlos Masken ausgegeben werden, liefen in vielen Apotheken die Leitungen heiß. So auch in der Marien-Apotheke in Eppelborn. „Das war personell sehr aufwändig“, meint Inhaber Leonhard Wild rückblickend. „Das Telefon stand nicht mehr still.“ Damit nicht genug, kamen auch viele Leute sofort in die Apotheke, um sich ihre Masken abzuholen. „Da mussten wir erst mal Aufklärungsarbeit leisten“, sprich, immer wieder nett vermitteln, dass die Aktion erst am 15. Dezember anlief. „Am Tag selbst standen die Ersten schon kurz vor 8 Uhr vor der Tür.“ Danach ging es zu „wie im Taubenschlag“.

Da waren aber die bestellten Masken noch gar nicht ausgeliefert. „Das Ganze war sehr kurzfristig“, findet Wild. „Erst wurde die Öffentlichkeit informiert, danach die Apotheken.“ Der Zeitpunkt – parallel zum Auftakt des zweiten Lockdows – sei zudem etwas ungünstig gewählt worden. „Die Paketdienste waren völlig überlastet.“ Weshalb man in der Marien-Apotheke erst mal von den eigenen Beständen zehrte, „die wir für den Herbst eingekauft hatten“. So brauchte man niemanden ohne die drei Gratis-Masken nach Hause zu schicken. Genutzt wurde das Angebot vor allem von Stammkunden, aber auch von Fremden. „Wer weiß, wo die noch überall hingehen“, lacht Apotheker Wild. Und nein, ein Problem habe er damit nicht.

„Wir haben die Masken selbst besorgt und dann nachbestellt“, teilt Thomas Lubina, Inhaber der Fontane-Apotheke in Schiffweiler, mit. Momentan verfüge man noch über ausreichend Reserven. Jeder, der bezugsberechtigt sei, erhält ganz regulär seine drei Masken. Keine Selbstverständlichkeit! In Wiebelskirchen etwa wurde in der Kepler-Apotheke zunächst jeweils nur ein Exemplar des speziellen Mund-Nasen-Schutzes ausgehändigt. Das jedenfalls war die Information von Pia Dörr, in deren nahe gelegenen Glückauf-Apotheke aufgrund dessen mehr Andrang herrschte als nötig. Zum Glück habe man die Masken „von Anfang an bevorratet“, weshalb alles „gut klappte“. Mehrere tausend Stück sind seit dem 15. Dezember über die Ladentheke gegangen, nicht wenig für eine „kleine Landapotheke“ wie ihre, so Pia Dörr. Wer nicht zu den Stammkunden zählt, muss einen Ausweis vorlegen. „Viele sehen heute jünger aus als 60 Jahre“, man verschätzt sich da schnell.

„Das tut mir leid für die Kollegin“, betont Manuel Meissner, Inhaber sowohl besagter Kepler-Apotheke als auch der Schloss-Apotheke in Ottweiler. Tatsächlich standen er und seine beiden Teams Mitte Dezember vor dem Problem, dass die Menge der bevorrateten FFP2-Masken „mit Sicherheit nicht reicht“. Also galt es sich zwischen zwei Varianten zu entscheiden: Wer zuerst kommt, malt zuerst oder halt rationieren. „Ich wollte nicht diejenigen benachteiligen, die länger brauchen, um ihre Masken abzuholen.“ Aber wirklich entscheiden ließ man es die Kunden: Wer partout wollte, erhielt den Dreierpack. Wer sich aber solidarisch zeigte, bekam einen Gutschein für den Dreierpack, einlösbar ab Januar, plus eine Maske „als Dankeschön“ geschenkt. „Die Resonanz war überwältigend“, so Meissner. Schätzungsweise 90 Prozent entschieden sich für die Gratis-Maske und den Gutschein. Was sich jetzt natürlich etwas relativiert: Er habe nicht gewusst, dass viele Kunden zur Konkurrenz gingen, um so doch noch an die drei Masken zu kommen.

Regulär verkauft werden die FFP2-Masken natürlich nach wie vor. „Die Nachfrage hat zugenommen“, informiert der Fachapotheker. „Das Bewusstsein ist gewachsen.“ Was die Qualität der Spezialmasken anbelangt, habe man auch dazu gelernt. Bei der ersten Charge im Oktoberwaren handelte es sich noch um KN95-Masken. „Da haben wir nachgeschaut, wie die Qualität ist“, sprich, die Maske aufgeschnitten und überprüft, dass mehrere Flies-Schichten mit gleichmäßiger Struktur („das sieht man, wenn man sie gegen das Licht hält“) verarbeitet sind. Es hatte alles seine Ordnung, „die Masken haben wir dann auch ausgehängt, so konnte sich jeder davon überzeugen“. Seitdem wurden ausschließlich in Europa nach der EN 149 geprüfte und zugelassene FFP-Masken geordert, erkenntlich am CE-Zeichen und einer vierstelligen Nummer. „Da sparen wir uns die Diskussion und sind aus der Verantwortung raus.“