1. Saarland
  2. Neunkirchen

Kolumne zum jahreswechseln aus Neunkirchen

Unsere Woche : Ohne Remmidemmi geht auch

Von den Vorteilen eines ruhigen Jahreswechsels.

Gerade in jungen Jahren geht so ein Jahreswechsel ja meist mit großer Party einher. Da wird im Asti-Spumante- und Gespritze-Rausch gefeiert, getanzt, geshakert und um Mitternacht ein Großteil des Taschengeldes in die Luft gefeuert. Irgendwann wird dann aus dem süffig-süßen Asti eher trockener Crémant, und statt sich mit Cola-Bier ein beachtliches Sodbrennen anzuzwitschern, genießt man lieber ein Glas Rotwein und schaut um Mitternacht Jugendlichen dabei zu, wie sie einen Großteil ihres Taschengeldes in die Luft feuern. Die Zeiten ändern sich nun mal. Im abgelaufenen Jahr hat sich vieles verändert. Von heute auf morgen. Und irgendwie hat man sich nach dem Ende dieses Jahres gesehnt. Endlich einen Strich unter 2020 machen. Klar, so einfach ist es nicht. Die Pandemie richtet sich nicht nach einem Datum und so sind wir in ein Jahr gerutscht, das wir zwar mit viel Hoffnung bepacken, in dem sich aber zunächst nicht viel ändern wird.

Immerhin verlief der Jahreswechsel in diesem Jahr so ruhig und besonnen ab, wie ewig nicht. Wo sonst Brände aller Art, Schlägereien und Verletzungen durch Feuerwerkskörper die Regel sind, blieb all dies die Ausnahme. Kaum was zu tun für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste. Auch Tierbesitzer konnten der Silvesternacht weitaus entspannter entgegen blicken, als das sonst der Fall ist. Sicher, es wurden Raketen und Böller abgefeuert; war ja auch nicht verboten. Aber es war nichts im Vergleich zu dem sonst Üblichen. Hunde und Katzen hat das gefreut. Ihre Besitzer auch. So ist dieser gelassene Jahreswechsel ja vielleicht etwas, das bleibt, von einem ansonsten verkorksten Jahr: Ohne Remmidemmi ins neue Jahr starten. Mit der Hoffnung, das alles gut wird. Das hat doch auch was.