Kampf dem Straßenlärm

In seiner Sitzung befasste sich der Ottweiler Stadtrat mit dem Lärmaktionsplan. Geschwindigkeitsbegrenzungen und besonderer Asphalt könnten den Lärm – betroffen sind besonders die Anlieger der B 41 – mindern. Nun ist der LfS am Zug.

Im Vergleich zu größeren Städten hat es Ottweiler in Sachen Straßenlärm noch vergleichsweise gut. Die Zahl der von hohen Dezibelpegeln betroffenen Anliegern ist überschaubar. Aber auch in Ottweiler gibt es einige neuralgische Stellen, allen voran an der B 41 (Kohlwaldstraße, Martin-Luther-Straße und Bliesstraße), aber auch an der B 420 (Saarbrücker Straße) und L 124 (Saarbrücker Straße). Das zeigt die aktuelle Analyse des schalltechnischen Beratungsbüros Bosen, das für die Stadt Ottweiler eine Analyse im Rahmen der europäischen Lärmaktionsplanung entwickelt.

Die EU-Umgebungslärmrichtlinie stammt aus dem Jahr 2002. Die Planung ist mehrstufig, um krankmachenden Lärm festzustellen und Gegenmaßnahmen auf den Weg zu bringen. In dem Verfahren hatte Ottweiler schon 2008 einen ersten Lärmaktionsplan vorgelegt. Damals wurden zunächst die großen Verkehrsadern untersucht. Und schon da gab es Vorschläge, um den Lärm entlang der vielbefahrenen B 41 in den Griff zu bekommen. In seiner jüngsten Sitzung hatte der Ottweiler Stadtrat jetzt die zweite Stufe des Procederes auf der Tagesordnung.

Die Analyse weist aus, wie viele Menschen von hoher Lärmbelastung betroffen sind und unterscheidet, wo kurzfristiger, mittelfristiger und langfristiger Handlungsbedarf besteht. Es ist wenig verwunderlich: An der B 41 leben Menschen mit Lärmpegeln, die gesundheitlich sehr bedenklich sind. Die Studie weist bei den Tagesgeräuschpegeln 30 und bei den Nachtpegeln 40 Betroffene aus.

Ein ausgeprägter "Hotspot" - viele Menschen wohnen an einem sehr lauten Straßenabschnitt - befindet sich an der B 41 südlich der Kreuzung zur Saarbrücker Straße. Weitere Hotspots sieht die Analyse an der B 41 entlang der "Krummen Kehr", im Kreuzungsbereich zur Schlossstraße und am Ortsausgang Richtung Neunkirchen.

An der Saarbrücker Straße, B 420 und L 124, haben die Experten keine so gravierende Lärmbelastung gefunden, die rasches Handeln notwendig macht. Allerdings kommen Anwohner dieser Straßen ins Spiel, wenn es um den mittelfristigen Bedarf an Lärmminderung geht. Auch dort gibt es besagte Hotspots.

Um den Lärm zu reduzieren, schlagen die Experten Geschwindigkeitsbegrenzungen und Asphaltdecken vor, die lärmmindernd wirken sollen. Zuständig ist bei den angesprochenen Straßen der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS). Die Ratsmitglieder haben der zweiten Stufe des Lärmaktionsplanes zugestimmt und an den LfS appelliert, die vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen. Klaus Gerhardt, CDU : "Wir stimmen natürlich zu, aber wir müssen leider feststellen, dass der LfS bis heute nichts gemacht hat." Es gelte, das Verkehrsministerium einzuschalten, damit etwas in Bewegung komme.

Hennig Burger, Grüne, erinnerte in diesem Zusammenhang an die Haushaltssituation des Landes. Zudem mangele es beim Landesbetrieb an Ingenieuren.