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Weihnachts-Erinnerungen
Und wo ist die „Banane“?

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Mit Lebenszeit in Baden und Berlin, Hessen und jetzt im Saarland sind mir schon sowohl das Christkind als auch der Weihnachtsmann begegnet. Beide himmlischen Boten bringen Geschenke. Auf beide Besucher heißt es geduldig warten. Am Morgen des 24. Dezember also Zimmer aufräumen, Instrumente stimmen, Baum schmücken und Krippe aufstellen. Mit der Krippe haben wir angefangen, als das erste Kind kam. Mit dem ganz Grundsätzlichen: Stall, Maria, Josef, Krippe und Jesuskind. Das zweite Kind kam. Es folgten Ochs und Esel. Später Hirte, Schafe, Engel, die drei Könige mit Kamelen, Palmen und der Stern über der Krippe. Inzwischen gleicht unsere Krippe eher der Arche Noah: Jedes Tier findet hier Platz: Hasen und Hühner, Rentier, Bär oder Elefant.

Die Figuren sind massiv aus Holz. Unser Jesuskind gleicht dennoch eher einem zarten Geschöpf. Knapp 60 gebogene Millimeter, lässt sich prima schaukeln. Arme und Beine wurden wohl in die Windel eingeschlagen, zumindest sieht man sie nicht. Ein angedeutetes Gesichtchen, Köpfchen mit gelber Farbe bestrichen. Einen Spitznamen hatte das Jesuskind schnell weg. Die Kinder nannten es „Banane“. Daran hat ihr Erwachsenwerden nichts geändert. Das Kleine droht leicht verloren zu gehen. Jedenfalls beginnt jedes Jahr am 24. Dezember von neuem die Suche nach dem Geburtstagskind. Da vergeht das Warten schnell. Die Zeit kann knapp werden. Kaum vorstellbar: Die Christmette ist vorbei, der Baum erstrahlt, und die Krippe bleibt leer. Doch irgendwann dringt ein Schrei durchs Haus: Ich hab’ die „Banane“ gefunden!