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Musikunterricht
Der richtige Rhythmus für die Pflege

Auch der regelmäßige Musik-Unterricht gehört zur Ausbildung in der Heilerziehungspflege.
Auch der regelmäßige Musik-Unterricht gehört zur Ausbildung in der Heilerziehungspflege. FOTO: Schwesternverband / Kettenbaum
Kreis Neunkirchen. Auf dem Stundenplan der Heilerziehungspfleger beim Schwesternverband steht auch die musikalische Ausbildung.

Für die Schüler der Heilerziehungspflege in der Akademie des Schwesternverbandes stehen normalerweise Fächer wie Pflege, Medizin oder Pädagogik auf dem Stundenplan. Doch zur Ausbildung gehört noch mehr: zum Beispiel kreative Unterrichtsfächer wie Musik. So heißt es jetzt in einer Pressemitteilung des Verbandes.


Innerhalb der zweijährigen Fachschulausbildung sind es insgesamt 80 Stunden Musik-Unterricht. Auf dem Lehrplan stehen allgemeine Musiklehre und -geschichte. Daneben auch praktische Ausbildungsinhalte wie das Spielen diverser Instrumente, gemeinsames Singen und die Anwendung von musiktherapeutischen Maßnahmen für die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen.

Im Dezember wird passend zur Jahreszeit das Thema Weihnachtslieder behandelt. Die Liedauswahl orientiert sich immer an der entsprechenden Jahreszeit. Bevor gesungen wird, geht es um das Erkennen verschiedener Musikparameter wie Noten, Intervalle und Takte. Damit soll das vorher gelernte theoretische Wissen direkt praktisch angewendet werden. „Wer kann mir sagen, was die erste Note ist?“, fragt Musik-Dozent Manfred Schmitt die Schüler zum ersten Text „Alle Jahre wieder“.



Neben dem Lernen der Ausbildungsinhalte steht Spaß an der Musik im Vordergrund. Musiklehrer Manfred Schmitt begleitet den Gesang auf seinem Keyboard. Er ist seit 17 Jahren Dozent für Musik und leitet zusätzlich die Musiktherapie im Haus Hubwald, einer Einrichtung des Schwesternverbandes für Menschen mit Behinderungen.

Ihren Gesang sollen die Schüler musikalisch durch Instrumente begleiten. Rasseln, Vibra-Slap, Tamburin oder Handtrommel. Schmitt teilt es so auf, dass jeder Schüler ein Instrument bekommt. „Jeder spielt erst mal das, was er denkt“, fordert er die Klasse auf. Zu Beginn sollen die Schüler selbstständig erkennen, wann und in welchen Abständen das Instrument bei verschiedenen Liedern zum Einsatz kommt. Ein gewisses Gespür und musikalische Begabung sind hier vorteilhafte Kompetenzen.

Zu jedem Weihnachtslied „Oh Tannenbaum“ oder „Jingle Bells“ werden Instrumente dazu genommen und dafür andere weggelassen. Lernen sollen die Azubis auch die praktische Anwendung für ihren Berufsalltag und den Einsatz musiktherapeutischer Maßnahmen in ihrer Ausbildungsstelle. „Stellt euch vor, ihr habt vier oder fünf Bewohner, mit denen ihr die Lieder singen wollt und auch die Instrumente sollen zum Einsatz kommen. Was müsst ihr beachten?“, fragt Schmitt.

„Jeder Bewohner sollte in seinen Fähigkeiten gefördert werden“, erklärt eine Schülerin. „Auf die motorischen Fähigkeiten der Bewohner eingehen und ihnen die Instrumente geben, mit denen sie mitmachen können“, ergänzt eine andere Schülerin. Bewohner mit Behinderungen können sich gegenseitig verletzen oder mit den Instrumenten um sich werfen. Daher sei es umso wichtiger, dem Bewohner ein geeignetes Instrument zu geben. Die Auszubildenden sollen auf ihre späteren Jobs in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, Tagesförderstätten, Wohnheimen oder ambulanten Fachdiensten ausgebildet werden. Heilerziehungspfleger können als Fachkräfte sowohl in der Pflege als auch in der Betreuung eingesetzt werden. Die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger beginnt in der Akademie jährlich zum 1. September und dauert vier Jahre.