Gute Stimmung auf der Neunkircher Wiesn

Gute Stimmung auf der Neunkircher Wiesn

Oktoberfest in Neunkirchen: Auf den Bänken stehend, die meisten Besucher in Dirndln und Lederhosen, wurde mitgesungen, gelacht und auf Ansage gemeinschaftlich angestoßen. Das Zelt war kleiner als in den Vorjahren.

"You're the one that I want", rocken rollten die Partyteufel auf der Bühne in schönster "Grease"-Manier. Das ganze Festzelt stimmte launig "uhhh, uhhh, uhhhh" ein - das klang am Freitagabend nicht nur ein bisschen nach guter Stimmung, sondern die gab es definitiv. Auch am Samstag als zweitem Tag des Festes. Blau-weiß feiern kann man also auch abseits des Stummplatzes am Fuße der Gebläsehalle. Dorthin, auf den Parkplatz an den Hochöfen, hatten die Kreisstadt Neunkirchen gemeinsam mit dem Verkehrsverein Neunkirchen und Festzeltwirt Armin Reichelt das bayrisch inspirierte Fest verpflanzt. Dass zur Eröffnung des Neunkircher Oktoberfestes höchstens die Hälfte der 850 Plätze belegt waren, sei "schade", meinten Sabine und Walther Schmidt, die es von Schiffweiler nicht allzu weit hatten. "Die renommierten Feste waren alle schon", da muss es nicht wundern, wenn sich hier und da etwas "Oktoberfestmüdigkeit" einschleicht, analysierte das Paar. Ein bisschen kalt sei es im Zelt. Schmidt war froh, sich für die Lodenjacke entschieden zu haben. "Wir testen gleich mal die Cocktailbar, das hilft auch", lachte seine Frau. Anders als der Süßwarenwagen vorm Zelt, dessen Popcorn- und Mandel-Verkäuferin auf verlorenem Posten kämpfte, war die als rustikale Almhütte verkleidete Bar praktischer Weise indoor angesiedelt.

Nicht weit vom Ausschank hatten Carina Maßing und Jasmin Humbs Platz genommen - zwei "alte" Oktoberfesthasen. "Wir kommen seit sechs oder sieben Jahren her." Leider wird es "von Jahr zu Jahr weniger", bedauerte Carina. Kein Vergleich mit dem "tollen" Oktoberfest in Merchweiler vor zwei Wochen. Ihre Freundin trauert der Kombination verkaufsoffener Sonntag plus Oktoberfest hinterher. Viel Lob gab es von den beiden Neunkircherinnen dafür für die siebenköpfige Band, die ihren Titeln "Beste Coverband Deutschlands 2011" und "Beste Partyband Deutschlands 2013" alle Ehre machten: "Die sind gut. Nein, sehr gut", meinte Jasmin und freute sich über den 90er-Jahre Mix, bei dem die Partyteufel so richtig Gas gaben.

In Endlosschleife drehten derweil Brathendl und Grillhaxen ihre Runden in der beheizten Vitrine. Ricarda Jacob vom gleichnamigen Feinkost Caterer aus Lautenbach und ihre Mitarbeiterin sorgten für das leibliche Wohl an diesem Abend, während ein zweites Jacob-Team parallel beim Oktoberfest in Blieskastel rotierte. Auch in St. Wendel wurde dieses Wochenende urbayrisch gefeiert. "Das Land ist übersät mit Festen", so Ricarda Jacob.