Der Schneeleoparden-Effekt

Ein kurzer Dokumentarfilm, eine Foto-Ausstellung und Masken für die Kleinsten: beim Tag des Schneeleoparden im Neunkircher Zoo drehte sich alles um die beiden kleinen Besuchermagneten Anusha und Askar.

Ganz im Zeichen des Schneeleoparden hat am Sonntag der Neunkircher Zoo gestanden. Kinder liefen mit Leopardenmasken umher, Experten gaben Auskunft, selbst treue Zoobesucher waren Teil des Programms. "Wir haben eine spürbare Resonanz auf die Schneeleoparden", sagte Norbert Fritsch. Auch aus diesem Grund hat der Direktor des Neunkircher Zoos den Tag der Schneeleoparden im Vergleich zur ersten Ausgabe im Vorjahr noch einmal ausgebaut. Neu in diesem Jahr waren etwa ein Film zu den ersten Lebensmonaten des Schneeleopardennachwuches Anusha und Askar. Vor allem das Internet-Video-Tagebuch in Kooperation mit dem Nabu Deutschland habe zu einem "ganz klaren Plus" der Besucherzahlen geführt, erklärt der Zoodirektor. Man habe den "Einzugsbereich des Zoos erweitert".

Der Nabu war am Aktionstag, der genau auf den internationalen Schneeleoparden-Tag fiel, mit einem Infostand vor Ort. "Wir bilden das Rahmenprogramm hier", sagte Ortsgruppenvorsteher Stefan Sauer. Auch er freute sich über einen Schneeleoparden-Effekt. In den vergangenen Monaten sei seine Ortsgruppe um einige hundert Mitglieder angewachsen. Die saarlandweite Werbeaktion habe durch die Leoparden nochmal Aufwind erhalten: "Die Leute können sich leichter mit dem Nabu identifizieren."

Auch die beiden Jahreskarten-Inhaberinnen Christel und Nicole Hartmann aus Illingen beteiligten sich an dem Aktions-Tag. Das Mutter-Tochter-Gespann informierte ebenfalls über Schneeleoparden. Tochter Nicole präsentiert stolz einige selbstgeschossene Fotos. "Wir sind totale Fans der Tiere", sagte die Mutter. Sie fände es schade, "wenn es die irgendwann nicht mehr gibt." Die Rentnerin beantwortete auch eine oft gestellte Frage. Sie erklärte, wie man die mittlerweile 13 bis 15 Kilo schweren Kätzchen auseinanderhalten könne. Während Askar eine hellere Stirn habe, gebe es bei Schwester Anusha mehrere durchgehende schwarze Streifen.

Zum Thema:

Auf einen Blick Der Schneeleopard oder Irbis (Panthera uncia) ist eine Großkatze (Pantherinae) der zentralasiatischen Hochgebirge . Man findet ihn vom Himalaya Nepals und Indiens im Süden bis zum Altai- und Sajangebirge Russlands im Norden sowie vom tibetischen Hochland im Osten bis zum Pamir, Hindukusch und Tianshan-Gebirge im Westen. Er sieht einem Leoparden ähnlich, hat aber ein längeres, meist graues Fell, das in der kalten Jahreszeit besonders dick ist. Im Gegensatz zu anderen Großkatzen brüllt der Schneeleopard nie. Durch die relativ kurze Schnauze und den extrem langen Schwanz unterscheidet sich der Schneeleopard auch äußerlich von anderen Großkatzenarten. Der Schneeleopard lebt als Einzelgänger und ernährt sich in erster Linie von mittelgroßen Huftieren sowie Nagetieren des Gebirges. Er bewohnt felsige und zerklüftete Bergregionen in bis zu 6000 Meter Höhe. Obwohl Schutzgebiete eingerichtet wurden, ist der Bestand der Art durch Wilderei und Rückgang der Beutetiere stark gefährdet. Seit 1999 engagiert sich der Nabu für den Schneeleoparden-Schutz. red

Mehr von Saarbrücker Zeitung