Er will kämpfen wie ein Löwe

Der Kreis lud ein, und viele, viele kamen. Sie alle erlebten im Rahmen eines stilvollen Neujahrsempfangs in der Neunkircher Gebläsehalle die Amtseinführung und die erste große öffentliche Rede des neuen Landrats. Sören Meng machte dabei deutlich, dass er einen starken Kreis will, der sich wirkungsvoll um die Menschen kümmert.

. Foyer der Neuen Gebläsehalle. Ein Spalier aus Bergleuten und Schornsteinfegern im Festtagsdress. Mittendrin Sören Meng, der neue Landrat. Das hat Symbolcharakter: der Kreis Neunkirchen und sein Verwaltungschef stehen zwischen der nachwirkenden Montan-Geschichte unseres Landes und Hoffnungen auf eine Zukunft, bei deren Gestaltung eine ordentliche Portion Glück nicht schaden kann.

Sören Meng war beim Schütteln ungezählter Hände nicht allein. Seine Frau Alexandra Karr-Meng und der achtjährige Sohn Lauritz demonstrierten auch am Dienstagabend familiäre Geschlossenheit und machten bei der Begrüßungszeremonie freudig mit.

Dann der offizielle Teil, die Amtseinführung des neuen Chefs der Kreisverwaltung, der im November die Stichwahl mit fast 56 Prozent gewonnen hatte. Karlheinz Müller, der Erste Kreisbeigeordnete, der nach dem Wechsel der bisherigen Landrätin, Cornelia Hoffmann-Bethscheider , an die Spitze des Sparkassenverbandes ein halbes Jahr lang die Führung im Landratsamt übernommen und dabei nach Ansicht vieler einen tadellosen Job gemacht hat, hieß die Gäste willkommen. Er berichtete, dass der neue Landrat der 34. in der rund zweihundertjährigen Geschichte des Kreises sei.

Für die Landesregierung sprach Innenminister Klaus Bouillon . "Sie hätten sich ruhigere Zeiten aussuchen können," meinte er an Meng gewandt und wünschte ihm neben Gesundheit auch Kraft, Gelassenheit und gute Nerven. Angesichts der aktuellen Probleme müssten parteipolitische Diskussionen und Zwietracht zurückstehen. Der Vorsitzende des Landkreistages Saarland, Landrat Patrik Lauer (Saarlouis) arbeitete die Aufgaben der Kreise heraus. "Wir mischen den Kitt für unsere Gesellschaft, für den sozialen Frieden", erklärte er, nannte Kitas, Schulen, Street-Worker, Schulpsychologen und andere Betätigungsfelder der Kreise.

Jürgen Fried , der Oberbürgermeister der Kreisstadt Neunkirchen , kennt Sören Meng aus dessen mehr als fünfjähriger Zeit als Sozialdezernent in seinem Rathaus bestens. Er zeigte sich überzeugt, dass Meng die Menschen in den Mittelpunkt stellen und dabei authentisch bleiben werde. "Bei den Sparanstrengungen des Landrats setzen wir auf festen Willen und Kreativität", fügte er mit Blick auf die Kämpfe um das liebe Geld (Stichwort: Kreisumlage) hinzu.

Schließlich trat Sören Meng selbst ans Mikrofon. "Der Landkreis ist mehr als eine Verwaltungseinheit, unser Landkreis Neunkirchen ist eine lebens- und liebenswerte Region", sagte er. Er sprach auch die Flüchtlingssituation an. Seit 2013 hätten über 1900 Menschen im Kreis eine neue Heimat gefunden. Die Geschehnisse der Silvesternacht in Köln seien "ein Angriff auf unseren Rechtsstaat". Mindestens ebenso deutlich kritisierte er Gerüchte und Hetze in den sozialen Netzwerken und "rechte Rattenfänger, die Stimmung machen". Am Ende seiner Ausführungen nahm Meng das Wappen des Kreises ins Visier und versprach: "Ich werde wie ein Löwe für die Existenz unseres Landkreises kämpfen, werde dafür sorgen, dass die Räder der Wirtschaft nicht stillstehen und dass Kultur und Tourismus wie eine Rose aufblühen."

Zum Gelingen des Abends trugen im Übrigen Markus Müller als Moderator, das von Claudia Wälder-Jene dirigierte Kreisjugendorchester und die Wellesweiler Formation Gospeltrain, geleitet von Nino Deda, kräftig bei.