| 20:12 Uhr

Komödie in Illingen
Wenn Ortsschilder vertauscht werden

Szene auf der Bühne: Der Hausherr Michael Bayer musste sogar für kurze Zeit ruhig gestellt werden, damit die Renovierungsarbeiten endlich durchgeführt werden konnten.
Szene auf der Bühne: Der Hausherr Michael Bayer musste sogar für kurze Zeit ruhig gestellt werden, damit die Renovierungsarbeiten endlich durchgeführt werden konnten. FOTO: Boewen-Dörr
Illingen. Die Mundartbühne Illingen überzeugte mit ihrer neuen Komödie „Alles neu macht der Mai“ in der Illipse.

Die Akteure der Mundartbühne begeisterten in der Illipse mit einer unterhaltsamen Verwechslungskomödie. Regisseurin Sabine Engel hatte bei der Rollenvergabe zu „Alles neu macht der Mai“ das richtige Gespür. Die Rollen passten zu den Darstellern. Die Handlung spielte einen Tag, nachdem die Ortsschilder von Illingen und Merchweiler vertauscht wurden. Damit fingen die Turbulenzen im Drei-Generationen-Haus Bayer schon an. Nicht zuletzt, weil jeder seine eigene Vorstellung von der Rundumerneuerung im Anwesen in der Kapellenstraße 17 in Illingen hatte.


Allen voran wetterte Veronika Bayer, hervorragend gespielt von Brigitte Hoffmann. Sie wünscht sich schon seit Jahren eine Badsanierung; Ehemann Michael Bayer alias Benedikt Schmidt, der sich immer wieder toll in Szene setzte, sah zum Einen nicht die Notwendigkeit. Und obwohl er handwerklich sehr ungeschickt ist, möchte er schließlich alles selber machen. Die verzweifelte Ehefrau bewirbt sich deshalb bei der Heimwerkersendung „Alles neu macht der Mai.“ Unabhängig davon lädt Opa Karl Bayer (verkörpert von Roland Siegler) den Handwerker Jupp Schwarz in der Person von Andreas Hübgen ein. Auch er spielte eine fabelhafte Rolle. Allein der Nachname Schwarz und seine gereimten Mottos, wie beispielsweise „kommt de Maler Jupp ins Haus, fliehe auch die Plättscher raus“ sorgten immer wieder für Lacher. Die Begegnung von Maler Jupp mit der Ehefrau von Karl, Maria Bayer alias Brigitte De Pizzol, die mit ihrer Mimik und ihrer Rolle das Publikum begeisterte, war sehr turbulent. Maria Bayer nahm nämlich an, dass es sich bei dem weiß gekleideten Jupp um den Schönheitschirurgen handelt, der sie liften soll und zeigte ihm freizügig ihren Körper.

Die Tochter des Hauses Sabine Bayer (authentisch gespielt von Caroline Zetzschke) wünschte ebenfalls eine Renovierung und bat deshalb ihre Freundin Katja Schön in Person von Lea Knödgen, konkrete Pläne zu erstellen. Die junge Architektin überzeugte als eine der Nachwuchskünstlerinnen der Mundartbühne ebenso wie Ali Gürüst, gespielt von Johannes Marx, mit einem sehr guten Auftritt. Ali Gürüst ahmte perfekt den Akzent deutsch sprechender Türken und der Handwerker Ivan Ivanowitsch, gespielt von Jörg Zetzsche, den Akzent deutsch sprechender Russen nach. Olaf Handwerker alias Michael Reichert, der bei der Aufführung seine Premiere feierte, und Karin Licht alias Iris Zetzsche kamen als Fernsehredakteure ins Haus, um die Wohnung und die Gewinnerin der Schönheits-OP auf ihre Renovierungsbedürftigkeit hin zu untersuchen.



Witzig immer wieder, wenn die Fernsehleute verwechselt wurden, eine Exhibitionistin im Haus ihr Unwesen trieb und die Handwerker sich bei einem Wettrenovieren duellierten. Das alles wurde dem Hausherrn wohl zuviel oder besser gesagt, er wurde mal für kurze Zeit ruhig gestellt. Letztendlich war er nämlich irgendwann der Überzeugung, er hätte sein Haus im Schlaf renoviert.

Hinter der Bühne agierten Jens Lenhoff und Rita Bick als Souffleusen, Annika Schröder und Brigitte De Pizzol als Maskenbildnerinnen und Michael Reichert als Friseur. Für den Bühnenaufbau und die Technik war Michael Schröder mit seinem Team verantwortlich. Das Bühnenbild beinhaltete dieses Mal zwei Zimmer und einen Flur. Für die Bühnendekoration sorgte Brigitte Baltes.