Im Auftrag der Sicherheit

Eppelborn. "Ich wollte kleineren Kindern helfen", antwortet Steven Bungert auf die Frage, warum er vor zwei Jahren Schülerlotse geworden ist. Der 13-jährige Schüler der Erweiterten Realschule Eppelborn ist im Gespräch eher schüchtern - wenn er morgens vor der Schule mit seiner Kelle am Zebrastreifen steht, müssen sich jedoch Autos und Schüler seinen Anweisungen unterordnen

Eppelborn. "Ich wollte kleineren Kindern helfen", antwortet Steven Bungert auf die Frage, warum er vor zwei Jahren Schülerlotse geworden ist. Der 13-jährige Schüler der Erweiterten Realschule Eppelborn ist im Gespräch eher schüchtern - wenn er morgens vor der Schule mit seiner Kelle am Zebrastreifen steht, müssen sich jedoch Autos und Schüler seinen Anweisungen unterordnen.31 Schülerlotsen gibt es insgesamt an der ERS Eppelborn. Betreut werden sie von Schulleiter Otwin Diehl. Jeden morgen stehen sie an den Zebrastreifen vor dem Eppelborner Hof und an dem Übergang an der Koßmannstraße. Ab 7.40 Uhr helfen sie vor allem den Grundschülern, sicher an ihr Ziel zu kommen. Einmal in der Woche hat auch Steven Dienst, "außer es regnet ganz arg."Jedes Jahr nehmen die Eppelborner Schülerlotsen am Landesentscheid der Verkehrswacht teil - und immer mit vollem Erfolg. Dieses Jahr belegten die drei Teilnehmer der ERS wieder die ersten drei Plätze. An vorderster Stelle: Steven Bungert. Sein gutes Abschneiden beim Fragebogen zu Allgemeinwissen, Verkehrserziehung und Arbeit von Lotsen sicherte ihm den ersten Platz und 150 Euro Preisgeld. Und ein Zugticket nach Hamburg. Dort fand in diesem Jahr der Bundesentscheid der Schülerlotsen statt. "Neben einem Fragebogen mussten wir am zweiten Tag auch Bremsweg und Geschwindigkeit von fahrenden Autos schätzen sowie deren Entfernung zu uns", erzählt Steven Bungert. Und auch bei diesen Aufgaben machte Steven eine gute Figur und wurde mit Platz fünf und weiteren 100 Euro belohnt. Für den Schüler der siebten Klasse ist klar: "Von dem Geld kaufe ich mir ein neues Fahrrad." Neben Skaten und Tischtennis ist Fahrrad fahren sein größtes Hobby. Und natürlich Autos. "Am liebsten würde ich später als Kfz-Mechaniker arbeiten", verrät er seine Zukunftsträume. Gerne hätte er später einen BMW oder einen Mazda, "weil die so schnell sind."Am Zebrastreifen stoppt Steven zu schnelle Autos mit seiner Kelle. In der Regel respektieren die Autofahrer auch die Lotsen. "Nur einmal ist einer einfach durchgefahren und hätte fast ein Kind mitgenommen", erinnert sich Steven. Doch er hat schnell gehandelt und das Kennzeichen aufgeschrieben. "Der hat dann auch eine Anzeige bekommen."Deswegen sei es auch gerade an Zebrastreifen wichtig, Schülerlotsen einzusetzen. "Selbst hier halten Autofahren nicht immer an. Und manche Schüler gehen einfach ohne zu gucken." Um dem vorzubeugen, regelt Steven den Verkehr, hält die Autos mit seiner Kelle in Schach. Er selbst ist fast immer ein vorbildlicher Verkehrsteilnehmer. "Nur wenn ich es ganz eilig habe, gehe ich auch schon mal über eine rote Ampel." "Manche Schüler gehen einfach über die Straße, ohne zu gucken."Steven Bungert