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Informationen aus dem Eppelborner Gemeinderat
Das Sterben wird in Eppelborn ab dem 1. Juli teurer

Eppelborn. Von Solveig Lenz-Engel

In der letzten Sitzung des Eppelborner Gemeinderates vor der Sommerpause wurde nicht nur der Doppelhaushalt 2018/2019 (die SZ berichtete) mit großer Mehrheit verabschiedet. So war auch die neue Friedhofsgebührenordnung der Gemeinde zu beschließen. Ein sensibles Thema, für das eigens die Arbeitsgruppe Friedhöfe Eppelborn eingesetzt worden war, weil sich bei der Beratung des Verwaltungsvorschlages in den Ortsräten und im Ausschuss für Bauen, Wohnen und Umwelt, kontroverse Diskussionen ergeben hatten. Die Kommunalaufsicht fordert von der Kommune bei den Friedhöfen einen Kostendeckungsgrad von 70 Prozent, damit der Haushalt der Gemeinde genehmigt werden kann. Diese Forderung wird mit den neuen, durchweg erhöhten und vom Gemeinderat abgesegneten Gebühren nun erfüllt. Die Satzung tritt zum 1. Juli diesen Jahres in Kraft.


Einge Beispiele der geänderten Gebühren: Ein Urnenstaudengrab (Bepflanzung durch die Gemeinde) kostet nun statt 1070 Euro 1380 Euro, die Pflege für 20 Jahre erhöht sich um 65 Euro auf 485 Euro. Für einen Platz in einer Urnenwand werden nun mit 1780 Euro 300 Euro mehr aufgerufen als bisher. Ein Rasengrab schlägt statt mit 1910 Euro ab Juli mit 2180 Euro zu Buche. Bei der 25-jährigen Liegezeit kommen statt 1765 Euro bald 1975 Euro auf die Angehörigen für die Pflege zu. Urnenbeisetzungen in bestehenden Gräbern verteuern sich von 480 Euro auf 660 Euro. Die Nutzung der Friedhofshalle bleibt bei 100 Euro pro Tag, maximal 300 Euro an mehr als drei Tagen; vorher 400 Euro an mehr als vier Tagen. Von der Verpflichtung zur Kostendeckung von 70 Prozent wird auf Empfehlung der Arbeitsgruppe das Kindergrab ausgenommen. 800 Euro (vorher 750 Euro) werden dafür verlangt, bei Einhaltung des Kostendeckungsgrades wäre man auf 2150 Euro gekommen, was als unverhältnismäßig angesehen worden ist. Ein wenig günstiger wird das Abräumen von Gräbern nach Ende der Liegezeit. Beispielsweise für ein zweistelliges Familiengrab werden nun 231 Euro statt wie bisher 257 Euro abgerechnet.

Der Haupt-, Personal, und Finanzausschuss wurde vom Gemeinderat beauftragt, darüber zu entscheiden, ob sich die Gemeindewerke Eppelborn (GWE) mit einem Anteil von knapp 11 Prozent (entspricht zirka 570 000 Euro) an einem Solarpark im bayrischen Dingolfing beteiligen. Werner Hell als Geschäftsführer der Gemeindewerke Eppelborn ließ den Rat wissen, dass diese Beteiligung eine Rendite von rund fünf Prozent bringe und in Zusammenhang mit der Kooperation Eppelborns mit den Stadtwerken Saarbrücken stehe. Was vor allem Dieter Schmdt als Sprecher von Piraten/Grünen wenig gefiel. Er nannte diese Beteiligung „dubios“. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum sich Eppelborn an einem außersaarländischen Projekt beteilige. Um noch etwas Zeit zum Einholen weiterer Informationen zu gewinnen, beschloss der Gemeinderat den Verweis des Punktes an den Ausschuss. Zur Erinnerung: Die Gemeindewerke Eppelborn vertreiben seit 14 Jahren Strom aus regenerativer Erzeugung. Beteiligungen gibt es an der Wasserversorgung Ostsaar und am Windpark in Freisen. Zudem betreiben die GWE eine eigene PV-Anlage auf dem Rathaus-Dach.



In den nächsten Wochen werden mit Kameras ausgestattete Autos der CycloMedia Deutschland GmbH im Auftrag der energis Netzgesellschaft in Eppelborn und weiteren drei Gemeinden des Versorgungsgebietes befahren und die dort bereits eingesetzten Cycloramas (360-Grad-Panoramabilder) aktualisieren. Ein Energis-Mitarbeiter informierte im Rat, dass in den dabei entstehenden Fotos – es handele sich nicht um Filme – alle Kfz-Kennzeichen und Gesichter automatisch verpixelt werden. Eine Veröffentlichung der Bilder im Internet ist derzeit nicht beabsichtigt. Bei der Befahrung geht es um eine aktuelle Bestandsaufnahme des Straßenbeleuchtungsnetzes. Auch von andern Daten hinsichtlich des Straßen- und Gehwegzustandes, der Lage von Hydranten oder von störenden Bäumen könne man profitieren, so der Energis-Mitarbeiter. Der Datenschutz sei bei diesem Projekt auf jeden Fall gewahrt.