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Rat Eppelborn
Eppelborner Doppelhaushalt ist durch

Land unter in der Eppelborner Dorfmitte: Starkregenfälle hatten zu Hochwasser in der Gemeinde geführt.
Land unter in der Eppelborner Dorfmitte: Starkregenfälle hatten zu Hochwasser in der Gemeinde geführt. FOTO: Frank Recktenwald
Eppelborn. Gemeinderat einigt sich nach zäher Diskussion. Hilfen für die Opfer des Unwetters werden vorbereitet.

In einem Punkt waren sich Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset (SPD) und alle Farben im Eppelborner Gemeinderat am Donnerstagabend von Anfang an einig: Großer Dank gilt allen Helfern, die bei dem Unwetter am 11. März in Eppelborn und mehreren Ortsteilen unermüdlich im Einsatz waren, um den Menschen zu helfen. Wie die SZ berichtete, waren nicht nur sehr viele Geschäfts- und Privatleute von den Überflutungen betroffen, sondern unter anderem auch die Eppelborner Feuerwehr selbst, der Gemeinde-Bauhof und der Sportverein Eppelborn (SVE) mit seinem Platz. Laut Bürgermeisterin sind bislang 103 Schadensmeldungen bei der Verwaltung eingegangen, weitere werden erwartet. „Wir tun alles, damit die Geschädigten unterstützt werden“, so die Bürgermeisterin. Mittlerweile sei auch ein Spendenkonto eingerichtet.


Gute Nachrichten besonders für den SVE: Die CDU-Fraktion mit ihrem Sprecher Dr. Andreas Feld hatte die Verschiebung von 75 000 Euro Haushaltsmitteln zur Wiederherstellung des SVE-Sportplatzes auf der Liste ihrer Änderungsvorschläge und setzte sich auch damit durch. Die Sanierung des Feld- und Radweges zwischen Eiweiler Straße und dem Großwald wird deswegen aus dem Doppelhaushalt für die Jahre 2018/2019 gekippt. Angesichts der Kompliziertheiten eines doppischen Haushaltes, wie ihn alle saarländischen Kommunen zu führen haben, ist es durchaus verständlich, dass sich das Bürger-Interesse an der Haushaltssitzung des Gemeinderates in sehr engen Grenzen hielt. Die Berichterstatterin sichtete zwei Gäste auf den Zuschauerplätzen im Sitzungssaal des Rathauses. Sie erlebten eine Haushalts-Diskussion, geführt vor allem von Andreas Feld und Berthold Schmitt für die CDU, Peter Stein und Karlheinz Müller für die SPD und Dieter Schmidt für Piraten/Grüne, bei der die Verwaltungschefin etwas in die Defensive geriet. Denn viele im Rat interessierte offenkundig weniger beispielsweise das komplexe Verhältnis von Ergebnis- und Finanzhaushalt, für dessen strikte Einhaltung Werner Hell und Astrit Reckner als Finanz-Fachleute im Rathaus warben, sondern, das, was für die Bürger letztlich dabei herauskommt.

Die CDU konnte letztlich alle ihre Änderungswünsche von der Schlauchwaschanlage für die Feuerwehr Eppelborn bis zu Mitteln für die Bürgerhäuser in Habach und Hierscheid durchsetzen. Was die Bürgermeisterin wegen des großen verwaltungstechnischen Aufwandes wenig froh machte. Sie verwies darauf, dass viele der Forderungen der CDU, namentlich für die Feuerwehr, von der Verwaltung in Abstimmung mit den Wehren ohnehin erfüllt würden. Letztlich wurde das Zahlenwerk bei zwei Gegenstimmen von der AfD und einer Enthaltung durchgewunken. Angesichts der Hochwasser-Schäden in der Gemeinde, die mit deren Regulierung nach den Dirminger Überschwemmungen von 2016 bereits Erfahrungen hat, wird ein Nachtrag des eben verabschiedeten Haushaltes wohl recht bald notwendig werden. Denn es werden zusätzliche Investitionen erforderlich, für die auch zusätzliche Mittel für den Etat erwartet werden.



In der letzten Sitzung des Eppelborner Gemeinderates vor der Sommerpause wurden unter anderem auch die neue Friedhofssatzung und weitere Schritte für das Neubaugebiet „Auf Wacken“ in Bubach-Calmesweiler und den Umbau des Landheims Wiesbach beschlossen.