Zoff um Zentrumsmanager: Ein Kümmerer für das Eppelborner Zentrum

Zoff um Zentrumsmanager : Ein Kümmerer für das Eppelborner Zentrum

Gemeinderat beschließt die Ausschreibung für die Position eines Zentrumsmanagers und die Anmietung eines Büros.

Alle wollen immer nur das Beste für ihren Ort.  Davon ist grundsätzlich auszugehen, wenn sich Kommunalpolitiker  in den Gremien treffen, um Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohls zu fällen. So auch in Eppelborn, wo der Rat am Donnerstagabend  in außerordentlicher Sitzung (in den Ferien) tagte, um sich einmal mehr mit den angestrebten Verbesserungen im Ortszentrum  zu beschäftigen. Dem Beobachter wurde es allerdings streckenweise recht schwer gemacht, zu erkennen, dass alle tatsächlich an einem Strang ziehen.

 Wie die SZ  berichtete, wurde die Illtal-Gemeinde im Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen. Nach Einschätzung der Verwaltung um Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset  (SPD) ist zur Umsetzung der Anforderungen ein  Management, das alle Aktivitäten bündelt, die Akteure vernetzt, Projekte anstößt und die Prozesse steuert, erforderlich. Aus diesem Grund soll  das Zentrumsmanagement für vorerst drei Jahre ausgeschrieben und ein Zentrumsbüro angemietet werden. Worüber jetzt erneut im Rat zu entscheiden war, nachdem man das Thema im September vertagt hatte. Aber auch diesmal drohte die Debatte zu zerfasern, unter anderem weil die CDU-Fraktion mit ihrem Sprecher Andreas Feld jetzt zwar grundsätzlich nichts gegen die Ausschreibung des Zentrumsmanagements hatte, aber ausschließlich Fachbüros und nicht Einzelpersonen zum Zuge kommen lassen wollte und in diesem Zusammenhang auch auf das Eppelborner Büro Peko hingewiesen hatte.

Eine „Einzelperson“ und Freiberuflerin ist die Bexbacher Zentrumsmanagerin Dorothee Pirrung, die im Gemeinderat ihre Arbeit im Saarpfalz-Kreis vorstellte. Sie machte deutlich, dass es vor allem darum gehe, die Leute, die im Zentrum leben beziehungsweise Gewerbe treiben, mit ins Boot zu nehmen. „Parteipolitik muss draußen bleiben“, sagte die Regionalentwicklerin. Sie verstehe sich als „Kümmerer“ und Netzwerker in der Kommune.

Während sich die Bürgermeisterin dann an Hand einer detaillierten Bestandsaufnahme in Sachen Zentrum mühte zu zeigen, dass man in der Verwaltung alles andere als untätig gewesen, drehte die CDU den Spieß um: „Mehr als 60 Termine und nichts ist wirklich passiert“, so Andreas Feld. Und auch die Einlassung seitens der Verwaltung, das Ministerium fordere eine offene Ausschreibung beim Zentrumsmanagement, brachte die CDU nicht von ihrer Pro-Büro-Strategie ab.  Das Abstimmungsergebnis (15 Stimmen für die Verwaltungsvorlage, 11 dagegen) lässt  nun die offene Ausschreibung zu. Womit es jetzt natürlich möglich ist, ein kompetentes Büro zu beauftragen, was auch die Bürgermeisterin präferiert. Die Fördergelder betragen für drei Jahre 107.000 Euro (Zentrumsmanagement) uund 23.000 Euro (Büro).

Wie komplex das Finanzierungsgefüge bei Bauvorhaben ist, war in Sachen  Kindertagesstätte Humes in der Sitzung zu verfolgen. Dabei geht es um die Vorplanung (69.000 Euro), an der sich die Gemeinde mit rund 24.000 Euro beteiligt (siehe Seite C 2). Zurzeit ist unklar, wieviel der Vorplanungskosten  das Land bei  der späteren Abrechnung der Baukosten  dann übernimmt. Für den Humeser Ortsvorsteher Edgar Kuhn (SPD) und seinen Ortsrat ist klar, dass „es keine weiteren Verzöderungen“  mehr geben soll. Da wird er ungerne gehört haben, dass Birgit Müller-Closset daran erinnerte, dass es  immer wieder Bauvorhaben gebe, die nie aus der Planungsphase herausgekommen seien.

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