| 20:43 Uhr

Feuerwehr Eppelborn
„Eppelborner Feuerwehr bestens ausgestattet“

Eppelborn. Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset widerspricht nach dem jüngsten Unwetter der Kritik, es mangele an Ausrüstung für die Wehr. Von Michael Beer

Das Unwetter vor  zwei Wochen hat Eppelborn hart getroffen. Und die vielen Helfer, allen voran die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr, vor eine Herausforderung gestellt, die sie bis an die Belastungsgrenze führte. Besonders betroffen waren die Ortsteile Eppelborn, Habach, Humes und Wiesbach. Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset hatte schon kurz nach den immensen Überschwemmungen von einem Schaden gesprochen, der in die Millionen gehen könnte. Die Bestandsaufnahme ist noch nicht vollständig abgeschlossen, aber die Millionen-Grenze ist längst geknackt: Etwa 1,2 Millionen Euro veranschlagt die Verwaltung für Feldwege, Straßen, Wege und Plätze. Brückenbauwerke werden derzeit noch untersucht. Der Schaden auf dem Sportplatz Eppelborn dürfte bei 350 000 Euro liegen. Die Gebäude von Feuerwehr und Baubetriebshof kommen zusammen etwa 110 000 Euro. Den Schaden am Big Eppel untersuchen noch die Gutachter.


Seitens der Eppelborner Wehr gab es neben großem Lob für die Hilfsbereitschaft der Bürger auch Kritik. Es mangele den Wehren der Gemeinden zum Teil an Gummistiefeln  und Regenschutzkleidung. Auch auf die Notwendigkeit eines Einsatzleitwagens machte Feuerwehrsprecher Frank Recktenwald aufmerksam. Das will die Bürgermeisterin der Kommune nicht so stehen lassen. Dass es an grundlegender Ausrüstung fehle, habe zu „Irritationen“ geführt und sei „so nicht richtig“. Müller-Closset: „Die grundlegende Ausrüstung ist bei der Feuerwehr vorhanden und wird jährlich ergänzt beziehungsweise ersetzt. Eine Bedarfsanmeldung von Regenjacken und Gummistiefeln ist in den vergangenen Jahren nicht bei der Gemeinde Eppelborn eingegangen.“

Die Gemeinde erläutert in diesem Zusammenhang, nach Aussage der Eppelborner Wehrführung und Feuerwehrexperten des Landes falle Regenschutzbekleidung nicht unter den Begriff der „standardisierten persönlichen Schutzausrüstung“ der Feuerwehr. Die Anmeldung von Schutzbekleidung erfolge über die jeweiligen Löschbezirksführer durch die Wehrführung an die Verwaltung. Die Wehr habe mit ihrer Schutzkleidung bereits ihren Hochwassereinsatz vor zwei Jahren in Dirmingen gemeistert. Zahlreiche Feuerwehrangehörige der Kommune seien auch zur Unterstützung beim Elbehochwasser 2013 im Einsatz gewesen, greift Müller-Closset zurück. In keinem Fall habe es dabei den Ruf nach Regenschutzbekleidung gegeben.



Birgit Müller-Closset betont: „Als Bürgermeisterin hat es für mich oberste Priorität, dass alle aktiven ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmitglieder eine optimale persönliche Schutzausrüstung haben, die den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Dies ist in der Gemeinde Eppelborn aktuell der Fall.“ In den vergangenen Jahren habe die Verwaltung die Feuerwehrangehörigen aller acht Löschbezirke mit der notwendigen Ausrüstung gut ausgestattet. Die Rathaus-Chefin spricht von 120 000 Euro, die in den Jahren 2015 bis 2017 im Gemeindehaushalt für die persönliche Schutzausrüstung der Wehr bereitstanden. Weitere rund 50 000 Euro stünden für Schutzkleidung im aktuellen Doppelhaushalt. Was den Ruf nach einem Einsatzleitwagen anbelangt, sagt Müller-Closset: „Dieser Einsatzwagen wurde bereits 2017 ausgeschrieben und konnte wegen fehlender Finanzmittel bisher noch nicht angeschafft werden.“ Im Haushalt 2018/19 stehe dieses Fahrzeug erneut auf der Liste. Den freiwilligen Dienst rund um die Uhr schätze sie sehr. Auch bei dem jüngsten Unwetter mit seinen Folgen habe die Wehr „hohe Professionalität“ gezeigt.