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Borussia Neunkirchen - Erstes Training nach Corona-Zwangspause

Fußball-Saarlandliga : Ein – leider– einmaliges Erlebnis

Fußball-Saarlandligist Borussia Neunkirchen führte am letzten Samstag sein erstes Training nach der Corona-Zwangspause durch. Wegen wieder steigender Infektionszahlen sind weitere Übungseinheiten beim Traditionsclub aber derzeit nicht geplant.

Die Laune war prächtig: Am letzten Samstag standen die Spieler von Fußball-Saarlandligist Borussia Neunkirchen erstmals nach über fünf Monaten Zwangspause aufgrund der Corona-Pandemie wieder gemeinsam auf dem Trainingsplatz.

„Ein tolles Gefühl“, fand Borussen Übungsleiter Björn Klos, der es sich nicht nehmen ließ, auch selbst die Schuhe zu schnüren. „Es war schon cool, die Jungs mal wieder zu sehen. Wir haben uns auch bewusst für den Samstag als Termin entschieden, damit jeder Spieler die Möglichkeit hatte, sich den erforderlichen Test zu besorgen. Unter der Woche wäre das nicht bei allen gegangen.“

Vom Fitness-Zustand, in dem sich sein Team bei der lockeren Einheit präsentierte, zeigte sich der 37-Jährige angetan: „Alle haben in etwa den Eindruck gemacht, wie bei der letzten Einheit vor der Unterbrechung im Oktober.“

Virtuelles Zoom-Training und Übungs-Aufgabenstellungen, die es während der Pause gab, scheinen also gefruchtet zu haben. Dazu haben sich die Borussen-Spieler auch alle individuell fit gehalten. „Es hat sich während der Pause niemand gehen lassen“, zog Klos ein zufriedenes Fazit. „Das habe ich aber auch erwartet, weil wir hier ja doch auf einem gewissen Level spielen.“

Die Einheit am letzten Samstag bleibt für Neunkirchen aber vorerst ein einmaliges Trainingserlebnis. Denn aufgrund wieder steigender Infektionszahlen hat der Club entschieden, auf weitere Übungseinheiten des Saarlandliga-Teams vorerst zu verzichten. Die Inzidenz im Kreis Neunkirchen betrug am Freitagnachmittag 179,8. Illingens Bürgermeister Armin König (CDU) hatte am Donnerstag gar gefordert, für den Landkreis Neunkirchen den Lockdown anzuordnen und das Saarlandmodell auszusetzen. „Wir haben keine Wahl. Die Stadt Neunkirchen geht rasant auf 300 zu. Das sind alarmierende Zahlen“, sagte König. Zwar stand die Ampel des Saarland-Modells am Freitagnachmittag noch auf Gelb – das heißt, Teamtraining mit aktuellen Tests blieb bis dahin erlaubt. Aktuell scheint es aber zweifelhaft, dass dieser Zustand noch lange anhält.

So wird vermutlich tatsächlich erst mit dem Vorbereitungsstart für die Spielzeit 2021/22, die in der Saarlandliga am 1. August beginnen soll, wieder der Ball im Ellenfeld rollen. Einen genauen Termin für den Vorbereitungsstart hat Klos noch nicht im Kopf.

„Es wird aber so sein, dass die Dauer der Vorbereitung in Richtung acht Wochen gehen soll“, berichtet der 37-Jährige. „Dann haben wir genug Zeit, um alle nötigen Trainingsbereiche abdecken zu können und wieder Fuß zu fassen und reinzufinden.“

Beim Trainingsstart werden auch die zwei Neuzugänge mit dabei sein. Neben dem schon länger als Zugang feststehenden Quincy Henderson vom rheinland-pfälzischen Verbandsligisten SV Morlautern wechselt mit Joshua Penth ein weiterer Neuzugang ins Ellenfeld.

Der 23-Jährige kommt vom rheinland-pfälzischen Landesligisten TSC Zweibrücken und ist vielseitig in der Defensive einsetzbar. „Joshua kann sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite spielen. Er ist ehrgeizig, hat Biss, Tempo und die nötige Aggressivität in seinen Aktionen. Er wird mit seiner Mentalität in unsere Art, Fußball zu spielen, gut einfügen“, sagt Klos über Penth, der vor seinem Wechsel nach Zweibrücken für den FC Homburg II schon in der Saarlandliga spielte.

Damit sind die Personalplanungen der Hüttenstädter fast abgeschlossen. „Ein Platz für einen Feldspieler ist noch frei“, verrät Klos. „Tommy Bubel aus der A-Jugend des 1. FC Saarbrücken war dafür ein heißer Kandidat, aber er hat sich leider dafür entschieden zum FV Eppelborn in die Oberliga zu wechseln.“

Zudem suchen die Borussen noch einen Torhüter, weil Anas Hafid, der erst im Sommer 2020 vom FC Homburg II gekommen war, sich für einen Wechsel zum FSV Jägersburg entschieden hat. „Sonst bleiben aber alle Spieler“, freut sich Klos.

Deshalb ist sich der 37-Jährige sicher, dass für die neue Spielzeit ein schlagkräftiges Team zur Verfügung steht. „Wir werden eine Mannschaft sein, die in der Lage ist, an der Spitze mitzumischen. Der absolute Top-Favorit auf den Titel ist für mich mit seinen Neuverpflichtungen der SV Auersmacher. Aber alles dahinter wird meiner Meinung nach ziemlich offen sein.“ Zu den „Jägern“ des SV Auersmacher will auch Klos mit der Borussia gehören.