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Ortsrat Wellesweiler tagt zu Baumgräbern und Corona-Tests

Ortsrat : Ortsrat hört gute Neuigkeiten in der Kirche

Stadt will in Wellesweiler Baumgräber anbieten. Und Bürgermeisterin Hensler einen Friedhofsdialog in Gang bringen.

In beeindruckender Mannschaftsstärke war die Verwaltung bei der Ortsratssitzung in der katholischen Kirche Wellesweiler am Mittwoch präsent. Neben Bürgermeisterin Lisa Hensler nahmen fünf Angestellte im lichten Saal der St. Johannes-Kirche Platz. Mit Pfarrer Clemens Kiefer gab sich zudem der Hausherr selbst die Ehre. Seit Februar im Amt, nutzte der neue Seelsorger der Kirchengemeinde St. Josef/St. Johannes die Gelegenheit, sich den Lokalpolitikern vorzustellen. Seit 30 Jahren steht der gebürtige Dillinger, der in Honzrath (Beckingen) aufwuchs, im Dienst des Bistums Trier, 20 Jahre davon in der Pfarrei Idar Oberstein. Neunkirchen soll die letzte berufliche Station des 58-jährigen gelernten Schreiners werden, der hier gern bis zur Rente wirken möchte. Derzeit wohnt Kiefer noch in Heusweiler-Eiweiler, aber ein Umzug ist anvisiert. Schon jetzt freut sich der Pfarrer auf persönliche Begegnungen und eine Führung durch den Ort, sobald das die Lage wieder zulässt. Mit seinem Plan, den Biergartenweg abzuwandern und in jeder Station auf ein frisch gezapftes Helles einzukehren („mal sehn, was passiert“), sicherte sich Kiefer endgültig die Sympathien von Ortsvorsteher Dieter Steinmaier.

Generell haftete dieser Sitzung etwas Positiv-Konstruktives an. Allein dass die Baumgräber – nach zwei missglückten Versuchen in den Jahren 2013 und 2016 – nun endlich Realität werden, dürfte den Ortsrat tüchtig freuen. Handelt es sich doch dabei um eine langjährige Forderung des Gremiums – und vieler Bürger, wie Hensler weiß. Stimmt der Stadtrat zu, können Urnen in Wellesweiler ab 17. Mai oder spätestens ab 1. Juni an dem dann frisch gepflanzten Ahorn beigesetzt werden. Auf dem Zentralfriedhof werden parallel zu diesem Zweck drei Linden und in Wiebelskirchen ein Amberbaum gesetzt, informierte Andreas Bies, Leiter des Friedhofamtes. Wer ganz aktuell eine Urne unter die Erde bringen muss, kann sich im Übrigen Zeit lassen bis Juni. Drei Monate darf man laut dem Gesetzgeber verstreichen lassen, „so lange kann man die bei uns in den Schrank stellen“.

In einem ersten Schritt, quasi versuchsweise, bietet die Stadt in Wellesweiler 24 Baumgrabstellen an. Diese werden im Außenring der im Durchmesser fünf Meter breiten Baumscheibe eingelassen. Noch einmal die gleiche Anzahl steht im Innenring zur Verfügung, diese allerdings ausschließlich für hinterbliebene Angehörige. Als Bodenbelag wird eine 25 Zentimeter dicke Rindenmulch-Schicht aufgebracht. „Auf Wunsch kann man eine Namensplakette an der eigens zentral aufgestellten Granit-Stele anbringen lassen.“ In Wellesweiler gab es 2020 insgesamt 43 Beisetzungen, davon vier im Wiesengrab, sechs Erdbestattungen, zwölf reguläre Urnen, zehn Wiesen-Urnen und elf Reihenwiesengräber. Etwa 1100 Euro soll die Bestattung mit der neuen, 19. Beisetzungsart in Neunkirchen kosten, „zuzüglich 60 bis 100 Euro für die Plakette und Gebühren für die Nutzung der Friedhofshalle“, so Bies. Doch das muss erst noch beschlossen werden.

„Viel Arbeitszeit“ und Herzblut stecke in dem Projekt, betonte Hensler. Ihr ist wichtig, „Orte der Begegnung“ zu schaffen, um „Trauer nicht einzeln verarbeiten zu müssen“. Eingedenk des starken Wandels, der im Friedhofswesen zu beobachten ist, möchte die Bürgermeisterin am Thema dran bleiben und einen „Friedhofsdialog inszenieren“. Dieser soll in Zukunft Betroffene, Bestatter, Geistliche und die Stadt an einen Tisch bringen.

Eingegangen wurde anschließend auf das Bauprogramm im Stadtteil (Bericht folgt). Und noch eine weitere Neuigkeit hatte Lisa Henseler für die Wellesweiler parat: Ab kommende Woche besteht für sie jeden Donnerstag die Möglichkeit zum kostenlosen Covid19-Schnelltest. Immer donnerstags kann man sich von 8.30 bis 16 Uhr ohne Anmeldung auf dem Berthold-Günther-Platz testen lassen. Bei schlechtem Wetter wird in die Sporthalle ausgewichen. In Furpach läuft dieses Zusatzangebot bereits und wird „sehr gut angenommen“, freute sich die Bürgermeisterin. „Dort kamen allein bis 12 Uhr schon 200 Testwillige“.