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Losheim
Losheimer mit Inklusionspreis geehrt

Firmenchef Frank Schäfer (von links) hat von Ministerin Monika Bachmann den Inklusionspreis bekommen, weil er in seiner Firma die Mitarbeiter Marcus Weber, David und Jannik Gleser beschäftigt.
Firmenchef Frank Schäfer (von links) hat von Ministerin Monika Bachmann den Inklusionspreis bekommen, weil er in seiner Firma die Mitarbeiter Marcus Weber, David und Jannik Gleser beschäftigt. FOTO: Sarah Joseph
Losheim. Der Gartenbaubetrieb Frank Schäfer beschäftigt drei Mitarbeiter mit Behinderung.

Der Gartenbaubetrieb Frank Schäfer ist mit dem Inklusionspreis des saarländischen Sozialministeriums ausgezeichnet worden. Dies gab das Ministerium gestern bekannt.


„Ein Arbeitsplatz zählt zu den wichtigsten Bedürfnissen der Menschen. Nicht anders ist es bei Menschen mit einer Behinderung. Mit dem Inklusionspreis werden seit nunmehr 16 Jahren vorbildliche Eingliederungsbemühungen von schwerbehinderten Menschen ausgezeichnet“, erklärte Ministerin Monika Bachmann anlässlich der Preisverleihung in Saarbrücken. Menschen mit Behinderungen seien immer noch stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als nicht behinderte Menschen. Ohne Arbeit zu sein, bedeute für die Betroffenen nicht nur finanzielle Einbußen, sondern auch die bittere Erfahrung, in der Gesellschaft nicht gebraucht zu werden oder nicht ausreichend qualifiziert zu sein.

Unter dem Motto „Chance für Alle im Arbeitsleben“ soll mit dem Inklusionspreis vorbildliches Engagement von Betrieben und Dienststellen bei der beruflichen Integration schwerbehinderter Menschen aufgezeigt und öffentlich bekannt gemacht werden. „Die diesjährigen Gewinner stehen beispielgebend für die berufliche Integration behinderter Menschen und sind absolute Vorbilder“, betonte die Ministerin.



In der Kategorie „Private Arbeitgeber“ wurde in diesem Jahr der Gartenbaubetrieb Frank Schäfer aus Losheim ausgezeichnet. Auf Vorschlag von Doris Klein (Reha Saarbrücken) wurden dem Betrieb mit seinen behinderten Mitarbeitern Marcus Weber sowie David und Jannik Gleser der Inklusionspreis 2018 verliehen.

Bei der Firma Schäfer handelt es sich um einen kleinen Fachbetrieb im Gartenbau mit neun Beschäftigten, davon einer mit einer anerkannten Behinderung. Obwohl keine Beschäftigungspflicht für schwerbehinderte Menschen besteht, hat Firmenchef und Geschäftsführer Frank Schäfer bereits seit dem Jahre 2017 einen schwerbehinderten Mitarbeiter mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag eingestellt. Durch ein Praktikum in einer Werkstatt für behinderte Menschen lernte Schäfer den in seiner Leistungsfähigkeit stark eingeschränkten Mitarbeiter kennen. Mit viel Geduld, ständiger Anleitung und Aufsicht hat der Arbeitgeber selbst den behinderten Mitarbeiter so eingearbeitet, dass dieser die ihm übertragenen Aufgaben erfüllen kann. Als Belohnung für das Erreichte hat der Arbeitgeber zum 1. Dezember 2017 den behinderten Mitarbeiter als Helfer unbefristet übernommen. Besonders zu erwähnen ist, dass Frank Schäfer seit September 2018 ein Zwillingspaar, 21 Jahre alt, beide mit einer erheblichen Sprach- und Verhaltensproblematik behaftet, in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen hat. Auch hier hat der Firmeninhaber, der von der Motivation der Brüder überzeugt war, diese nach kurzer Einarbeitungszeit in seine Firma unbefristet eingestellt. Das soziale und überdurchschnittliche Engagement des Firmeninhabers, benachteiligten Menschen eine Chance im Arbeitsleben zu geben, ist besonders hervorzuheben. Die Inklusion von behinderten Menschen sei hier in einem außergewöhnlichen Umfang umgesetzt und verdient höchste Anerkennung.

„Das soziale Engagement der Betriebe geht weit über die gesetzliche Verpflichtung hinaus“, betonte Monika Bachmann. „Eine Beschäftigungspflicht des Betriebs liegt nicht vor. Es handelt sich hier um eine besonders gelungene Integration von behinderten Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt“, lobte sie. Die Preisträger dürfen sich nun für den Zeitraum von drei Kalenderjahren öffentlich, insbesondere in Kundenmitteilungen und Werbemaßnahmen, auf den Preis berufen.