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Losheim
Bürgerinitiative gegen Verkehrsbelastung

Joachim Selzer, Fraktionssprecher Grün-Alternative Liste Losheim.
Joachim Selzer, Fraktionssprecher Grün-Alternative Liste Losheim. FOTO: Maximilian Geuter
Losheim am See. Am Mittwoch wollen sich Betroffene in Losheim für mehr Verkehrsberuhigung im Ort organisieren. red

Eine Bürgerinitiative (BI) will künftig für mehr Verkehrsberuhigung in der Gemeinde Losheim am See Druck machen. Das hat Joachim Selzer (Foto: Maximilian Geuter), Vorsitzender der Grün-Alternativen Liste (GALL), angekündigt. Initialzünder für die Gründung der BI war nach seinen Worten die Veranstaltung zur Verkehrsberuhigung in Losheim am See, die seine Wählerliste organisiert hatte.


„Um den Forderungen nach mehr Verkehrsberuhigung zu verleihen, schlossen sich über 20 Bürger in der Versammlung der neuen Bürgerinitiative für Verkehrsberuhigung in der Gemeinde Losheim am See an. Sie wird sich am Mittwoch, 28. November, um 19.30 Uhr im Gasthaus Alter Markt in Losheim erstmals treffen und die weiteren Aktivitäten beschließen.“ Zu der Gründungsversammlung der BI ist nach Mitteilung der Initiatoren jeder betroffene und interessierte Bürger eingeladen.

Im September war laut GALL-Chef eine Unterschriftensammlung von Anwohnern der Saarlouiser Straße in Losheim gestartet worden, die von zahlreichen Bürgern unterschrieben wurde. „Es wurden Maßnahmen gegen den zunehmenden Verkehr und die hohe Zahl der Geschwindigkeitsübertretungen gefordert.“ Zudem erreichten laut Selzer die GALL in den vergangenen Monaten eine Reihe von Beschwerden über den Lkw-Verkehr im Ortsteil Losheim, über die Verkehrsbelastung sowie über zu schnell fahrende Fahrzeuge.



„Dies sah die GALL als Aufforderung zum Handeln an die Politik und lud zu einer Bürgerversammlung ein.“ Knapp 90 Interessierte aus den verschiedensten Ortsteilen waren nach den Worten des Vorsitzenden gekommen und kritisierten durchweg die teilweise unerträglichen Verkehrsbelastungen. „Im Mittelpunkt der Kritik stand der in den vergangenen Jahren stark angestiegene Lkw-Verkehr.“ Als Beispiele wurden laut Selzer die zahlreichen Zuliefer-Fahrten an verschiedene Firmen in und rund um Losheim genannt. Dieser Lieferverkehr belastet die Ortsmitte von Losheim ebenso wie landwirtschaftliche Transporte zur Wahlener Platte.

Selzer, auch Fraktionsvorsitzender der Grün Alternativen Liste im Gemeinderat betonte, dass seine Wählerliste schon seit Jahren effektive Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung wie Fahrbahnverengungen, fest installierte Blitzer und Geschwindigkeitsbegrenzungen fordert. Doch die seien immer von der Mehrheit im Gemeinderat abgelehnt worden.

„Die Stimmung in der Versammlung spiegelte ebenso die Enttäuschung wider, dass in den vergangenen Jahren auf Eingaben von Bürgern an die Verwaltung nur Worte, aber keine Taten kamen und jetzt endlich mehr Druck auf den Bürgermeister und die verantwortlichen Behörden gemacht werden muss.“

Gefordert wurde laut Selzer, dass die Hilfspolizistinnen zur Überwachung des ruhenden Verkehrs und für Geschwindigkeitsmessungen nicht nach Weiskirchen und Beckingen ausgeliehen werden, sondern in Losheim eingesetzt werden müssen. Der Losheimer Ortsvorsteher Stefan Palm betonte laut Selzer die Schwierigkeiten bei der Umsetzung verkehrsberuhigender Maßnahmen, schloss sich aber grundsätzlich den Forderungen der Bürger an.

Fest installierte Blitzer an Ortseingängen zählte der GALL-Chef auf, ebenso verkehrsberuhigende Umbauten an Ortseingängen. Auch Geschwindigkeitsbegrenzungen und eine Begrenzung von Anlieferungen durch landwirtschaftliche Großfahrzeuge an die Biogasanlage sowie die Bauernhöfe auf der Wahlener Platte müssen nach seiner Ansicht erlassen werden – vor allen an Sonn- und Feiertagen sowie zwischen 20 Uhr abends und 7 Uhr morgens zählte er auf. Diese Forderungen seien durchweg unterstützt worden.

Selzer kündigte an, dass GALL die BI aktiv unterstützen wird. Auch werde sie die Forderungen der Bürger als Antrag in den Gemeinderat einbringen. Angemahnt wurden laut GALL mehr Engagement seitens der Gemeindegremien und der Gemeindeverwaltung und ein Ende der Blockadepolitik bei den zuständigen Behörden im Landratsamt und beim zum Wirtschaftsministerium gehörenden Landesamt für Straßenwesen.

Darüber hinaus fordert die GALL, in Losheim eine neue kommunale Verkehrspolitik vor allem mit konsequenter Förderung des Radverkehrs und des ÖPNV endlich anzugehen. Sie werde dazu im Gemeinderat die Einstellung entsprechender Mittel beantragen.