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Bernadette Bellmann kümmert sich seit über 20 Jahren um die Valentinuskapelle

Düppenweiler : Sie hat ein Abkommen mit Sankt Valentin

Auch mit 85 Jahren kümmert sich Bernadette Bellmann wie seit über zwei Jahrzehnten um die Valentinuskapelle in Düppenweiler.

Nicht nur der heilige Leodegar, dem die örtliche Pfarrkirche geweiht ist, und die aus dem Dorf stammende selige Schwester Blandine Merten, zu deren Ehren im Eingangsbereich der Kirche eine Gedächtnisstätte eingerichtet ist, werden in Düppenweiler sehr verehrt – sondern auch der Heilige Valentinus als zweiter Kirchenpatron.

Nach diesem Märtyrer wurde eine kleine Kapelle am Weg nach Schmelz-Außen benannt, die Gelegenheit zum andächtigen Verweilen und stillen Gebet bietet. An dieser Stelle befand sich einst das alte Dorf „Oberweiler“, das schon im Jahre 1153 Sitz eines Pfarrers war, der ab 1570 auch das benachbarte Dorf „Niederweiler“, also das heutige Düppenweiler, als Filiale seelsorgerisch betreute. Im Dreißigjährigen Krieg zogen wilde Horden über Oberweiler und machten es nebst seiner Kirche dem Erdboden gleich. Nur eine große Steinplatte, vermutlich der Altarstein, blieb als Zeichen der heiligen Stätte noch lange erhalten und wurde zu einer ehrfürchtigen Wallfahrtsstätte der Dorfbewohner. Unter Pfarrer Anton Cannivé, von 1842 bis 1863 in Düppenweiler tätig, reifte die Idee, im ehemaligen alten Dorf wieder ein kleines Gotteshaus zu errichten.

Die Arbeiten hierzu, an denen sich die Pfarrkinder sehr rege finanziell und durch Arbeitsleistungen beteiligten, begannen im Sommer 1858 und waren im Herbst 1859 fertig. Die Kapelle wurde anschließend benediziert und erstmals eine heilige Messe darin zelebriert. Im Jahre 1922 sprang ein leichtsinnig in der Nähe entfachtes Feuer auf das Kirchlein über und verwüstete das Dach nebst Inneneinrichtung. Die Bedachung wurde zwar 1929 erneuert, jedoch die Wände blieben kahl. Düppenweiler Pensionäre kümmerten sich um notwendige Arbeiten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kapelle als Gebetsstätte zu einer seelischen Heimat aller Verängstigten und Bedrängten. Sie erhielt durch ein von der Pfarrangehörigen Johanna Schütz künstlerisch gestaltetes Gnadenbild der Gottesmutter eine Bereicherung. Am 17. März 1945 erlitt das schmucke Kapellchen durch Kriegseinschüsse starke Beschädigungen. Später wurde es wieder instandgesetzt und erneut zu einem Anziehungspunkt für die Gläubigen, die zahlreiche Danktafeln anbrachten.

Die letzte gründliche Renovierung erfolgte im Jahre 2008 durch das Verwaltungsratsmitglied Erhard Hardt und dessen Kollegen Karl-Rudi Wilhelm. Hardt nahm auch im vergangenen Jahr wieder einen neuen Innenanstrich vor und will in diesem Jahr die Fassade neu streichen. Da der Heilige Valentinus seit dem Dreißigjährigen Krieg im Andenken an alle einstigen Bewohner ewig in der Pfarrgemeinde als zweiter Kirchenpatron weiterlebt, wurde seine Verehrung auch im Jahr 1900 in die damals neue, dem Heiligen Leodegar geweihte Pfarrkirche mit übernommen. Dort wird jeweils am 14. Februar seiner in einer feierlichen Messe gedacht, in der gemäß alter Sitte Brot, Wasser und Salz gesegnet werden. Nachmittags begeben sich einheimische und auswärtige Pilger nach einer Andacht zu der Valentinuskapelle, um dort gemeinsam zu beten und den Segen zu empfangen.

 Die Valentinuskapelle ist ein liebenswertes Kleinod des Dorfes Düppenweiler.
Die Valentinuskapelle ist ein liebenswertes Kleinod des Dorfes Düppenweiler. Foto: nb

In diesem Jahr war dies wegen des eigentlich feststehenden Fastnachtssonntags und der Corona-Krise anders. Die Messe fand nicht am Namenstag, 14. Februar, sondern erst eine Woche später in der Pfarrkirche statt. Zelebrant war Dechant und Pfarrverwalter Patrik Schmidt. Die gewohnte Prozession zur Kapelle und das anschließende Kaffeetrinken mussten entfallen. Jedoch wurde das kleine Gotteshaus am Ende des Gottesdienstes bei der Ehrung von Bernadette Bellmann besonders erwähnt.

Die Vorsitzende des Kirchengemeindeverbandes Beckingen, Barbara Koch, dankte ihr mit lobenden Worten und einem Blumenstrauß für die nunmehr seit über 20 Jahren liebevoll geleistete Arbeit rund um die Kapelle, ob Reinigung, Kerzen- oder Blumenschmuck. Den Dankesworten schloss sich auch Dechant Schmidt an. Die 85-jährige ehrenamtliche Helferin zeigte sich überrascht und erfreut. Sie wohnt nicht weit weg von dem kleinen Gotteshaus in der Außener Straße in ihrem früheren Elternhaus, das schon seit ihrer Kindheit eine enge Bindung zu der Kapelle hatte und sich um deren Schlüssel kümmerte.

Auf die Frage, wie viele Jahre sie ihren Dienst noch machen will, meint die rüstige Seniorin: „Eich han met em Valentin en Abkommen. Solang er meich gesond le`st, machen eich de Ärwet weider.“ Bleibt zu wünschen, dass dies noch lange der Fall sein wird.