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Kurzentschlossene müssen flexibel sein

Kurzentschlossene müssen flexibel sein

Sulzbach. Was für ein Sommer: erst Sonne, dann Regen, dann unerträgliche Schwüle, dann Unwetter. Und wieder Sonne. Das Wetter in diesem Sommer ist das reinste Glücksspiel. Davon haben viele Leute genug: Sie wollen Urlaub. Die Reisebüros haben in den letzten Tagen viel zu tun. Zuhauf versuchten viele Leute, vor den Wetterkapriolen in den Süden zu fliehen

Sulzbach. Was für ein Sommer: erst Sonne, dann Regen, dann unerträgliche Schwüle, dann Unwetter. Und wieder Sonne. Das Wetter in diesem Sommer ist das reinste Glücksspiel. Davon haben viele Leute genug: Sie wollen Urlaub.

Die Reisebüros haben in den letzten Tagen viel zu tun. Zuhauf versuchten viele Leute, vor den Wetterkapriolen in den Süden zu fliehen. Doch das ist gar nicht so einfach, wie SZ-Recherchen ergaben. Denn viele Reisebüros haben Probleme, noch Flüge für Kurzentschlossene zu bekommen.

Gabriele Nicodemo arbeitet im Reisebüro Schmidt in Friedrichsthal.: "Ich versuche gerade seit einer Stunde, Reiseziele für einen Kunden zu finden. Zum Verzweifeln." Wer von Saarbrücken oder Zweibrücken fliegen möchte, der wird in diesen Tagen höchstwahrscheinlich keine Flüge mehr bekommen. Auch andere Reisebüros haben damit ihre Schwierigkeiten.

Ulrike Becker vom Reisebüro Hofmann in Dudweiler kämpft mit dem Computer, um noch einen Platz in einem Flieger zu bekommen: "Die Saarländer wollen meist über die Flughäfen Saarbrücken und Zweibrücken fliegen. Da sieht es eng aus." Doch das heißt nicht, dass sich Urlaubswillige den Gang ins Reisebüro sparen können. "Wer jetzt in den Süden will, der muss flexibel sein und auch ein paar Kilometer Anfahrt zum Flughafen in Kauf nehmen. Für die Flughäfen in Luxemburg, Düsseldorf, Frankfurt oder Stuttgart gibt es noch genug Plätze in den Fliegern. Und die sind oft sogar noch günstiger", sagt Ulrike Becker. "Allerdings kann von Schnäppchen nicht mehr die Rede sein", sagt Margot Färber-Kempf vom TUI-Reise-Center in Sulzbach. Die gebe es heutzutage nur noch selten. Die Kunden gäben lieber etwas mehr für ihren Urlaub aus und könnten dann sicher sein, dass sie auch was Ordentliches dafür bekommen. Schuld an den wenigen Flügen ist nach Angaben der Reisefachwelt die Wirtschaftskrise. Ulrike Becker vom Dudweiler Reisebüro Hofmann erklärt, drohende Kurzarbeit oder die Hoffnung auf günstige Last-Minute-Schnäppchen hätten viele Urlauber lange mit der Buchung warten lassen. Statt die Preise zu senken, um die Reisenden zu locken, hätten die Veranstalter vorsorglich ihre Kontingente bei den Fluggesellschaften zusammengestrichen und weniger eigene Maschinen bereitgestellt. Folge: Obwohl viele Hotels halb leer seien, gebe es im Saarland für Kurzentschlossene wenige Flüge.

Und was sind die beliebtesten Urlaubsziele? Margot Färber-Kempf vom TUI-Reise-Center in Sulzbach sagt, dass die Nachfrage für die Kanaren, die Balearen und die Türkei am höchsten sei. Aber auch Deutschlandreisen seien stark im Kommen. Die Quierschieder führen am liebsten aufs spanische Festland oder nach Mallorca, sagt Petra Andler vom Reisebüro Andler.

Und Dudweiler fliegen bevorzugt in die Türkei, nach Ägypten und nach Mallorca. Doch seit sich Urlauber auf der beliebten Balearen-Insel mit Schweinegrippe angesteckt haben, werden die Saarländer mit Buchungen dorthin zurückhaltender. Im TUI-Reise-Center Sulzbach gab es bereits Umbuchungen, sagt Margot Färber-Kempf. Sie hält die Berichte über die Schweinegrippefälle allerdings für Panikmache: "Die Gefahr wird hochgespielt."

Auch in Dudweiler sind die Urlauber verunsichert. Zwar gebe es noch keine Reiserücktritte, sagt Ulrike Becker, "aber viele Kunden sagen bei der Beratung, dass sie nicht nach Mallorca wollen". "Allerdings kann von Schnäppchen nicht mehr die Rede sein."

Reisefachfrau Margot Färber-Kempf