Umzug, Freibier, Feierlaune

Hühnerfeld. "Am Freitag waren schon 10 102 Leute da", behauptete Wolfgang Aulenbacher, Zug-Sprecher des Hühnerfelder Kirmesumzugs, am Samstag. Und er begründete das so: "Hühnerfeld ist eine schöne Kerb, und so soll es auch bleiben." Auch wenn "de Aule" mit den Zahlen vielleicht etwas zu hoch gelegen hat, mit der traditionellen Kerzekerb hat er Recht

Hühnerfeld. "Am Freitag waren schon 10 102 Leute da", behauptete Wolfgang Aulenbacher, Zug-Sprecher des Hühnerfelder Kirmesumzugs, am Samstag. Und er begründete das so: "Hühnerfeld ist eine schöne Kerb, und so soll es auch bleiben." Auch wenn "de Aule" mit den Zahlen vielleicht etwas zu hoch gelegen hat, mit der traditionellen Kerzekerb hat er Recht. Sie wurde auch in diesem Jahr ihrem Ruf als größtes und beliebtestes Volksfest der Stadt mehr als gerecht.Mehr als 500 Kirmesgäste waren schon am Freitag zur Eröffnung gekommen. Nachdem Karl Obermann und Andreas Pidanset den Kirmeskranz am Festbaum aufgehängt und die Schützenvereine Tell Hühnerfeld und Rohrbach mit drei Salutschüssen die Kerb begrüßt hatten, ergriff Schirmfrau Dr. Renate Fischer das Wort. "Ich bin für viele das neue Gesicht, aber ich kenne die Hühnerfelder Kirmes seit vielen Jahren aus dem Rot-Kreuz-Zelt", erinnerte die Medizinerin an ihre ehrenamtlichen Dienste, bevor sie sich outete: "Ich bin keine Saarländerin, ich bin Schwäbin." Ganz unschwäbisch rückte Fischer dann im Biergarten am evangelischen Kindergarten dem Freibierfass zu Leibe. Nach drei Schlägen floss der Gerstensaft. Es sollte nicht das letzte Fass sein, das über die Festtage an der Grühlingstraße geleert wurde. Schon Stunden vor dem Umzug am Samstag hatten einige Anwohner die besten Plätze am Rande des Zugweges mit Gartenstühlen in Besitz genommen. Als sich der bunte Lindwurm aus diesmal 13 Gruppen um kurz nach 15 Uhr in Bewegung setzte, säumten weit über 3000 Hühnerfelder und ihre Gäste die Marschstrecke. Die "Straußbuwe" vom Technischen Hilfswerk überbrachten die bunt geschmückten Kirmessträuße an die Hühnerfelder Wirte, "Kerwehannes" Werner Rink, in Begleitung der Schirmfrau, übergab sie mit witzigen Versen. Für die Musik sorgten der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Sulzbach, die Gugge-Musikanten von Saarlight Gugga mit ihren Majorettes, der Fanfarenzug Ensdorf und der Musikverein Ballweiler. Mit einem zünftigen Schuhplattler sorgten die "Seppl und Dirndl" des Karnevalsvereins KaJuKa für gute Stimmung, während der Grillclub "Les Gourmets" diesmal als Kultband Village People die Hühnerfelder Straßen unsicher machte. Rosen für die Damen gab es vom Obst- und Gartenbauverein, der Schützenverein Tell versorgte die kleinen Besucher mit Süßigkeiten, während es vom Bayern-Fan-Club Hühnerfeld Flüssiges gab. Mit von der Partie war auch wieder die Jugendabteilung des größten Vereins im Ort, der Viktoria. Erstmals dabei, fügte sich der "Kittelclub" Quierschied - man kennt ihn auch als "Club Fröhlichkeit" - perfekt ins bunte Treiben ein. Die Fahrgeschäfte, Losbuden und Eisstände auf dem Karl-Holzer-Platz sind noch bis Dienstag offen, und so lange wird auch in den Hühnerfelder Gaststätten Kerzekerb gefeiert.