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Freude über Ausbildungsplatz

Für Lea Müller und Lucas Seitz hat gestern ganz offiziell beim Ausbildungszentrum Homburg das erste Lehrjahr begonnen, er ab jetzt Auszubildender zum Industriemechaniker, sie auf dem Weg zur Mechatronikerin. Foto: Thorsten Wolf
Für Lea Müller und Lucas Seitz hat gestern ganz offiziell beim Ausbildungszentrum Homburg das erste Lehrjahr begonnen, er ab jetzt Auszubildender zum Industriemechaniker, sie auf dem Weg zur Mechatronikerin. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Das Ausbildungszentrum Homburg (AZH) übernimmt für einige Homburger Betriebe die Funktion einer Lehrwerkstatt. Jetzt haben 47 junge Frauen und Männer mit der Verbundausbildung die ersten Schritte ins Berufsleben getan. Thorsten Wolf

Für 47 Auszubildende hat gestern beim Ausbildungszentrum Homburg (AZH) zumindest der berufliche Ernst des Lebens begonnen. Unter besagten 47 fanden sich auch Lucas Seitz aus Lautenbach und Lea Müller aus Hornbach, er ab jetzt Auszubildender zum Industriemechaniker, sie auf dem Weg zur Mechatronikerin, beide von Schaeffler Technologies. "Das ist eine sichere Arbeitsstelle, weil es immer Industrie geben wird. Zudem ist die Bezahlung gut und die Arbeit ist abwechslungsreich", begründete Lucas gestern im Gespräch mit unserer Zeitung seinen Entschluss für den Einstieg in die Berufswelt der Facharbeiter . Seine neue Kollegin Lea, sie hat ihre Fachhochschulreife im Bereich Soziales am Homburger Berufsbildungszentrum gemacht, nannte vor allem den familiären Hintergrund als Impuls, nun in der Industrie Fuß zu fassen. "Mein Vater ist Maschinenbauer, mein Bruder ist Industriemechaniker. Ich bin damit groß geworden, wir haben eine große Werkstatt, mein Opa restauriert Oldtimer. Und da habe ich einfach gemerkt, dass mir das Technische sehr liegt und mir Spaß macht."


Dass sie sich in der Männerdomäne Industrie etablieren werde, da war sich die selbstbewusste Lea gestern sicher, "ich hab' zwei große Brüder, ich kann mich durchsetzen", lachte die 19-jährige.

Auch Lucas ist familiär vorbelastet, "meine Vater arbeitet auch bei Schaeffler." Zudem habe er sein Pflichtpraktikum als der Teil Fachoberschule beim Ausbildungszentrum in Homburg absolviert. Genau da werden die beiden nun als Teil einer so genannten Verbundausbildung die ersten Schritte in Richtung Facharbeiter-Brief zurücklegen, Schaeffler Technologies gehört zu den Unternehmen in der Region, für die das Ausbildungszentrum Homburg die Funktion einer Lehrwerkstatt übernimmt. Im Falle von Schaeffler aber nicht nur das, auch die Auswahl der Lehrlinge selbst wird vom AZH mit begleitet. Und hier stellte Lea Müller dem Verbundausbildungsspezialisten ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. Im Vergleich zu anderen Vorstellungsgesprächen habe man sich beim Termin beim AZH, hier nahm neben zwei Vertretern von Schaeffler auch AZH-Ausbildungsleiter Michael Bächle teil, wirklich für sie als Mensch interessiert, "ich hatte nicht das Gefühl, dass ich nur das sagen soll, was dem Unternehmen gefällt", erinnerte sich Lea. "Hier war alles ganz locker, ich hab mich richtig wohl gefühlt."

Gefragt, welchen Eindruck er seinerseits vom neuen Lehrjahr nach den ersten Stunden habe, bewertete Ausbildungsleiter Michael Bächle den neuen Schwung von Lehrlingen als "ruhig und interessiert. Es ist keiner gleich zu Beginn negativ aufgefallen. Aber wir werden es tatsächlich sehen, wenn es an die Werkbank geht. Bis jetzt ist ja alles nur Vorgeplänkel."

Dass die jungen Leute mit dem Einstieg in die Facharbeiterausbildung einen richtigen und wichtigen Schritt getan hätten, dessen war sich AZH-Geschäftsführer Julian Seiler sicher.



Nicht zum ersten Mal kritisierte Seiler in diesem Zusammenhang die zunehmende Verschulung der Jugendlichen, den Wunsch, jeden - koste es was es wolle - zu einem höheren Schulabschluss zu treiben. Darunter leide durchaus das Berufsbild der Facharbeiter . "Diese Fokussierung nur auf das Abitur ist nicht sinnvoll. Man sollte den Eltern klarmachen, dass eine solche Ausbildung einen deutlichen Wert darstellt, auch für die weitere, berufliche Zukunft."

Zum Thema:

Auf einen Blick Unter Verbundausbildung (auch Ausbildungspartnerschaft) versteht man die Zusammenarbeit einzelner Betriebe und Ausbildungszentren (diese in der Funktion einer Lehrwerkstatt) in der Ausbildung. Die Partner des Verbunds ergänzen sich bei der Berufsausbildung gegenseitig, wenn der eigentliche Ausbildungsbetrieb Ausbildungsinhalte aufgrund seiner Geschäftsprozesse nicht vermitteln kann. thw