Berufliche Zukunft fest im Blick

Über das Berufsbild eines Facharbeiter konnten sich junge Menschen am Samstag beim Tag der offenen Tür am Ausbildungszentrum Homburg informieren. Auch nutzten eigene Ausbildungsbetriebe, die Gelegenheit, um sich vorzustellen.

Was das Berufsbild eines Facharbeiters auszeichnet, darüber wollte das Ausbildungszentrum Homburg (AZH) am Samstag bei einem Tag der offenen Tür eingehend informieren. Am Standort Rohrwiesen konnten sich Jugendliche über unterschiedliche gewerbliche Ausbildungsberufe informieren. Aber auch einige Ausbildungsbetriebe selbst nutzten die Gelegenheit, um sich vorzustellen - so wie Fuchs Automatisierungstechnik aus Homburg . Firmenchef Dirk Fuchs und seine Schwester Bianca Fuchs standen interessierten Besuchern gerne Rede und Antwort und symbolisierten so auch die erfolgreiche Partnerschaft zwischen Unternehmen und dem AZH in der Ausbildung des Facharbeiternachwuchses. Zum Hintergrund: In dem Tandem "Ausbildungszentrum Homburg und Ausbildungsbetrieb" übernimmt das AZH die Funktion einer Lehrwerkstatt für grundlegende Ausbildungsinhalte, der Ausbildungsbetrieb seinerseits ist Vertragspartner des Auszubildenden und für die innerbetriebliche Ausbildung verantwortlich.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte Dirk Fuchs seine Intention, erstmals selbst auszubilden und dabei auf die Partnerschaft mit dem AZH zu bauen. Und erstaunlicher Weise: Das Wort "Fachkräftemangel" kam in Fuchs' Begründung nicht vor. "Wir wollen den Weg der Ausbildung gehen, um jungen Menschen die Chance zu geben, einen Beruf zu lernen. Unsere Entscheidung fiel also nicht aus der Not heraus, keine geeigneten Mitarbeiter zu finden."

Ein Chance geben - das war dann auch ein wichtiges Thema im Gespräch mit Norbert Seiler, Chef des Ausbildungszentrums Homburg . Denn: Als Pate des Programms "Anschluss direkt" macht sich Seiler mit eigenem Einsatz dafür stark, Hauptschülern unmittelbar nach Ende der Schulzeit eine Ausbildungsmöglichkeit zu verschaffen. "Dieser direkte Weg war früher üblich. Da ging es noch nicht über irgendwelche Fortbildungsschleifen." So kümmere er sich, nach Gesprächen und einem Kennenlernen, darum, dass Hauptschüler eine geeignete Ausbildung bekämen und so verzugslos in die Berufswelt einsteigen könnten. Dabei sei er nach wie vor ein Verfechter der These, "dass ein guter Hauptschüler eine gute Ausbildung im Metallbereich machen kann".

Mit Blick auf den Tag der offenen Tür beim AZH gefragt, was für ihn im Guten einen Fachberuf in der Industrie ausmache, sagte Seiler: "Das muss man differenziert betrachten. Absolviert ein junger Mensch die Ausbildung zum Industriemechaniker, dann ist er vielfältig einsetzbar und hat eine breite Basis im Metall-Bereich. Wenn er gut ist, dann wird er beruflich keine Sorgen haben. " Also gute Perspektiven? Für Norbert Seiler und seinen Sohn Julian, Mitgeschäftsführer des AZH, auf jeden Fall. "Gerade die Industrie bietet viele und ganz unterschiedliche Möglichkeiten zum beruflichen Aufstieg", war sich Julian Seiler sicher.

Von diesen Möglichkeiten wollten sich am vergangenen Samstag viele Jugendliche und ihre Eltern in den Räumen des AZH ein Bild machen. Der zügige Schritt in die Ausbildung als fundierten Einstieg ins Arbeitsleben nannte Seiler dabei für den einen oder anderen eine sinnvolle Alternative zu einer weiteren schulischen Ausbildung.