Geschäftsleute befürchten Einbußen

Mettlach. Wenig erfreut sind insbesondere die Gewerbetreibenden in Mettlach über die bevorstehende, rund viereinhalb Monaten dauernde Teilsperrung der Saarbrücke. Durch die dort anlaufenden Sanierungsarbeiten wird der Schwerlastverkehr vollständiger aus dem Ort ausgegrenzt

Mettlach. Wenig erfreut sind insbesondere die Gewerbetreibenden in Mettlach über die bevorstehende, rund viereinhalb Monaten dauernde Teilsperrung der Saarbrücke. Durch die dort anlaufenden Sanierungsarbeiten wird der Schwerlastverkehr vollständiger aus dem Ort ausgegrenzt."Wir befürchten in dieser Zeit für unser Geschäft erhebliche Einbußen", verlautete es aus den Reihen der Besucher des Infoabends. Bürgermeister Carsten Wiemann stellte indes klar: "Wir haben kaum Alternativen: entweder eine Vollsperrung mit allen dadurch verbundenen Konsequenzen oder eine Teilsperrung mit den voraussehbaren Verkehrsbehinderungen." Eine weitere, wenn auch ganz ungewollte Möglichkeit sei der Abriss des Bauwerks und der langwierige Neubau einer Spannbetonbrücke.

Ab November wird die Hängebrücke im Zuge der L 176 über die Saar instand gesetzt. "Das in den 50er Jahren errichtete Bauwerk mit einer Stützweite von 108 Metern ist die längste Hängebrücke im Saarland und wurde in Stahlverbundbauweise hergestellt", erläuterte Carsten Chassard, Fachbereichsleiter Brücken beim LfS. Die unter Denkmalschutz stehende Brücke ist mittlerweile in die Jahre gekommen und weist erhebliche Korrosionsschäden auf. "Die Tragkabel sind jedoch intakt, und wie eine Untersuchung im vergangenen Jahr zeigte, nur leicht korrodiert", sagte Chassard. Dennoch hätten die Tragkabel an Tragfähigkeit verloren. Zudem sei der Beton der Fahrbahntafel stark in Mitleidenschaft gezogen und müsse erneuert werden. "Aus diesem Grund wird die Brücke ab sofort für Fahrzeuge über zwölf Tonnen Gesamtgewicht gesperrt", kündigte der LfS-Mitarbeiter an.

Um das Bauwerk erhalten zu können und mit der Sanierung auch für den von ehemals 20 auf mittlerweile 40 Tonnen Maximalgewicht angewachsenen Lastverkehr tragfähig zu erhalten, habe man sich für den Einbau eines Sandwich-Plate-Systems entschieden. Diese Konstruktion sei ursprünglich für den Bau von Eisbarrieren in der arktischen Beaufort-See konzipiert worden. Sie erlaube eine Reduzierung des Fahrbahngewichtes der Brücke um rund 300 Tonnen. "Dadurch wird es möglich, die während der Bauphase bestehende Lastbeschränkung wieder vollständig aufzuheben", unterstrich Chassard. Zudem habe dieser Verbundstoff wärmedämmende Eigenschaften, sodass die bei Stahlfahrbahnen typische Gefahr der schnellen Vereisung nicht entstehe.

Wenn am 11. November die eigentlichen Bauarbeiten beginnen, wird es zu einer weiteren Einschränkung kommen. Dann dürfen aus statischen Gründen nur noch Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen und maximal 2,10 Metern Breite die einspurig zu befahrende Brücke passieren. "Ab der ersten Märzwoche des kommenden Jahres wird die Brücke dann wieder zweispurig von allen zugelassenen Fahrzeugen befahren werden können", kündigte Chassard an. Im Anschluss der Fahrbahnsanierung werde man mit der Sanierung der Gehwege beginnen. Diese Arbeiten hätten jedoch nur geringe Einschränkungen des Verkehrs zur Folge.

Wie Bürgermeister Wiemann bekanntgab, wird es während der Bauzeit eine Umleitung über die Staustufe geben, die ausschließlich für Schulbusse und Rettungsfahrzeuge gilt. Jetzt müsse man noch im Interesse der Gewerbetreibenden eine Regelung des Zulieferverkehrs finden. "Das werden wir in Kürze mit den Betroffenen klären", sagte Wiemann weiter.

Auf einen Blick

Lkw über zwölf Tonnen Gesamtgewicht steht ab sofort und Fahrzeugen ab 3,5 Tonnen ab 11. November auf der Strecke von Mettlach nach Keuchingen oder umgekehrt ein langer Weg bevor. Für den Lastverkehr hat der LfS eine großräumige Umleitung eingerichtet. Von Mettlach geht es über die B51 nach Besseringen zur Anschluss-Stelle Schwemlingen, dort auf die A8 in Richtung Luxemburg, dann über die Abfahrt Wellingen über Wehingen, Tünsdorf, Orscholz, Weiten in Richtung Keuchingen. Für den Verkehr aus Keuchingen nach Mettlach gilt die selbe Strecke in Gegenrichtung. Die Aufhebung der Umleitung erfolgt voraussichtlich im März 2013.

Die Umfahrung für den Busverkehr der Grund- und Gesamtschule (nur mit Sondergenehmigung) erfolgt von Keuchinger Seite aus nach Mettlach über die Oktavienstraße, die Staustufe Mettlach, den Leinpfad und die Freiherr-von-Stein-Straße. Von Mettlach nach Keuchingen über dieselbe Strecke in Gegenrichtung. Um eine ausreichende Fahrbahnbreite sicherzustellen, werden die Parkmöglichkeiten in diesem Bereich aufgehoben und Halteverbotsschilder aufgestellt. owa

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