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Minipreneure ziehen positive Bilanz

Minipreneure ziehen positive Bilanz

Lebach. Ja, es existiert noch, das Starterzentrum der Minipreneure über dem Lebacher China-Restaurant. Und wenn man dort unter (0 68 81) 8 80 82 50 anruft - selbst am späten Freitagnachmittag meldet sich hier jemand - kommt kein Anrufbeantworter, sondern ein leibhaftiger Gesprächspartner aus Fleisch und Blut

Lebach. Ja, es existiert noch, das Starterzentrum der Minipreneure über dem Lebacher China-Restaurant. Und wenn man dort unter (0 68 81) 8 80 82 50 anruft - selbst am späten Freitagnachmittag meldet sich hier jemand - kommt kein Anrufbeantworter, sondern ein leibhaftiger Gesprächspartner aus Fleisch und Blut. Oft ist es Dieter Schäfer, 58, ein Mann der ersten Stunde - gelernter Betriebswirt, einst sehr erfolgreich im Vertrieb tätig, dann schwer krank nach Hirnschlag und Herzinfarkt, danach dialyseabhängig und depressiv - und heute wieder als Minipreneur eigenständig und auf beiden Beinen wieder mitten im Leben."Natürlich muss man lernen, wieder kleinere Brötchen zu backen", weiß Dieter Schäfer, dem es vordergründig noch nicht einmal ums Geld, sondern um Akzeptanz und Anerkennung, aber auch um eine vernünftige Aufgabe geht. "Ein bisschen ist uns nicht zu wenig", diese Aussage von Peter Hartz hat er sich zur Lebensphilosophie erhoben. Dieter Schäfer ist einer von 20 Leuten, die das komplette neunmonatige Vorbereitungsprogramm (inzwischen verkürzt auf ein halbes Jahr) durchlaufen haben, um als Minipreneur in ein "neues" (Arbeits-) Leben zu starten.

Die meisten haben durchgehalten: Neun haben eine dauerhafte Beschäftigung gefunden, teils Vollzeit, einige Teilzeit, sechs sind selbstständig und nur vier sind derzeit noch "in der Schwebe", wobei hier auch gesundheitliche Einschränkungen eine Rolle spielen. Dieter Schäfer selbst hat verschiedene "Jobs". Zum einen engagiert er sich nach wie vor oder genauer mehr denn je als A-Trainer im Minipreneure-Starterzentrum in Lebach, denn er ist aufgrund seiner persönlichen Aufwärtsentwicklung vom Projekt und Konzept der Minipreneure überzeugt.

Zum anderen betreut er die "stille Ausstellung" eines Stuhlvertriebs, die in Heusweiler stattfindet. Probesitzen und Kundenbetreuen heißt hier im Wesentlichen die Aufgabenstellung. Ferner hat er das Konzept eines Einkaufsservices für ältere Menschen entwickelt, das er in Zusammenarbeit mit zwei großen Kaufhäusern derzeit zur Praxisreife bringt.

Auch Kai Klomann, 31, ist von Anfang an dabei. Er betätigt sich vor allem als Angelcoach, was sowohl das begleitende Fischen, das Street-Fishing (Angeln in Stadtgewässern) oder die Vorbereitung auf den Fischereischein umfasst.

Überhaupt hat man im Starterzentrum einen ganzen Katalog verschiedener Betätigungsfelder entwickelt, die in Bereichsfelder wie Familien-Dienste, Nachhilfe, Zuhause betreut, Natur und Garten, Kleinunternehmer-Dienste und Handgemacht unterteilt sind. "Wir könnten noch viel mehr machen, wenn wir mehr Mitstreiter hätten", betont Dieter Schäfer, der im gleichen Atemzug aber auch die zu geringe Unterstützung von Kommunen und Institutionen mit Ausnahme der Stadt Lebach moniert.

 Dieter Schäfer engagiert sich aus Überzeugung, er betreut auch eine Ausstellung. Foto: Rolf Ruppenthal
Dieter Schäfer engagiert sich aus Überzeugung, er betreut auch eine Ausstellung. Foto: Rolf Ruppenthal

Eine kleine Hausmesse des Lebacher Starterzentrums am 8. November soll dabei helfen, weitere Kontakte beispielsweise zu Kleinunternehmen herzustellen.