1. Saarland

Friedrichsthaler Stadtwerke gehen mit Ökostrom in die Offensive

Friedrichsthaler Stadtwerke gehen mit Ökostrom in die Offensive

Friedrichsthal/St. Ingbert. 100 Prozent Ökostrom, und den günstiger als der Grundversorgungstarif vom Anbieter Stadtwerke St. Ingbert. Mit diesem Angebot für Privatkunden, das per Flugblatt an die Haushalte ging, sind die Stadtwerke Friedrichsthal jüngst in der Mittelstadt angetreten

Friedrichsthal/St. Ingbert. 100 Prozent Ökostrom, und den günstiger als der Grundversorgungstarif vom Anbieter Stadtwerke St. Ingbert. Mit diesem Angebot für Privatkunden, das per Flugblatt an die Haushalte ging, sind die Stadtwerke Friedrichsthal jüngst in der Mittelstadt angetreten. 51 Prozent an dem Unternehmen halten die Stadt Friedrichsthal, 49 Prozent die "Stadtwerke Saarbrücken Beteiligungsgesellschaft". Der hiesige Energieversorger reagiert auf den Wettbewerber zunächst gelassen: Der Vergleich beziehe sich ja auf den naturgemäß etwas teureren Grundtarif und bilde nicht die Konditionen ab, die das St. Ingberter Unternehmen darüber hinaus seinen Kunden anbiete (die SZ berichtete). Gibt es jetzt einen Preiskampf unter kommunalen Werken? Die Geschäftsführer des keine zehn Kilometer entfernten Versorgers, Gerhard Bös und Herbert Rauber, erwarten das nicht. Allerdings wolle man sein Angebot natürlich auch in der Mittelstadt feilbieten, wenn der Preisvergleich für das eigene Unternehmen vorteilhaft sei. Offensive nach PreisanstiegBös erläutert den Vorstoß so: Nach der jüngsten Preissteigerung der St. Ingberter zum 1. April habe sein Unternehmen einige Anrufe wechselwilliger Kunden aus der Mittelstadt erhalten und deshalb offensiv reagiert. Fünf kommunale Versorger sitzen bei diesem Ökostrom-Angebot - die dazugehörigen Zertifikate stammen von "Energie SaarLorLux" - in einem Boot: Lebach, Eppelborn, Heusweiler, Kleinblittersdorf und eben die Friedrichsthaler Werke. Von einem "grenzwertigen Vergleich" spricht der St. Ingberter Stadtwerke-Chef Hubert Wagner. Das sehen seine Friedrichsthaler Kollegen anders. Bös: "Erfahrungsgemäß ist der überwiegende Teil der Kunden in der Grundversorgung." Der Wechselwille sei bei den Menschen noch nicht besonders stark ausgebildet. Der Geschäftsführer räumt ein, die unterschiedlichen Tarife verschiedener Anbieter seien zuweilen schwer zu vergleichen. Sein Kollege Rauber sagt: "Unsere Botschaft lautet: Wir behandeln alle Kunden gleich." Mit dem aktuellen Angebot mache Friedrichsthal keine Kampfansage, sondern teile lediglich seinen Tarif mit, der bis 30. Juni kommenden Jahres garantiert Bestand habe. Rauber betont: "Wir haben nur diesen einen Tarif. Etwas anderes gibt es bei uns gar nicht." Überwiegend, erläutert Bös, versorgen die Nachbar-Stadtwerke ihr eigenes Territorium. Sie haben aber auch Kunden aus der Umgebung. Die Geschäftsführer halten sich zu der Frage, wie viele St. Ingberter denn nun schon bei ihnen unterschrieben haben, bedeckt. Gerhard Bös sagt, das Ganze befinde sich in der Startphase. mbe