Edelweiß-Jugendarbeit wird ausgezeichnet

Edelweiß-Jugendarbeit wird ausgezeichnet

Eisen. Die Sitzplätze im Eisener Dorfgemeinschaftszentrum sind allesamt besetzt. "Für uns ist das heute ein Festtag und ein Feiertag zugleich", verdeutlicht Rüdiger Seibert, der stellvertretende Vorsitzende des örtlichen Musikvereins (MV). Josef Petry, Präsident des Bundes Saarländischer Musikvereine (BSM), zeichnet den Verein für seine Jugendarbeit mit dem Robert-Klein-Preis aus

Eisen. Die Sitzplätze im Eisener Dorfgemeinschaftszentrum sind allesamt besetzt. "Für uns ist das heute ein Festtag und ein Feiertag zugleich", verdeutlicht Rüdiger Seibert, der stellvertretende Vorsitzende des örtlichen Musikvereins (MV). Josef Petry, Präsident des Bundes Saarländischer Musikvereine (BSM), zeichnet den Verein für seine Jugendarbeit mit dem Robert-Klein-Preis aus. Mit dem von der Bank 1 Saar ausgelobtem Preis soll die musisch-kulturelle Jugendarbeit gefördert werden. "Die Verantwortlichen hier im Verein haben in den letzten Jahren eine Arbeit geleistet, die einfach vorbildlich ist", betont Petry. und präzisiert noch: "Ohne eine gut ausgebildete Breite wird es keine Spitze geben." MV-Jugendleiter Timo Molter strahlt über das ganze Gesicht. "Es ist eine schöne Anerkennung für uns. Wir haben viel in die Jugendarbeit investiert", berichtet Molter.Eisen sei doch ein Dorf mit einer Einwohnerzahl, die unter 500 liege. "Hier gibt es keine Schule mehr, deshalb müssen wir als Verein in die umliegenden Schulen, um Kinder für unser Jugendorchester gewinnen zu können", sagt Molter. Um längerfristig den Fortbestand des Jugendorchesters garantieren zu können, müssten jedes Jahr drei neue Kinder hinzukommen. Derzeit musizieren 14 Jugendliche im Klangkörper, weitere fünf befinden sich in Ausbildung.

"Die Ausbildungskosten stellen eine kleine Hürde dar, in Eisen stellt der Verein die Ausbildungsinstrumente", erklärt Petry. Neben der generellen Ausbildung sei bei den Bewertungskriterien für den Preis auch das Angebot der Freizeitaktivitäten ganz wichtig. Eine Jury nimmt daneben beispielsweise zudem die musikalische Früherziehung oder Teilnahmen an den BSM-Wertungsspielen bei den eingegangenen Bewerbungen unter die Lupe. "Sport dominiert meist das Freizeitgeschehen, für musische Vereine ist es daher schwer, an Geld heranzukommen", begründet Achim Fleck von der Bank 1 Saar das Engagement des Geldinstituts. Zudem lerne der Nachwuchs in einem Musikverein wichtige Tugenden wie Tragfähigkeit, Fleiß und Durchhaltevermögen. Für Jugendleiter Molter nimmt Dirigent Carlo Welker im Nachwuchskonzept des Vereins die eigentliche Schlüsselrolle ein. "Carlo versteht es, mit seiner Art die jungen Musiker zu motivieren", lobt Molter. Der Taktgeber habe in jeder Probe den passenden lockeren Spruch auf Lager.

"Die Kinder fühlen sich wohl im Verein, der Verein natürlich auch im Ort", meint Seibert. Welche hohe Qualität die Jugendarbeit besitzt, demonstrieren die Nachwuchsmusiker, die den "Feiertag in Eisen" musikalisch begleiten.

Auf einen Blick

Der Robert-Klein-Preis für besonders vorbildliche Jugendarbeit wurde in diesem Jahr zum siebzehnten Mal verliehen. Seit 1995 wird der Preis an je einen Verein aus den saarländischen Musikkreisen vergeben.. Die Auszeichnung ist nach dem zweiten BSM-Präsidenten benannt. Robert Klein setzte sich während seiner Amtszeit von 1957-1975 besonders intensiv für die Jugend ein und leistete wertvolle Pionierarbeit. Ihm ist es zu verdanken, dass auch der weibliche Nachwuchs den Weg in die Musikverein fand. Bis in die 1950er Jahre durften fast in allen Musikvereinen keine Mädchen mitspielen. frf