1. Saarland

Drohende Schließung des Jugendzentrums: Verständnis und Kritik

Drohende Schließung des Jugendzentrums: Verständnis und Kritik

Erbach. Die drohende Schließung der Räume des Autonomen Jugendzentrums (AJZ) in der Lappentascherstraße 100 in Erbach (wir berichteten) haben Befürworter und Gegner auf den Plan gerufen. So weckt die Diskussion um das drohende Ende des AJZ beim Vorsitzenden des Kreisverbandes Saarpfalz der Piratenpartei, Andreas Guckert, Erinnerungen

Erbach. Die drohende Schließung der Räume des Autonomen Jugendzentrums (AJZ) in der Lappentascherstraße 100 in Erbach (wir berichteten) haben Befürworter und Gegner auf den Plan gerufen. So weckt die Diskussion um das drohende Ende des AJZ beim Vorsitzenden des Kreisverbandes Saarpfalz der Piratenpartei, Andreas Guckert, Erinnerungen. "Schon einmal wurden seitens der Stadt Homburg Gründe vorgeschoben um das Jugendzentrum, damals noch am Bahnhof, wegzukriegen", so Guckert in einer Pressemitteilung."Die Versuche der Jugendlichen durch konstruktive Angebote eine Schließung zu verhindern, zum Beispiel die angeblichen Mängel auf eigene Kosten zu beseitigen, wurden von der Stadt Homburg, namentlich durch den städtischen Beigeordneten Rüdiger Schneidewind mehr oder weniger ignoriert", so Guckert weiter. Auch dieses Mal spielten die Bemühungen der Betroffenen, die Situation zu verbessern, anscheinend keine Rolle. Statt auf Drogenkonsum unter Jugendlichen mit Aufklärungskampagnen zu reagieren, den Jugendlichen zu helfen, werde das "Problem" einfach beiseitegeschoben. Die Jugendlichen würden alleine gelassen, bemängelt er. "In meinen Augen wurde die Entscheidung längst getroffen. Für diese Immobilie ist die weitere Verwendung bestimmt längst in trockenen Tüchern. Auch das erinnert an die erste Schließung."

Verständnis für die mögliche Schließung zeigten hingegen Jusos Saarpfalz. "Jahrelange Rechtsstreitigkeiten und Querelen mit dem Standort des AJZ Homburgs haben die inhaltliche Arbeit vor Ort schwierig gestaltet. Wir akzeptieren eine Schließung durch die Stadt", äußerte sich Max Karbach, Vorsitzender der lokalen Juso-Gruppe.

Gleichzeitig fordert er die Stadt auf, die Jugendpflege nicht zu vernachlässigen: "Wir würden es sehr begrüßen, wenn die Stadt Homburg Jugendlichen in Zukunft die Möglichkeit gäbe, Konzerte und Freikultur selbst zu organisieren. Eine von der Stadt fest zur Verfügung gestellte Bühne für Konzerte wäre sehr gut", so Karbach weiter.

 Der Standort des Jugendzentrums wird von der Stadt nicht weiter betrieben. Foto: Bernhard Reichhart
Der Standort des Jugendzentrums wird von der Stadt nicht weiter betrieben. Foto: Bernhard Reichhart

Das AJZ war bereits im Spätsommer vorübergehend geschlossen worden. Hintergrund waren Drogenprobleme. In der nächsten Sitzung des Kultur-, Jugend-, Sport- und Sozialausschusses am Donnerstag, 29. November, 17 Uhr, im kleinen Sitzungssaal des Homburger Rathauses, Am Forum, soll beschlossen werden, den Mietvertrag mit dem Verein, der das AJZ trägt, zu beenden. ust