1. Saarland

Der Bundesliga-Macher

Der Bundesliga-Macher

Niederwürzbach. Rudi Hartz fühlt sich geehrt. Aus den Händen von Sportministerin Monika Bachmann erhielt er vor wenigen Tagen die Sportplakette des Saarlandes. Rudi Hartz ist das, was man ein "Urgestein" nennt, ein unermüdlicher Streiter für seinen Sport, den Handball

Niederwürzbach. Rudi Hartz fühlt sich geehrt. Aus den Händen von Sportministerin Monika Bachmann erhielt er vor wenigen Tagen die Sportplakette des Saarlandes. Rudi Hartz ist das, was man ein "Urgestein" nennt, ein unermüdlicher Streiter für seinen Sport, den Handball. Auch als Mitglied des Vorstandes des Deutschen Handballbundes (DHB), aber vor allem in seinem Verein, TV Niederwürzbach. Hier ist Rudi Hartz seit 1958 im Vorstand vertreten und hat es vom Schriftführer bis zum "Ehren-Zweiten-Vorsitzenden" gebracht. Er war über Jahrzehnte und ist bis heute stellvertretender Vorsitzender des TVN, war aber nie an der Spitze.Ortstermin im Bürohaus seiner Firma im Würzbacher Industriegebiet: In wenigen Tagen wird Rudi Hartz 72 Jahre alt. Immer noch ist er aktiv in seiner Firma, ärgert sich lautstark, wenn ihm ein Auftrag, "noch dazu im Saarland", zur Verglasung einer Sporthalle weggeschnappt wird.

Stichwort Halle: Es war Rudi Hartz, der den Weg mit dem Würzbacher Turnverein freigemacht hat, um den Bau der neuen Würzbachhalle auf dem ehemaligen vereinseigenen Sportplatz des Turnvereins zu ermöglichen. Dort, wo Rudi Hartz seinerzeit seine "Karriere" als Handballer auf dem Großfeld begann. "Ich hatte als Handballer bestenfalls Bezirksliga-Niveau. Aber ich war immer einer der Besten in der dritten Halbzeit", erzählt der frühere Macher des TVN und lacht dabei.

Bodenständig ist er geblieben. Bis heute treffen sich die meisten der damaligen "Großfeld-Spieler" noch jeden ersten Donnerstag im Monat. Der Kontakt zu den Bundesliga-Managern aus seiner Ära ist ebenfalls nie abgerissen, auch mit ihnen trifft sich der Würzbacher Unternehmer regelmäßig, mindestens noch einmal im Jahr. Er sei zwar nicht mehr ganz so nah an der Bundesliga dran, aber er kenne sich "weiterhin in der Szene noch ganz gut aus".

Auf die Frage, ob aus der Würzbacher Erstliga-Vergangenheit noch einmal Träume für die Zukunft erwachsen sollten, folgt bei Rudi Hartz deshalb auch nur ein fast mitleidiges Lächeln. "Das ist nicht mehr drin", lautet seine klare Ansage.

Aufstieg schönster Moment

Abgesehen vom "wirtschaftlichen Keuschheitsgürtel" - wie das viele nennen - der sich um das Saarland schmiegt, müsste zudem eine Eventhalle her, in der mindestens 10 000 Zuschauer Platz hätten und wo, neben dem Handball, noch weitere lukrative Hallensportarten als wirtschaftliche Faktoren einkalkuliert werden müssten. "Eine Würzbachhalle reichte schon gar nicht, nicht einmal die Erbacher Halle würde heutzutage diese Voraussetzungen erfüllen", weiß der Handball-Experte aus Erfahrung.

Als schönster Moment, noch wichtiger als alle anderen Erfolge, bleibt in Hartz' Gedächtnis der Aufstieg 1989 in die Erste Bundesliga: "Als wir damals als Aufsteiger abends aus Schutterwald zurückkamen, da bebte die alte Würzbachhalle", erinnert sich Hartz noch heute.

Der Niederwürzbacher Rudi Hartz bekam für seine Verdienste um den Handballsport von Sportministerin Monika Bachmann die Sportplakette des Saarlandes. Foto: BuB

Der Rückzug aus dem großen Handball-Geschäft verlief zehn Jahre später kontrolliert: "Die Handball-Abteilung oder der TV Niederwürzbach hatten keinen finanziellen Schaden erlitten oder weitere Verpflichtungen offen. Andere, zum Teil Traditionsvereine, sind da nicht so gut weggekommen", erklärt Rudi Hartz, nicht ganz ohne Stolz.