1. Saarland
  2. Blick zum Nachbarn
  3. Luxemburg

Luxemburg beschließt nächtliche Ausgangssperre

Ab Freitag : Luxemburg beschließt nächtliche Ausgangssperre

Wegen Corona gilt ab Freitag eine nächtliche Ausgangssperre in Luxemburg.

Das Luxemburger Parlament beschloss am Donnerstag einen Gesetzestext, wonach die Bürger zwischen 23 und 6 Uhr grundsätzlich zu Hause bleiben müssen. Ausnahmen sind beispielsweise Arztbesuche oder der Weg zur Arbeit. Auch das Gassigehen mit einem Hund ist im Umkreis von einem Kilometer um die Wohnung erlaubt.

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen hat das Parlament weitere Einschränkungen auf den Weg gebracht: Im Restaurant oder zu Hause dürfen nur noch maximal vier Personen ohne Mund-Nasen-Bedeckung zusammenkommen. Wenn es mehr Menschen sind, ist das Tragen einer Maske Pflicht. Diese Einschränkungen gelten bis Jahresende, die Ausgangssperre ist bis Ende November befristet.

„Die Maßnahmen schränken Freiheiten ein“, sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, der Sozialdemokrat Mars di Bartolomeo. Er warnte aber vor Vergleichen mit den bisher letzten Ausgehverboten während des Krieges: „Wir sind nicht in einem Krieg.“ Der Sprecher der oppositionellen Christsozialen (CSV), Claude Wiseler, widersprach: Dies seien „drastische Maßnahmen, wie es sie in Kriegsgebieten und Diktaturen gibt, absolut freiheitsberaubend“. Die Koalition von Liberalen, Grünen und Sozialdemokraten habe viel zu spät reagiert. Die CSV enthielt sich der Stimme.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in dem Land mit mehr als 600 000 Einwohnern ist in der vergangenen Woche (19. bis 25. Oktober) im Vergleich zur Vorwoche um 265 Prozent auf rund 3400 gestiegen.

Die sogenannte Inzidenzrate, also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tage pro 100 000 Einwohner, lag bei 541. Am Dienstag (27.10.) standen insgesamt 15 659 Corona-Infektionen und 147 Todesfälle seit Beginn der Pandemie in der Statistik. 116 Menschen befanden sich in Kliniken, davon 16 auf Intensivstationen.

Luxemburg war im September vom Robert Koch-Institut (RKI) zum Corona-Risikogebiet erklärt worden. Diesen Status hatte das Großherzogtum schon von Mitte Juli bis Mitte August inne.

(dpa)