Defizite bei Pressefreiheit in Luxemburg

Defizite bei Pressefreiheit in Luxemburg

Das Verhältnis zwischen Politik und Medien sowie zwischen Aktionären der Medienhäuser und Journalisten lässt im Großherzogtum zu wünschen übrig. Sagt eine Journalisten-Organisation.

Luxemburg ist in der Rangliste der Pressefreiheit deutlich abgerutscht. In der kürzlich präsentierten Jahres-Rangliste der angesehenen, internationalen Journalisten-Organisation "Reporter ohne Grenzen " rutschte das Nachbarland von Position vier auf 19 ab. 2014 habe es in Luxemburg Spannungen zwischen Journalisten und Politikern, aber auch zwischen Journalisten und Aktionären der Medienhäuser gegeben, sagte "Reporter ohne Grenzen "-Sprecher Antoine Héry der SZ. Besonders die Zeitung "Luxemburger Wort" sei auf ihrem Weg nach journalistischer Unabhängigkeit einem Druck seitens der Verleger ausgesetzt gewesen. Ein gerade entstehender unabhängiger Journalismus stünde derzeit einem starren Block aus Politik und Wirtschaft entgegen. Positiv zu bewerten sei dagegen die erstmalige Verleihung des Preises für investigativen Journalismus in Luxemburg im vergangenen Frühjahr, sagte Héry . Die Preisverleihung und die Anstrengung insbesondere des "Luxemburger Worts" könnten auch andere Medien zu unabhängigem Journalismus ermutigen. Doch die Lux-Leaks-Affäre zeige, wie frei Luxemburgs Medien seien. Bisher hätten sich diese bei dem brisanten Thema sehr zurückgehalten. Insgesamt habe sich die Lage der Presse in Luxemburg zwar verschlechtert, sie sei aber immer noch "gut".

Für seine Rankings befragt die gemeinnützige Organisation "Reporter ohne Grenzen " jedes Jahr Journalisten in 180 Ländern. Deutschland hat in der aktuellen Rangliste im Vergleich zum Vorjahr zwei Plätze gut gemacht und liegt nun auf Platz zwölf. Weltweit waren im Jahr 2014 insgesamt 13 Journalisten getötet und 164 inhaftiert worden.

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