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AKW Cattenom
Greenpeace darf keine Kontrollen im Akw Cattenom mehr begleiten

Cattenom. () Die Umweltorganisation Greenpeace darf vorerst nicht mehr an den unabhängigen Kontrollen der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN im Atomkraftwerk (Akw) Cattenom teilnehmen. Das hat Greenpeace in Luxemburg mitgeteilt. Bei öffentlichkeits- und sicherheitsrelevanten Anlagen und Projekten gibt es in Frankreich sogenannte lokale Ausschüsse zur Information und Überwachung (CLI). So auch im Fall des Akw Cattenom. Diesem Gremium gehören Vertreter des Betreibers EdF sowie lokale Politiker, Mitglieder von Kontrollorganisationen und der Zivilgesellschaft an. Diese dürfen regelmäßig Inspektoren der ASN bei Kontrollbesuchen auf der Anlage begleiten. Auch Roger Spautz von Greenpeace Luxemburg und Mitglied der CLI nahm als Beobachter in der Vergangenheit an mehreren Kontrollen in Cattenom teil. Damit ist jetzt Schluss. Die Aufsichtsbehörde ASN hat Spautz mitgeteilt, dass der Betreiber EdF ihm für dieses Jahr den Zutritt zur Anlage verbietet. Von Hélène Maillasson
Hélène Maillasson

Rechtlich kann diese Entscheidung von EdF nicht angefochten werden, denn obwohl die Begleitung der Kontrolle durch Mitglieder der CLI üblich ist, haben sie keinen Anspruch darauf. Dennoch will die Umweltorganisation Widerspruch einlegen. Sie sieht in dem Schritt eine Retourkutsche von EdF für das unbefugte und medienwirksame Eindringen acht ihrer Mitglieder auf das Akw-Gelände in Cattenom im vergangenen Herbst. „Diese Entscheidung wird weder die berechtigten Fragen der Bürger stoppen noch die Bemühungen von Greenpeace, die Risiken zu dokumentieren, die von EdF geleugnet werden“, so die Organisation.


Diese Entscheidung betrifft nicht nur Cattenom, sondern auch das Akw Blayais bei Bordeaux. Auch hier wurde einem Greenpeace- und CLI-Mitglied die Begleitung einer ASN-Kontrolle verwehrt.