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Bahnstreik an der Grenze
Keine Ersatzbusse mehr nach Saargemünd an Streiktagen

Ein Eisenbahner-Streik gegen die geplante Bahnreform sorgt in Frankreich für erhebliche Beeinträchtigungen des Zugverkehrs.
Ein Eisenbahner-Streik gegen die geplante Bahnreform sorgt in Frankreich für erhebliche Beeinträchtigungen des Zugverkehrs. FOTO: dpa / Michel Spingler
Saarbrücken. Obwohl gestern weniger französische Eisenbahner streikten als am Vortag, blieb die Lage in Lothringen unverändert. Durchschnittlich waren zwei von zehn Schnellzügen und lediglich eine von zehn Regionalbahnen unterwegs. Der ICE/TGV von Saarbrücken nach Paris wurde wie am Vortag gestrichen. Heute sollen sie laut Bahngesellschaft SNCF wieder nach regulärem Fahrplan unterwegs sein. Von Hélène Maillasson
Hélène Maillasson

Obwohl gestern weniger französische Eisenbahner streikten als am Vortag, blieb die Lage in Lothringen unverändert. Durchschnittlich waren zwei von zehn Schnellzügen und lediglich eine von zehn Regionalbahnen unterwegs. Der ICE/TGV von Saarbrücken nach Paris wurde wie am Vortag gestrichen. Heute sollen sie laut Bahngesellschaft SNCF wieder nach regulärem Fahrplan unterwegs sein.


Eine schlechte Nachricht gab es hingegen für Saarbahn-Kunden. Denn weil Fahrdienstleiter und Bahnhofspersonal in Saargemünd streiken, muss die Saarbahn ihre Fahrten auf der deutschen Seite der Grenze in Hanweiler beenden. Während am Dienstag noch Ersatzbusse für die Reststrecke nach Frankreich organisiert wurden, hat die Saarbahn GmbH diese Maßnahme gestern bereits wieder eingestellt. Auch an den weiteren bis Ende Juni angekündigten Streiktagen wird es keine grenzüberschreitenden Ersatzbusse geben. „Wir bedauern diese Situation für unsere Fahrgäste. Wir haben alles versucht, aber wir können diese Lösung nicht anbieten“, sagte Saarbahn-Sprecherin Ulrike Reimann. Es gebe einfach zu wenig Ersatzbusfahrer, die kurzfristig einspringen könnten, ohne auf anderen saarländischen Verbindungen zu fehlen, und ebenso zu wenig Fahrzeuge, um die Verbindungen zwischen Hanweiler und Saargemünd zwei Mal stündlich zu gewährleisten. Außerdem würde dies für die Saarbahn erhebliche Mehrkosten bedeuten, die sie alleine zu tragen hätte.

Für diese Entscheidung gab es gestern Kritik von den Grünen im Regionalverband Saarbrücken. „Gerade Berufstätige sind auf zuverlässige Saarbahn-Verbindungen nach Saarbrücken angewiesen“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Patrick Ginsbach. Wenn die Saarbahn den Schienenersatzverkehr nicht leisten könne, solle sie ein externes Unternehmen damit beauftragen. „Die Saarbahn spart hier auf dem Rücken der Fahrgäste und der langfristigen Attraktivität der Saargemünd-Verbindung“, so Ginsbach.