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Neue Jobs am Zweibrücker Airport

Neue Jobs am Zweibrücker Airport

Allen negativen Entwicklungen für die Fliegerei in Zweibrücken zum Trotz: Der auf dem Flugplatz-Gelände ansässige Flugzeugbauer und -entwickler Lange Aviation will expandieren und neue Leute einstellen.

Endlich mal wieder positive Nachrichten gibt es für die Fliegerei in der Rosenstadt: Nachdem seit Anfang November keine Passagiermaschinen mehr vom Zweibrücker Airport abheben, will der Flugzeugbauer und -entwickler Lange Aviation jetzt expandieren und acht neue Jobs schaffen. Das bestätigt Geschäftsführer Axel Lange auf Merkur-Nachfrage. Konkret gehe es um jeweils vier Jobs in der Fertigung (Lange Aviation GmbH) und vier in der Forschung (Lange Research Aircraft GmbH).

Damit soll die Zahl der Beschäftigten in den beiden Lange-Unternehmen von 25 auf 33 ansteigen. Ein klares Bekenntnis zum Standort Zweibrücken , wie auch Lange betont. Wobei der Geschäftsführer durchaus einräumt, dass es nach der Flughafen-Insolvenz für sein Unternehmen in Sachen Planungssicherheit nicht einfacher geworden ist - auch wenn der neue Eigentümer Triwo den ansässigen Firmen weiter Flugbetrieb auf dem zum "Sonderlandeplatz" zurückgestuften Gelände ermöglichen will. "Triwo kann uns aber natürlich nicht garantieren, den Flugbetrieb für die nächsten zehn Jahre aufrecht zu erhalten." Das sei nunmal so bei einem Privatunternehmen, das wirtschaftlich geführt werden müsse. Andererseits habe das Aus für die Passagierflüge in Zweibrücken auch Vorteile: Die Sicherheitsbestimmungen seien nun deutlich lockerer. "Wir können dadurch sehr schnell auf die Start- und Landebahn", sagt Lange.

Die Lange Aviation GmbH fertigt Hightech-Segelflugzeuge und -Motorsegler. Die Lange Research Aircraft GmbH engagiert sich in der Forschung. Derzeit entwickelt man gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR ) die Antaris H3. Das Brennstoffzellenflugzeug, das komplett CO{-2}-neutral fliegt, soll laut DLR in Flugdauer und Reichweite neue Maßstäbe setzen. Das Flugzeug mit einer Spannweite von 23 Metern wird voraussichtlich 60 Stunden lang unbemannt fliegen können, wenn es fertig entwickelt ist, erläutert Lange. Die Einsatzbereiche seien vielfältig. So könne die Antares H3 zum Beispiel für die Ölsuche im Meer eingesetzt werden. Auch den Vorgänger, die 2008 vorgestellte Antares H2, haben das DLR und die Lange Research Aircraft GmbH gemeinsam entwickelt.

Laut Lange war es eine strategische Entscheidung, sich stärker auf die Forschung zu konzentrieren. Dadurch sei man unabhängiger von wirtschaftlichen Entwicklungen. Denn die Krise ab 2007 habe Lange Aviation hart getroffen und auch einige Stellen gekostet. "Wir produzieren Luxusgüter", sagt Lange. Bei dieser derart tiefgreifenden Krise sei die Nachfrage danach stark zurückgegangen.

lange-aviation.com